Gebäude kommt gut an

Modell für neuen Bauhof im Holzkirchner Gemeinderat vorgestellt

Modell des neuen Bauhof in Holzkirchen/Marschall
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Ein erstes Modell zeigt, wie der neue Holzkirchner Bauhof in Marschall aussehen soll.

Holzkirchen – Holzkirchen plant ein neues Domizil für den Bauhof der Marktgemeinde. Wie das Gelände bebaut werden könnte, wurde nun im Gemeinderat gezeigt.

Kürzlich stellte Architekt Nicolas Neumann vom Münchner Büro Studio Corso dem Marktgemeinderat in Holzkirchen in einer öffentlichen Sitzung ein Konzept für die Gebäude- und Funktionsverteilung des neuen Bauhofs in Marschall vor. Neben der Klarheit des Entwurfs mit zwei Baukörpern gefiel dem Gremium, dass dies in enger Abstimmung mit den Mitarbeitern des Bauhofs erfolgte. Einstimmig wurde dann auch die Verwaltung beauftragt, den Planungsprozess mit dem vorgeschlagenen Konzept weiter zu verfolgen. Eine Kostenschätzung wird es voraussichtlich im April geben.

Funktional und zukunftsfähig soll der neue Bauhof werden sowie die Erfahrungen der Mitarbeiter berücksichtigen. Um die Gebäude ideal auf dem zirka 2,7 Hektar großen Areal zu platzieren, musste erst Rücksprache mit dem Bergamt wegen des dort ziemlich mittig befindlichen Bohrlochs aus den 1960er Jahren gehalten werden.

Da nach Auskunft der Behörde eine Umbauung möglich ist, so lange die Befahrbarkeit sichergestellt bleibt, hat Neumann schließlich acht Szenarien ausgearbeitet. Berücksichtigt wurde, dass für Verwaltung, Werkstatt, Fahrzeug- und Kaltlagerhalle jeweils optimale Lösungen für kurze Wege, Raumtemperatur und Beleuchtung erreicht werden. Die größte Zustimmung der Bauhofmitarbeiter fand schließlich die Version Nummer 5, die Neumann dann auch vorstellte.

Amalie-Hohenester-Weg in Marschall wird verbreitert

Demnach soll ein zweistöckiges Verwaltungsgebäude mit jeweils 20 Metern Seitenlänge und Pultdach entstehen. Daneben ist eine Multifunktionshalle mit einer Seitenlänge von 43 Metern und einer Länge von 100 Metern geplant. Auch da ist ein Pultdach im Höhenverhältnis von 4 auf 10 Meter vorgesehen, wobei die Dächer der beiden Gebäude zueinander verschränkt sind. Die Zufahrt zum neuen Bauhof erfolgt über eine Schranke über den Amalie-Hohenester-Weg, der deswegen, wie vom Gemeinderat beschlossen, verbreitert werden soll. Die schon stehenden Silos müssen versetzt und eventuell auch eingehaust werden. Das Konzept legt auch zugrunde, dass sich die Architektur möglichst in die natürliche Topografie einfügt.

Wie Neumann auf Nachfrage von Albert Kraml (CSU) sagte, wäre auf der Multifunktionshalle mit ihrer Ost-West-Ausrichtung auch die Installation einer Photovoltaikanlage möglich. Momentan ist laut Björn Nohe vom Planungsbüro Drees & Sommer eine Gasheizung vorgesehen. Allerdings werden da noch andere genehmigungsfähige und wirtschaftliche Konzepte geprüft. Die Anbindung an die Fernwärme scheidet wegen zu großer Verluste aus. In Sachen Energiegewinnung brachte Josef Sappl senior (CSU) eine Biogasanlage ins Spiel: „Gerade im Sommer fällt beim Bauhof viel Grüngut an.“ Das, so Nohe, wolle er für den weiteren Planungsprozess gerne mitnehmen.

Zustimmung vom Holzkirchner Gemeinderat

„Wichtig war, dass die Bauhofmitarbeiter eingebunden waren“, meinte Martin Taubenberger (FWG), wobei er ergänzte: „Über Geschmäcker lässt sich ja streiten, wobei die Fraunhofer-Halle ein paar Meter weiter ja auch nicht schöner ist.“ Sebastian Franz von der CSU lobte die einfache Struktur, die über viel Know-how verfüge. Seine Frage, ob die auch erweiterbar sei, bejahte Neumann: „Falls es nötig wird, kann das Konzept in Höhe und Länge vergrößert werden.“

Lob kam auch von Robert Wiechmann (Grüne): „Das ist offenkundig durchdacht und der Bauhof fühlt sich mitgenommen, das ist gut so. Wenn jetzt auch noch mit Holz gebaut wird, wäre unsere Fraktion noch glücklicher.“ Für die SPD-Fraktion meinte Elisabeth Dasch: „Wir begrüßen das Konzept sehr. Es ist kompakt, erweiterbar und energetisch durchdacht. Machen wir weiter so.“ hac

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