Geschäfte sollen bleiben

Holzkirchen verhängt Veränderungssperre: Dieser Bereich ist betroffen

Veränderungssperre Münchner Straße Holzkirchen
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Die Veränderungssperre an der Münchner Straße in Holzkirchen gilt in den gelb und grün hinterlegten Bereichen. Gelb zeigt den bisherigen rechtskräftigen Bebauungsplan, grün die nun vom Gemeinderat beschlossenen hinzukommenden Flächen.

Holzkirchen – Um die Ortsmitte in Holzkirchen zu schützen, hat der Gemeinderat nun eine Veränderungssperre erlassen. Ausnahmen sind aber möglich.

Bereits im Juli 2021 haben die Holzkirchner Marktgemeinderäte über die vermehrten Anträge von Nutzungsänderungen von Gewerbe- in Wohnbereich entlang der Münchner Straße zwischen Bahnhof und Marktplatz diskutiert. Um dieses Gebiet gemäß den Zielen des Ortsentwicklungskonzepts als Handels- und Dienstleistungsstandort zu stärken, wurde schließlich ein Bebauungsplanverfahren angestoßen.

In seiner Dezembersitzung hat das Gremium nachgesteuert und einstimmig beschlossen, den Bereich zu erweitern und darüber eine Veränderungssperre zu verhängen. Damit war auch die Ablehnung eines Antrags zur Umwidmung von Geschäfts- in Wohnräumen einer noch nicht fertiggestellten Immobilie an der Rosenheimer Straße nur noch Makulatur.

Erhalt eines vitalen Ortszentrums

Wohndruck hin oder her, die Münchner Straße soll nach dem Willen der Marktgemeinderäte als wichtiges Verbindungsglied zwischen Bahnhof und Marktplatz weiter zum Flanieren einladen und ein belebtes Ortszentrum mit Aufenthaltsqualität und Einkaufsmöglichkeiten sein. So steht es, wie Doris Hötzendorfer vom Bauamt anmerkte, auch im Holzkirchner Ortsentwicklungskonzept. Bei Festlegung des nun erweiterten Umgriffs wurde auf Empfehlung Hötzendorfers genau hingeschaut, um nicht den anstehenden Umgestaltungen des Bahnhofs und des Marktplatzes in die Quere zu kommen.

„Maßnahmen zum Erhalt eines vitalen Zentrums sind richtige und wichtige Schritte“, meinte dann auch Sebastian Franz (CSU). Als nur konsequent und logisch bezeichnete Simon Ammer (SPD) den Beschlussvorschlag. Ulrike Küster (Grüne) begrüßte, dass das Ortsentwicklungskonzept mit Leben gefüllt werde. Auf Unverständnis stieß in diesem Zusammenhang der Antrag des Bauherrn, der an der Rosenheimer Straße vier Mehrfamilienhäusern mit genehmigten 18 Wohneinheiten und einer Gewerbeeinheit baut. Dass er diese nun nachträglich in zwei Wohnungen umfunktionieren möchte, konnte niemand nachvollziehen.

Veränderungssperre für zwei Jahre

„Das ist ein Mischgebiet, das Verhältnis von 18:1 eh schon grenzwertig“, stellte Bürgermeister Christoph Schmid leicht angesäuert fest. Angesichts dessen und da die Gebäude noch nicht mal fertig sind, sagte Robert Wiechmann (Grüne) verärgert: „Das macht mich sprachlos. So etwas geht gar nicht.“ Michael Wohlschläger (CSU) legte nach: „Das finde ich echt frech.“ Hubert Müller (FWG) empfand den Antrag gar als dreist.

Dementsprechend einstimmig fielen dann auch die Ablehnung des Antrags und die Verhängung der Veränderungssperre aus. Diese gilt laut Hötzdendorfer zunächst für zwei Jahre, wobei aber Ausnahmen möglich sind. hac

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