Holzkirchner hoffen auf Entlastung

Diese Ausweichroute zur Tölzer Straße nimmt der Gemeinderat nun ins Visier

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Ausweichverkehr von der Tölzer Straße sorgt immer wieder für Probleme in Holzkirchen.

Holzkirchen – Anwohner der Burgstaller- und Baumgartenstraße in Holzkirchen leiden unter dem Ausweichverkehr der Tölzer Straße. Sie hoffen nun auf Entlastung.

Der vermeintliche Schleichweg über Burgstaller- und Baumgartenstraße in Holzkirchen, um von Süden kommend einen Stau auf der Tölzer Straße zu umgehen, bringt für die Anwohner immer mehr Belastungen. Bei der jüngsten Marktgemeinderatssitzung informierte Bürgermeister Olaf von Löwis darüber, wie dieser Verkehrsbrennpunkt entzerrt werden soll. Konkrete Maßnahmen wurden allerdings noch nicht beschlossen.

Wie von Löwis feststellte, ist die Ausgangslage keine neue, gipfelte aber in einer „Großkampfphase“ am Tag des Simon-Judi-Markts, bei dem der Marktplatz wegen des Marktlaufes gesperrt, in Thann eine Großveranstaltung sowie in Warngau Leonhardi war. Das führte, wie der Rathauschef sagte, zu einem nicht nachvollziehbaren Verhalten von Autofahrern, „das von Aggressivität und Ungeduld geprägt war und sich schließlich in den beiden Straßen entlud“.

Auch wenn der Ausweichverkehr jedes Wochenende durch die Ausflugstouristen nicht ganz so dramatisch ist wie an jenem Tag, mit dem Bauvorhaben an der Tölzer Straße wird sich die Situation nicht entzerren. Daher wurde neben dem bereits in Arbeit befindlichen Verkehrsgutachten für das Projekt jüngst ein ergänzendes Gutachten beauftragt, das speziell nochmal die Bereiche Baumgarten-, Burgstaller- und Haidstraße ins Visier nehmen soll.

Dem Vorschlag aus der Bevölkerung, die Durchfahrt auf Anwohner zu beschränken, erteilte von Löwis eine Absage. Wie er sagte, haben Polizei und Ordnungsamt davon abgeraten, weil dies sowohl für die Mittelschule als auch das Hallenbad und die öffentliche Tiefgarage die vernünftigste Zufahrt aus südlicher Richtung sei. Eine Kontrolle sei zudem kaum möglich und werde durch die Polizei abgelehnt. Auch die Idee der Verwaltung, eine Einbahnstraße einzurichten, wurde als wenig sinnvoll verworfen, weil sich dann auch die Anwohner durch das Zentrum quälen müssten.

Karl Bär (Grüne) regte an, doch den Vorschlag aus dem Mobilitätskonzept von Verkehrsplaner Ralf Kaulen, die Baumgartenstraße zu unterbrechen, einfach einmal auszuprobieren: „Die Schilder können wir schnell aufstellen und wenn es nicht funktioniert, auch wieder schnell abmontieren.“ Polizei und Ordnungsamt warf er vor, etwa zu autofahrerfreundlich zu denken: „Wir könnten aber politisch durchaus auch einmal anders entscheiden.“ Auch Birgit Eibl und Hubert Müller (beide FWG) zeigten sich verwundert, warum ein neues Gutachten erstellt werden soll. „Das Kaulen-Gutachten sagt doch ganz klar, dass wir eine Unterbrechung machen sollen“, sagte Eibl. Müller fragte: „Warum sollte er jetzt anders entscheiden?“

So einfach wollte das von Löwis nicht stehen lassen und verwies darauf, dass das Mobilitätskonzept ein Rahmenkonzept ist: „Bei solchen Brennpunkten wie der Baumgartenstraße brauchen wir eine konkrete Einzelbetrachtung mit intelligenten Lösungen. Ohne die Rückendeckung aller Behörden wird das aber auch nicht gehen.“ Wie der Bürgermeister sagte, wolle er sich dem Thema weiter intensiv widmen und zeitnah über neue Ergebnisse informieren. hac

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