Nur gemeinsam

Landwirtschaftsschule übergibt Zeugnisse auf der Alm

Die Studenten der Landwirtschaftsschule mit Schulleiter Rolf Oehler (vorne, l.), Fachzentrumsleiter Johann Stöckl (hinten, 3.v.r.), Semesterleiterin Elisabeth Kitzeder (vorne, r.) und Wolfgang Holzinger, Lehrkraft für tierische Produktion (r.).
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Die Studenten der Landwirtschaftsschule mit Schulleiter Rolf Oehler (vorne, l.), Fachzentrumsleiter Johann Stöckl (hinten, 3.v.r.), Semesterleiterin Elisabeth Kitzeder (vorne, r.) und Wolfgang Holzinger, Lehrkraft für tierische Produktion (r.).

Holzkirchen – Gemeinsam schafft man mehr: Landwirtschaftsschule Holzkirchen übergibt Zeugnisse diesmal auf der Kleintiefental-Alm.

Zum Abschluss des Sommersemesters an der Landwirtschaftsschule Holzkirchen bekamen die Studenten ihre Zeugnisse von Schulleiter Rolf Oehler und Semesterleiterin Elisabeth Kitzeder auf der Kleintiefental-Alm bei Geitau überreicht. Zuvor mussten die jungen Landwirte jedoch kräftig anpacken: Es galt, auf den Almflächen zu schwenden.

Schwenden heißt, die Weideflächen der Almen von unerwünschtem Aufwuchs wie Adlerfarn oder Fichtenkoppen zu befreien, um so die Almflächen zu erhalten. Eine anstrengende Aufgabe, bei der neben Kraft und Ausdauer auch Artenkenntnis und Fingerspitzengefühl notwendig sind. „Es geht nicht darum, alles zu beseitigen, sondern darum, die Weideflächen offen zu halten und gleichzeitig Lebensraum für viele Pflanzenarten und Wildtiere zu erhalten“, erklärt Johann Stöckl, Leiter des Fachzentrums für Almwirtschaft. Die Latschenfelder wurden zum Beispiel stehen gelassen, um Birkhühnern ausreichend Deckung zu bieten.

Die Studenten der Landwirtschaftsschule Marinus Eichner und Barbara Grabichler beim Schwenden auf der Alm.

Die Kleintiefental-Alm wird von den Landwirten Andreas und Sebastian Gschwendtner bewirtschaftet und ist von Juni bis September das Sommerquartier für zirka 80 Jungtiere. Das Versorgen der Tiere sei die Hauptaufgabe des Almpersonals, sagt Barbara Grabichler, Studentin im Sommersemester und Almerin auf der Kleintiefental-Alm. Was zunehmend mehr Probleme bereite, sei die Rücksichtslosigkeit vieler Touristen. Die Alm ist in erster Linie Heimat für Mensch und Tier und nicht nur eine schöne Kulisse für Freizeitevents.

Der Dialog zwischen Landwirten, Naturschützern und Touristen sei von enormer Bedeutung, um die verschiedenen Interessen in den Bergen zu vereinen, ergänzt Florian Bossert, der seine Aufgabe als Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge vorstellte. Es gehe nur gemeinsam und gemeinsam am besten, ob beim Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten, beim Schwenden auf der Alm oder an der Winterschule. Wo zusammen geholfen werde, könne man etwas bewegen, lautet die Devise.

Nach der schweißtreibenden Schwendarbeit, den fachlichen Informationen „Schule auf der Alm“ und der Zeugnisverteilung wurden die Studenten bis zum Beginn des dritten Semesters am 19. Oktober in die unterrichtsfreie Zeit entlassen. Bereits am 8. Oktober beginnt in Holzkirchen wieder ein Praxissemester zur Vorbereitung des Schulbeginns im Herbst 2021. Anmeldungen und Informationen unter Telefon 08024/460390 und online unter www.aelf-hk.bayern.de. ksl

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