Bei Gastspiel in Holzkirchen

Warum die Tierschutzorganisation Peta Anzeige gegen den Circus Alfons William erstattet

Landratsamt Miesbach
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Holzkirchen – Wirbel um ein kleines Lama-Baby: Weil es mitten bei der Tournee geboren wurde, hat der Circus Alfons William nun Ärger.

Süß finden es die einen, empörend die anderen: Im Circus Alfons William ist jüngst beim Gastspiel in Holzkirchen ein Lama-Baby geboren worden. Das hat die Tierschutzorganisation Peta auf den Plan gerufen, die gegen den Zirkusverantwortlichen Anzeige beim Miesbacher Veterinäramt erstattet hat. Der Vorwurf: Das noch trächtige Tier hätte nicht unnötig transportiert werden dürfen. Völlig unverständlich findet das Zirkuschef Alfons William.

Das kleine Lama-Fohlen Elsa ist mit seinem kuscheligen Fell und den dunklen Kulleraugen derzeit der heimliche Star im Circus Alfons William. Weniger Begeisterungsstürme löste die Geburt des Zirkustieres bei den Tierschützern aus: „Gemäß den Tierschutzrichtlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dürfen hochschwangere und säugende Tiere ausdrücklich keinen Reisestrapazen ausgesetzt werden“, klagt Peta in einer Pressemitteilung an. „Circus William ist jedoch seit Monaten auf Tournee.“ Daher hat die Tierschutzorganisation Peta das Veterinäramt aufgefordert, ein Bußgeldverfahren gegen den Zirkus einzuleiten und den Richtlinien folgend umgehend ein Reiseverbot für die Tiermutter und das Lama-Kind zu verhängen.

Zirkusleiter Alfons William zeigte sich auf Nachfrage sehr verärgert ob der Anschuldigungen: Schließlich seien die Tiere lediglich von Miesbach nach Holzkirchen gebracht worden, wo ihnen zwei Tierzelte zur Verfügung stünden. „Sie haben Wasser und sie haben Futter. Die Tiere sind im Zirkus groß geworden. Sie sind das Reisen gewohnt wie unsere Kinder auch“, sagte William. Zudem werden Zirkusse regelmäßig von den zuständigen Veterinärämtern überprüft. Den Tierschützern sei daran gelegen, Zirkusse in ein schlechtes Licht zu rücken, klagte der Zirkusleiter: „Wenn sie Bilder schießen, schneiden sie die sich so zusammen, wie sie es brauchen.“

Die Tierschutzorganisation fordert laut eigener Aussage ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, „denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod“. Es sei „eine gängige Masche der Zirkusbetriebe, mit Tierbabys Besucher anzulocken“, erläutert Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta. „Dabei gehen die Unternehmen sogar mit hochschwangeren Tieren auf Reisen – entgegen den ausdrücklichen Tierschutzbestimmungen. Auch nach der Geburt müssen Jungtier und Mutter laut Vorgaben für einige Zeit vor Reisestrapazen geschützt werden. Einmal mehr zeigt sich, dass Zirkusbetreiber Tiere nur als Betriebskapital ansehen.“

Peta zitiert in seiner Mitteilung aus den Zirkusleitlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: „Das Mitführen von hochtragenden, in der Geburt befindlichen und säugenden Zirkustieren im Reisebetrieb wird grundsätzlich abgelehnt.“ Die Tierschützer fordern, Deutschland solle dem Beispiel anderer Staaten folgen: „Griechenland, Malta und Zypern haben die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben bereits komplett verboten.“ she

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