Vorgaben erarbeitet

Das sagen Spezialisten zum Bauprojekt an der Holzkirchner Mittelschule

An der Holzkirchner Mittelschule nagt der Zahn der Zeit: Mit dem Ersatzneubau möchte die Marktgemeinde einen Sprung zum modernen Lernen vollziehen.
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An der Holzkirchner Mittelschule nagt der Zahn der Zeit: Mit dem Ersatzneubau möchte die Marktgemeinde einen Sprung zum modernen Lernen vollziehen.

Holzkirchen – Wie die neue Holzkirchner Mittelschule aussehen soll, haben auch Lehrer und Schüler mitbestimmt. Nun sind Vorgaben erarbeitet, sodass der Architektenwettbewerb starten kann.

Holzkirchen möchte bei der neuen Mittelschule von Anfang an Nägel mit Köpfen machen. Daher wurde das Büro Lernlandschaft (LLS) aus dem mittelfränkischen Röckingen engagiert, die Bedürfnisse für ein modernes Lernkonzept mit allen Beteiligten zu eruieren und in einem Raumfunktionsbuch (RFB) niederzuschreiben. Das Ergebnis wurde kürzlich in der Sitzung des Gemeinderats vorgestellt.

Demnach sollen 16 Klassenzimmer als sogenannte Cluster mit erweitertem Lernraum entstehen. Außerdem empfahlen die Spezialisten, um zwei zusätzliche Klassenzimmer zu erweitern. Die Vorschläge wurden einstimmig begrüßt und dienen nun als Grundlage für den Architektenwettbewerb.

Bürgermeister Christoph Schmid sprach bei dem Verfahren von einem Perspektivenwechsel, der gut und richtig sei, und meinte damit, erst mit einem Nutzerbeteiligungsverfahren den Anforderungskatalog für die neue Schule zu ermitteln und dann den Architektenwettbewerb auszuschreiben.

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Wie LLS-Geschäftsführerin Karin Doberer erklärte, fanden unter anderem Workshops statt, an denen Lehrer, Gemeinderatsmitglieder und Mitarbeiter der Verwaltung teilgenommen haben, um den optimalen Bedarf zu ermitteln. Auch Schüler konnten ein Wörtchen mitreden, pandemie-bedingt allerdings nur online.

Als Ergebnis entstand das Raumfunktionsbuch (RFB), das 16 Klassenzimmer als Cluster – also Lernwohnungen – vorsieht. Dabei ist ein Cluster mit vier Klassen für die Jahrgangsstufen 5 und 6 vorgesehen. Die höheren Jahrgangsstufen mit zwölf Klassen teilen sich zwei 6er-Cluster. Die Cluster werden durch Lehrer-Arbeitsplätze und moderne Fachräume sowie mit einem Gemeinschaftsbereich ergänzt, der sozusagen das Herz der Schule werden soll.

Damit im Bedarfsfall auch einzelne Klassenzimmer durch die benachbarte Grundschule genutzt werden können, werden diese direkt ans Treppenhaus angebunden. Außerdem berücksichtigt die Planung einen offenen Ganztagsbereich für die Hälfte der Schüler. Doberer ist überzeugt, dass die neue Mittelschule für Generationen von Holzkirchnern eine Riesenalternative sein werde. So stellt das vorgestellte Konzept auch eine Abkehr vom Frontalunterricht dar, das künftig stärkere und schwächere Schüler gleich gut mitnehmen wird.

„Ein wirklich tolles Ergebnis“, meinte CSU-Gemeinderätin Martina Schweighofer, die selbst an der Mittelschule unterrichtet. „Speziell die großen Räume waren ein Wunsch des Kollegiums, der vollumfänglich berücksichtigt wurde.“

Elisabeth Dasch (SPD) lobte, dass seitens des Büros LLS immer auch die Förderfähigkeit im Auge behalten wurde. Mit 3.783 Quadratmetern liegt der Neubau sogar noch unter der förderbaren Maximalfläche von etwas über 4.100 Quadratmeter. Damit dürfen die auf rund 30 Millionen Euro geschätzten Baukosten etwa zur Hälfte bezuschusst werden.

Zustimmung fand auch, dass der Neubau direkt um zwei Klassen erweitert werden soll. An dem ausgetüftelten Raumfunktionsbuch haben sich jetzt alle Planer zu orientieren, die sich an der Ausschreibung beteiligen wollen. Derzeit wird für den Architektenwettbewerb noch ein Betreuer gesucht. Im Idealfall könne, wie Bürgermeister Schmid sagte, im Sommer 2022 mit den Bauarbeiten begonnen werden. hac

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