Holzkirchner geehrt

Warum das Pendlerhaus-Konzept den Mobilitätspreis des EMM erhält

Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (l.) gratuliert Wolfgang Kieslich (M.) und Josef Kellner zum Mobilitätspreis des Vereins Europäische Metropolregion München.
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Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (l.) gratuliert Wolfgang Kieslich (M.) und Josef Kellner zum Mobilitätspreis des Vereins Europäische Metropolregion München.

Holzkirchen – Der Mobilitätspreis des Vereins Europäische Metropolregion München (EMM) geht an das Pendlerhaus-Konzept – und damit auch nach Holzkirchen.

Der Mobilitätspreis des Vereins Europäische Metropolregion München (EMM) ist in der Sparte Mitarbeitermobilität jüngst für die Idee „Pendlerhaus“ gemeinschaftlich an den ehrenamtlichen Energiebeauftragten des Marktes Holzkirchen und an die Bürgerstiftung Energiewende Oberland verliehen worden.

Rund 70 Prozent der Teilnehmer aus Kommunen und Landkreisen stimmten klar für das Pendlerhaus, das von Wolfgang Kieslich, dem ehrenamtlichen Energiebeauftragten des Marktes Holzkirchen und Mobilitätsreferenten der Energiewende Oberland, bei der jüngsten Mobilitätskonferenz des EMM vorgestellt wurde. Die Bürgerstiftung Energiewende Oberland und deren Vorsitzender Josef Kellner sind maßgeblich an der Entwicklung des Konzepts und einer großräumigen Umsetzungsstrategie für das Pendlerhaus beteiligt. Die beiden Preisträger sind sich einig: „Die Münchner Unternehmen und Behörden können mit der Nutzung der Pendlerhäuser einen wichtigen Beitrag leisten, um dem drohenden Verkehrskollaps in Stadt und Umland und dem Klimawandel entgegenzuwirken.“

Das Pendlerhaus stellt an zentralen Mobilitätsknotenpunkten zum öffentlichen Nahverkehr – bevorzugt an Bahnhöfen – eigenständige und mit höchsten Sicherheitsstandards ausgestattete Betriebsstätten zur Verfügung. Unternehmen oder Behörden mit Sitz im Münchner Stadtzentrum können dort eigene Büros anmieten und ihren Mitarbeitern bereitstellen, die normalerweise von außen einpendeln. Auch Coworking-Plätze sind integrierbar. Die Folge: Kürzere Anfahrtswege, mehr Freizeit und Lebensqualität für den Einzelnen sowie eine Reduktion von Verkehr und Immissionen.

Nach einer ersten Betrachtung der Energiewende Oberland könnten bis zu 4.000 Arbeitsplätze, verteilt auf verschiedene Standorte in den vier Oberland-Landkreisen, geschaffen und damit die Pendlerfahrten nach München um 20 Prozent verringert werden. Das würde rund 64 Tonnen CO2-Emissionen pro Werktag einsparen.

„Wir gratulieren Dr. Kieslich und der Energiewende Oberland zur Auszeichnung und zu diesem zukunftsweisenden Konzept“, erklärt Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis und betont: „Wenn es in die Umsetzung geht, könnte Holzkirchen durch seine Lage und die Anbindung an den ÖPNV sowie an die A8 sicherlich als ein Pendlerhaus-Standort in Betracht gezogen werden.“

Hintergrund des Projektes ist, dass die Verkehrssituation sich im Großraum München zunehmend verschärft. Der Verein Europäische Metropolregion München – ein Zusammenschluss von Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft im Großraum München – beschäftigt sich daher intensiv mit dem Thema. Bei der zweiten Mobilitätskonferenz ging es darum, wie der Wirtschafts- und Lebensstandort der Metropolregion durch ein funktionierendes Mobilitätsangebot gesichert werden kann. Dabei sind im Rahmen eines Live-Wettbewerbs auch die Mobilitätspreise in vier Kategorien vergeben worden. ksl

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