Herzstück Grünanger

Holzkirchen: Siegerentwurf für Baugebiet Tölzer Straße findet Zuspruch

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So könnte das neue Wohngebiet an der Tölzer Straße aussehen. Das Herzstück bildet der „Grünanger“.

Holzkirchen – Das Konzept für die Bebauung der freien Wiese an der Tölzer Straße in Holzkirchen steht. Ende Juni entschied die Jury beim städtebaulichen Realisierungswettbewerb „Wohnen zwischen Tölzer Straße und Baumgartenstraße“. Dabei überzeugte das Konzept des Münchner Architektur- und Ingenieurbüros Sturm, Peter+Peter (SPP) alle Preisrichter. Unterstützt wird die Arbeit vom ebenfalls in München ansässigen Landschaftsarchitekten-Büro TRR. Kürzlich wurde nun im Marktgemeinderat der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit Grünordnung einstimmig auf den Weg gebracht.

Marktbaumeister Florens Hintler erläuterte eingangs die Wettbewerbskriterien des Projekts. Demnach standen zentrumsnahes Wohnen, eine Kindertagesstätte und Einzelhandelsgeschäfte auf der Liste. Dazu soll die Bebauung dem Bedarf aller Generationen gerecht werden und ein nachbarschaftliches Miteinander anregen. Weiterhin mussten der aktuelle Bestand und die umliegende Landschaft in die Planungen integriert werden, ein attraktives Wegenetz für Fußgänger und Radfahrer entstehen sowie gut nutzbare private, gemeinschaftliche und öffentliche Freiflächen geschaffen werden. Der dann von Christine Peter vorgestellte Siegerentwurf besticht durch seine Grünachse: „Dieser Grünanger bildet sozusagen das Herzstück der Anlage“, sagte Peter und verwies darauf, dass der gesamte Innenraum praktisch autofrei werden solle. An der Tölzer Straße haben die Architekten zwei in sich verschränkte kompakte L-förmige Baukörper vorgesehen, die auch als Lärmschutz dienen sollen. In diesem Bereich ist auch ein Kindergarten für acht Gruppen vorgesehen. In den Erdgeschossen dieser Gebäude sollen Geschäfte und ein Supermarkt Platz finden. Ein Ladehof zwischen den Blöcken soll den Anlieferverkehr verträglich gestalten.

Für die Obergeschosse ist eine Wohnbebauung geplant. In Richtung Baumgartenstraße werden die Hofräume dann durchlässiger und die Baukörper etwas niedriger. Damit ist die Anpassung an die bestehende Bebauung gewährleistet. „Wir haben uns einfach an die Kriterien gehalten und versucht, ein in sich stimmiges und funktionsfähiges Konzept zu entwickeln, das sich in zwei Bauabschnitten realisieren lässt und mit dem sich vor allem die Bewohner identifizieren können“, fasste Christine Peter das Siegerkonzept zusammen. Zufrieden darüber zeigte sich Christoph Schmid (CSU): „Ich möchte herausstellen, dass die Grundeigentümer sehr konstruktiv mitgearbeitet und sogar auf bestehendes Baurecht verzichtet haben. Mir gefällt zudem, dass es der zweistufige Ausbau ermöglicht, dass der landwirtschaftliche Betrieb an der Holzstraße weiter seinem Gewerbe nachgehen kann, so lange er dies möchte.“ Sein Fraktionskollege Josef Sappl sen. möchte gerne die Einfahrten in die Tiefgarage noch mal unter die Lupe nehmen, um günstigere Lösungen zu finden und zudem die Verkehrsentwicklung der Tölzer Straße im Auge zu behalten. Einen aufmerksamen Blick auf die Verkehrsentwicklung forderte auch Birgit Eibl (FWG): „Eventuell sollten wir die Burgstallerstraße als Anliegerstraße ausweisen. Im Großen und Ganzen ist der Entwurf aber sehr gefällig und wir können dem zustimmen.“ Grünen-Bürgermeisterkandidat Robert Wiechmann verwies darauf, dass es jetzt erst in die Erarbeitung technischer Detaillösungen gehen könne: „Mit der Ausarbeitung der Kriterien mit Kommunalpolitik und Grundstückseigentürmer haben wir einen positiven Prozess angestoßen. Ich sehe diesem Top-Projekt daher sehr optimistisch entgegen.“ Bürgermeister Olaf von Löwis versicherte auch in Richtung der zahlreichen Zuhörer: „Unser Ziel ist es, hier etwas Nachhaltiges entstehen zu lassen. Der Marktgemeinderat ist sich seiner hohen Verantwortung bewusst und wird das Projekt weiterhin intensiv begleiten.“ hac

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