Gemeinde möchte 30er-Zone optimieren

Holzkirchens Problem mit dem Schleichweg

Zur bestehenden Ampel sollen softe Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Baumgartenstraße Stauflüchtlinge vergrämen und die Anwohner entlasten.
+
Zur bestehenden Ampel sollen softe Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Baumgartenstraße Stauflüchtlinge vergrämen und die Anwohner entlasten.

Holzkirchen – Weil Ausflügler einen Stau auf der Tölzer Straße umgehen wollen, müssen seit Jahren die Anwohner der Baumgartenstraße am Wochenende ein hohes Verkehrsaufkommen erdulden.

Die Problemzone Baumgarten-, Burgstaller- und Holzstraße ist daher nicht umsonst Bestandteil des Holzkirchner Mobilitätskonzepts. Das in Planung befindliche Neubaugebiet an der Tölzer Straße wird die Situation vermutlich nicht vereinfachen. Kürzlich hat sich der Verkehrsausschuss mit der Situation befasst, um eine Lösung aus dem Dilemma zu finden. Es kam heraus, dass radikale Maßnahmen wie bauliche Durchfahrtsbeschränkungen oder die Ausweisung als Anliegerstraße derzeit nicht machbar sind. So blieb als Empfehlung des Ausschusses nur, die ohnehin bestehende 30er Zone zu optimieren. 

Es dürfte nicht wenige Anwohner geben, die sich die im Konzept vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen vorgeschlagene Trennung vom Kfz-Netz, sprich Sperrung, der Baumgartenstraße wünschen würden. Allerdings war diese Idee nur abstrakter Natur. So erklärte es Matthias Reintjes vom Büro Kaulen kürzlich dem Ausschuss. Stattdessen trug er drei andere Lösungsvorschläge vor. Als Erstes wäre eine Anliegerstraße denkbar. Da sich aber der Begriff Anlieger laut Straßenverkehrsordnung sehr weit fassen lässt, sei dies, sagte Reintjes, schwierig. Allein schon, weil neben der Schule auch das Hallenbad und die Tiefgarage an der Straße liegen. Wie die Polizei dem Planer mitteilte, wäre dies nahezu „unkontrollierbar“ und brächte somit kaum eine Verbesserung. 

Ansatz zwei scheitert am Veto der Feuerwehr. Ein sogenannter „modaler Filter“ könnte laut Reintjes den automobilen Durchgangsverkehr mittels baulicher Maßnahmen erschweren und damit mindern. Das aber könnte laut Feuerwehr-Führung dazu führen, dass die Alarmierungszeiten nicht mehr gehalten werden können. Hubert Müller (FWG) stellte das in Frage und schlug vor, sich das vor Ort genauer anzuschauen, wohingegen Johannes Dörder (CSU) sich umgekehrt sorgte, dass im Einsatzfall die Feuerwehrautos nur noch erschwert in die Baumgartenstraße kommen würden. Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) regte an, sich über den Standort der Feuerwehr Gedanken zu machen: „Wir werden irgendwann nicht umhin kommen, uns darüber zu unterhalten.“
Um diesen wie Simon ,Ammer (SPD) feststellte, „gordischen Knoten“ zu zerschlagen, diskutierte das Gremium noch ausgiebig, welche Auswirkung die Südumfahrung hätte und ob eine Sperre und ein kurzes Stück Anliegerstraße nicht doch einfach einmal ausprobiert werden könnte. Diese scheiterten aber letztlich an den bekannten Hinderungsgründen. Um überhaupt „in kleinen Schritten“, wie es der Rathauschef formulierte, eine Verbesserung zu bekommen, einigte sich der Ausschuss schließlich einstimmig, dem Marktgemeinderat die Version drei vorzuschlagen. Diese sieht vor, die bereits bestehende 30er Zone zu optimieren. 

„Schilder alleine reichen nicht“, stellte Reintjes fest und empfahl, mit weiteren Maßnahmen den Schleichwegnutzern die Baumgartenstraße zu vergrämen. Neben Verengungen, markanten farblichen Markierungen der Fahrbahn wie sogenannten Haifischzähnen und einer Rechts-vor-Links-Regelung würde sich dazu eine Bepflanzung eignen. Wie Schmid bei der Beschlussfassung sagte, wolle er aber zu einer der nächsten Marktgemeinderatssitzungen Kreisbrandrat Anton Riblinger und Holzkirchens Kommandant Ludwig Würmseer einladen, um zu besprechen, ob das bestehende Veto der Feuerwehr nicht doch einen Kompromisse zulässt.     hac

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Waakirchens Bürgermeister blickt auf seine Amtszeit zurück
Waakirchens Bürgermeister blickt auf seine Amtszeit zurück
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels
Anrufe durch falsche Polizeibeamte in Holzkirchen und Warngau
Anrufe durch falsche Polizeibeamte in Holzkirchen und Warngau
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Scharfe Kritik an neuem Lockdown
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Scharfe Kritik an neuem Lockdown

Kommentare