Wunsch und Wirklichkeit in Holzkirchen

Das fordert die CSU zum Pilotprojekt „Autofreier Marktplatz“

Die Sperrbake auf der Straße vor dem Holzkirchner Rathaus während des Pilotprojektes „Autofreier Marktplatz“ hielt nicht alle Autofahrer vom Durchfahren ab.
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Die Sperrbake auf der Straße vor dem Holzkirchner Rathaus während des Pilotprojektes „Autofreier Marktplatz“ hielt nicht alle Autofahrer vom Durchfahren ab.

Holzkirchen – Wunsch und Wirklichkeit: Ein erstes Fazit des Pilotprojekts „Autofreier Marktplatz“ fällt ernüchternd aus. Die CSU fordert nun konkrete Schritte.

Am 9. Oktober startete das zweimonatige Pilotprojekt „Autofreier Marktplatz“. Dazu wurde während des Grünen Marktes die Straße vor dem Rathaus gesperrt. Damit sollte getestet werden, wie der Bürgerwunsch, den Ortskern verkehrsberuhigt zu gestalten, in der Realität angenommen wird. Wie die Marktgemeinde jetzt mitteilte, war die erste Auswertung eher ernüchternd. Die CSU-Fraktion beantragte daher kürzlich konkrete Schritte für eine Neugestaltung der zentralen Flächen des Marktes, wie sie im Ortsentwicklungskonzept aus dem Jahre 2006 auf den Wunsch der Bürger hin beschlossen wurden.

„Für die Sperrung bekam ich bisher von Bürgern und Fieranten wenig bis gar keine positive Resonanz“, sagte Bürgermeister Olaf von Löwis am Rande einer Hauptausschusssitzung Anfang Dezember. Angesprochen hatte das Thema SPD-Bürgermeisterkandidatin Elisabeth Dasch, der aufgefallen war, dass die Sperrbake während eines Samstagsmarktes nicht auf der Straße stand. Dafür in die Pflicht genommen hatte der Markt die Fieranten, die die Marktstände vor dem Rathaus betreiben. Waren die nicht vor Ort, fehlte auch die Bake. Eine nicht gerade ideale Konstellation, wie Dasch befand: „Auch wenn die Fieranten vor dem Rathaus fehlen, muss gewährleistet sein, dass die Straße gesperrt ist. Wie sollen sich die Bürger sonst daran gewöhnten?“

Wie die Auswertung zeigte, waren aufgrund der Jahreszeit die Marktstände tatsächlich teilweise unbesetzt. Allerdings hielt auch die aufgestellte Bake nicht jeden Autofahrer davon ab, die Straße trotzdem zu nutzen. Somit war die angestrebte höhere Sicherheit der Fußgänger nicht gegeben. Die vom Rathauschef gemachten Erfahrungen bestätigte auch die Standortförderung. Einige Fieranten und angrenzende Einzelhändler waren mit der Umsetzung der Testphase unzufrieden. Das Fazit: Die gesamte Fläche sollte mittels eines räumlichen Konzeptes kompakter gestaltet und sinnvoller bespielt werden.

Die CSU-Fraktion fordert daher, Nägel mit Köpfen zu machen und brachte dazu kürzlich einen Antrag in die öffentliche Sitzung des Marktgemeinderates ein. Demnach sollen dem Gremium für den Marktplatz eine Vor- und möglichst auch Entwurfsplanung zum nächstmöglichen Zeitpunkt vorgelegt werden. Die Fraktionen sollen dazu ihre Ideen und Vorstellungen einbringen. Ziel des Antrags ist es, „eine hohe Aufenthaltsqualität für die Holzkirchner im Alltag und die Schaffung einer geeigneten Infrastruktur für Marktstände und für Veranstaltungen der örtlichen Vereine zur Belebung des Marktplatzes“ zu schaffen.

Anlass der Testphase „Autofreier Marktplatz“ waren die Erkenntnisse aus dem Bürgergutachten zum Integrierten Mobilitäts- und Ortsentwicklungskonzept für den Markt Holzkirchen. Zentrale Punkte darin sind die Verkehrsberuhigung im Ortskern bei einer gleichzeitigen Belebung öffentlicher Räume. Als wünschenswert wurden eine verbesserte Verkehrssicherheit für Fußgänger auf dem Marktplatz und vor dem Rathaus sowie eine höhere Aufenthaltsqualität und gestalterische Aufwertung des Bereiches gesehen. hac

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