Standl werden teurer

Das verlangt Holzkirchen künftig von den Fieranten auf dem Grünen Markt

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Seit Anfang Oktober gehört die Straße vor dem Holzkirchner Rathaus zur Verkaufsfläche des Grünen Markts. Mit der Sperrung soll Marktbesuchern auch die Querung der Straße erleichtert werden.

Holzkirchen - Seit 1974 hat sich nichts mehr geändert bei den Standgebühren auf dem Markt. Dafür werden die Preise nun umso drastischer erhöht.

Im Jahr 1974 wurde die bis heute geltende Holzkirchner Markt- und Gebührensatzung festgeschrieben. Jetzt hat die Verwaltung festgestellt, dass dies für die Gemeinde ein Zuschussbetrieb ist, der rechtlich nicht haltbar ist. Da so lange keine Anpassung stattgefunden hat, fällt die Erhöhung zum 1. Januar 2020 recht deftig aus: Statt der bisher pro Meter fälligen 1,19 Euro müssen Händler dann nach Berechnungen der Steuerstelle 2,69 Euro bezahlen. Die Entscheidung, die alte Satzung zu kassieren und durch die Neufassung zu ersetzen, fällten die Marktgemeinderäte mit 18:5 Stimmen nach intensiver Diskussion.

Auslöser für die Erhöhung waren die Berechnungen, die Maximilian Schmid von der Steuerstelle vortrug. Rund 36.000 Euro kosten Holzkirchen sowohl die Wochen- als auch die Jahrmärkte pro Jahr im Durchschnitt. Dem gegenüber stehen Einnahmen in Höhe von 14.000 Euro. Ein solches Minusgeschäft, das Gewerbetreibende mit Steuergeldern unterstützt, sei aber nicht zulässig und könne der Marktgemeinde „schwer auf die Füße fallen“, wie Schmid erklärte.

Hans Putzer (SPD) wollte das so nicht stehen lassen und plädierte stattdessen dafür, die Gebühren ganz unter den Tisch fallen zu lassen: „Wir haben in Holzkirchen ohnehin nur zwei Attraktionen – das Kultur im Oberbräu und den Grünen Markt. Wir zahlen ja auch beispielsweise beim Ortsverkehr drauf.“ Diesen Vergleich mochte Schmid nicht gelten lassen, weil es sich beim Grünen Markt um keine Pflichtaufgabe handele.

Bürgermeister Olaf von Löwis wollte die Qualität des Marktes auch nicht daran festmachen, dass er kostenlos ist: „Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Die Dimension der Erhöhung ist natürlich nicht schön, aber nachrechenbar. Natürlich liegt uns nichts ferner, als für die Händler unattraktiv zu werden, aber sie kommen ja auch nicht, weil sie uns einen Gefallen tun, sondern etwas verdienen wollen.“

Ähnlich sah es Robert Wiechmann (Grüne): „Wir tun ja auch viel, um den Grünen Markt zu stärken, wie die Werbekampagne der Standortförderung zeigt. In Bezug auf die Gebühren haben wir das 45 Jahre versäumt und uns bleibt nichts anderes übrig, als jetzt diesen Schritt zu gehen.“

SPD-Bürgermeisterkandidatin Elisabeth Dasch, der die Attraktivitätssteigerung des Marktplatzes besonders am Herzen liegt, sah es noch aus einem anderen Blickwinkel: „Die Fieranten haben sich die letzten Jahre ja auch viel gespart. Wir kommen aber jetzt um die Erhöhung nicht herum.“

Birgit Eibl (FWG) monierte, dass bei der Hauptausschusssitzung, bei der die Erhöhung debattiert wurde, nicht zur Sprache kam, dass mit den Fieranten noch nicht gesprochen wurde. Das war dann wohl auch der Grund, weshalb die Händler des Grünen Marktes so verschnupft auf die saftige Erhöhung reagiert haben.

Zwar fand eine Besprechung mit allen Waren- und Markthändlern statt, wie Standortförderin Eva-Maria Schmitz sagte, aber dabei ging es in erster Linie um ein gemeinsames Werbekonzept für den Grünen Markt – nicht aber um die Neugestaltung der gesamten Satzung. „Den Schuh müssen wir uns anziehen und dieses Versäumnis werden wir auch nachholen“, erklärte Schmitz. hac

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