Freizeitanlage am Ladehof

In Holzkirchen hat die Jugend ein neues Wohnzimmer

Zur symbolischen Schlüsselübergabe bat (v.r.) Christoph Schmid die zukünftigen Hüter der Freizeitanlage, Christian Probst und Peter Unterholzner, Max Röger als ehemaligen Jugendbeauftragten sowie Streetworkerin Marianne Schmid. Im Hintergrund verfolgten das Ilse Aigner und Olaf von Löwis.
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Zur symbolischen Schlüsselübergabe bat (v.r.) Christoph Schmid die zukünftigen Hüter der Freizeitanlage, Christian Probst und Peter Unterholzner, Max Röger als ehemaligen Jugendbeauftragten sowie Streetworkerin Marianne Schmid. Im Hintergrund verfolgten das Ilse Aigner und Olaf von Löwis.

Holzkirchen – Trotz strömenden Regens fanden sich zahlreiche Gäste zur Eröffnung und Segnung der neuen Holzkirchner Jugendfreizeitanlage ein.

Deren Geburtsstunde lag vor rund elf Jahren, als die Marktgemeinde unter der Ägide von Altbürgermeister Josef Höß das Grundstück am Ladehof von der Bahn kaufen konnte. Nachdem Gemeinderäte und Jugendvertreter eine Menge Hirnschmalz und Arbeit investiert haben und Nachbarn und Anwohner ihre Toleranz bekundeten, konnte jetzt endlich den Jugendlichen das rund 1500 Quadratmeter große Areal für die Freizeitgestaltung an der frischen Luft übergeben werden.
Eigentlich hätte die Eröffnung bereits im Mai sein sollen, aber der Corona-Lockdown machte dem einen Strich durch die Rechnung. Entsprechend gut gelaunt war Bürgermeister Christoph Schmid, als er jetzt zur Tat schreiten und gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger und jetzigen Landrat Olaf von Löwis das obligatorische Band durchschneiden durfte: „Was lange währt, wird endlich gut! Ich freue mich, der Holzkirchner Jugend nun dieses schöne Wohnzimmer übergeben zu dürfen.“ 

Bei von Löwis überwog die Freude das Leiden bei weitem, als er meinte: „Eine wirklich tolle Anlage, auch wenn ich zugeben muss, dass ich dieses Projekt gerne noch selbst abgeschlossen hätte.“ Von einem „Mehrgenerationenprojekt“ sprach Landtagspräsidentin Ilse Aigner und meinte mit einem Augenzwinkern: „Schließlich haben an diesem großartigen Ort der Begegnung drei Bürgermeister mitgewirkt.“ Als Stimmkreisabgeordnete mache es sie stolz, bei der Eröffnung einer so gut gelungenen Jugendfreizeitanlage dabei sein zu dürfen. Nicht zuletzt deswegen, weil diese, wie Aigner anerkannte, „in einem rundherum demokratischen Prozess mit Jugendlichen, Streetworkern, Kommunalpolitikern, der Polizei und den Anwohnern“ entstanden ist. Wie Schmid betonte, kommt den Streetworkern bei der Betreuung der Jugendfreizeitanlage tatsächlich eine Schlüsselrolle zu. In Richtung Christian Probst und Marianne Schmid von der mobilen Jugendarbeit Holzkirchen sowie Peter Unterholzner vom Verein „Vorbild Jugendlicher - Leitbild Mensch“ stellte der Rathauschef heraus: „Mir ist bewusst, dass ich euch mit der Verantwortung über die Anlage eine hohe Bürde übertragen habe. Aber ich weiß die Holzkirchner Jugend bei euch in besten Händen.“ 

Nachdem Diakon Klaus Mrosczok und Pfarrer Wolfgang Dörrich schließlich zum Ende der Feierstunde der Anlage ihren Segen erteilt haben, steht sie den Jugendlichen nun offen, um Fußball, Volleyball oder Basketball zu spielen, sich an der Slackline zu versuchen oder die vielen Fitnessgeräte in Beschlag zu nehmen. Natürlich auch, um einfach einmal ein bisschen zu „chillen“ oder „abzuhängen“, wie Schmid sagte. Auch wenn dafür noch gewisse Verhaltensregeln notwendig sind. So dürfen sich derzeit nur maximal 50 Personen auf der gesamten Anlage und höchstens zehn Personen im Multifunktionssportfeld aufhalten. In einem kurzen Rückblick erinnerte Schmid an die Historie des langgezogenen Areals entlang der Bahngleise. So beschloss der Marktgemeinderat 2009, hier eine Skateranlage und einen Platz für die Jugend zu schaffen. Der Skaterpark konnte sogar schon 2011 in Betrieb gehen.
Teil zwei des Projektes, die eigentliche Jugendfreizeitanlage, wurde politisch und aus Finanzgründen allerdings länger diskutiert und zwischenzeitlich sogar gestoppt. Es wurde sogar schon in Betracht gezogen, hier ein Flüchtlingswohnheim zu errichten. Im Jahr 2017 nahm das Projekt dann wieder Fahrt auf und es erfolgte die Beauftragung und Planung der Anlage durch den Marktgemeinderat. Anfang 2019 gab dann das Landratsamt grünes Licht. Um diesen Platz der Begegnung auch unter den Stern eines guten Miteinanders zu stellen, erfolgte ziemlich zeitgleich eine Informationsveranstaltung mit den Anwohnern und Nachbarn. hac

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