Radfahrer im Fokus

Dunkle Jahreszeit: Polizei Holzkirchen kündigt Kontrollen an

Bank im Nebel im Waitzinger Park in Miesbach
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Grauer Herbst mit schlechten Sichtverhältnissen.

Holzkirchen – Der Herbst hält Einzug und veranlasst die Beamten der Polizeiinspektion Holzkirchen dazu, verstärkt Kontrollen durchzuführen. Im Fokus stehen vor allem Radler.

Wie die Polizeiinspektion Holzkirchen ankündigt, werden die Beamten dort anlässlich der dunklen Jahreszeit wieder vermehrt Kontrollen durchführen. Dabei werden Licht, Reflektoren, Bremsen, Klingel und vieles mehr an Fahrrädern auf Vorhandensein und Funktion geprüft, aber auch die Fahrtüchtigkeit und das Fahrverhalten der Radler an sich. So werden die Beamten unter anderem ahnden, wenn Gehwege widerrechtlich benutzt, rote Ampeln missachtet und elektronische Geräte wie Smartphones verbotswidrig beim Fahren verwendet werden.

„In der Vergangenheit wurden vermehrt Fahrradfahrer aus dem Verkehr gezogen, die mit Schrotträdern ohne Licht und teils nicht verkehrssicheren Fahrrädern bei Dämmerung und Dunkelheit unterwegs waren“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Ausreden wie „Ich fahre mit meinem Bahnhofsradl ja bloß von Daheim bis zum Bahnhof“ bekamen die Beamten oft zu hören. Das Bewusstsein, wie gefährlich es ist, ohne ausreichende Beleuchtung unterwegs zu sein, fehle häufig.

Große Verwunderung und Unverständnis bestünden dann, wenn man auch als Fahrradfahrer eine Anzeige mit Punkten in Flensburg kassiere. „Dies wiederum kann sich auch auf den Führerschein auswirken“, erklärt die Polizei. Während beispielsweise das Verwenden elektronischer Geräte in vorschriftswidriger Weise während der Fahrt mit dem Fahrrad nur mit 55 Euro verwarnt wird, sind Rotlichtverstöße mit dem Fahrrad nach dem Bußgeldkatalog mit 60 bis 180 Euro und einem Punkt in Flensburg bewehrt. Ein Überqueren von geschlossenen Bahnschranken mit einem Fahrrad schreibt einen Bußgeldsatz von 350 Euro und einen Punkt vor. Das Verwenden von Geräten, die das Gehör während des Fahrradfahrens beeinträchtigen, ist ebenso ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung. Werden Verstöße mit Gefährdung anderer begangen, sind die Verwarnungs- und Bußgelder entsprechend höher angesetzt.

Allgemein rät die Polizei zu gegenseitiger Rücksichtnahme im Straßenverkehr, vor allem zu Schulwegzeiten. Kritische Verkehrssituationen können so ohne Verletzungen und Schäden gemeistert werden. Auch Fahrradfahrer können Vorfahrtsverstöße begehen und bedenken dabei oft nicht, dass sie keine Knautschzone haben. Jederzeit muss auch mit dem Fehlverhalten anderer gerechnet werden. „Schwere Unfälle mit erheblichen Verletzungen sind dabei nicht die Ausnahme“, teilt die Polizei mit. "Kinder, Jugendliche und Senioren sind aufgrund ihrer verminderten Wahrnehmungsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit besonders gefährdet." Auffällige, helle, reflektierende Kleidung ist da von Vorteil, appellieren die Beamten in Holzkirchen. Sollte es trotz bester Vor- und Rücksicht zu einem Unfall kommen, verhindern Helme meist schlimmere Verletzungen.

„Nicht zu vergessen ist die 1,6-Promille-Grenze für Fahrradfahrer, welche als absolute Fahruntüchtigkeit angesehen wird“, erklärt die Polizei. "Die Gefahr, dadurch im Strafverfahren den Führerschein zu verlieren, ist größer, als gedacht." Die Polizei rät erneut: Kein Alkohol am (Fahrrad-)Steuer.

Allgemein gilt: Alle Verkehrsteilnehmer haben sich an die Regeln der StVO zu halten, egal ob Fußgänger, Fahrradfahrer oder Kraftfahrzeugführer. Für Fragen zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr sowie zu verkehrssicheren Fahrrädern stehen die Beamten der Polizeiinspektion Holzkirchen mit Rat zur Seite. ksl

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