ÖPNV als Zukunftsthema

Warum die Junge Union mit Olaf von Löwis durch den Landkreis fährt

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Der Kreisverband der JU hat Landratskandidat Olaf von Löwis (3.v.r.) zu einer ÖPNV-Tour durch den Landkreis eingeladen. Besonders begeistert zeigte sich der JU-Kreisvorsitzende Thomas Klotz (r.) vom Bericht des Geschäftsführers der Tegernsee-Bahn, Heino Seeger (hinten 4.v.r.).

Tegernsee – Das Thema ÖPNV prägt den Landkreis. Die Junge Union hat das Thema nun angepackt und sich dazu wichtige Unterstützung ins Boot geholt.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist das Zukunftsthema für den Landkreis, erklärt der Kreisvorsitzende der Jungen Union (JU) Miesbach, Thomas Klotz. Daher haben die jungen Konservativen den designierten CSU-Landratskandidaten Olaf von Löwis zu einer ÖPNV-Tour durch den Landkreis eingeladen.

In Holzkirchen stellte die JU von Löwis vor die erste große Aufgabe: Das günstigste Ticket für mehrere Personen für die BOB-Strecke nach Tegernsee und für die Busstrecke von dort nach Agatharied finden. Nachdem die Option, die Tickets online zu erwerben, wegen der Unübersichtlichkeit der Digitalangebote schnell verworfen wurde, kaufte von Löwis die Tickets letztlich am Schalter – allerdings nur bis Tegernsee. Die Bustickets konnte er erst beim Busfahrer kaufen.

Als die Gruppe pünktlich am Bahnhof Tegernsee eintraf, wurde sie von Heino Seeger empfangen. Der Geschäftsführer der Tegernsee-Bahn erläuterte die Entstehungsgeschichte seines Unternehmens und die Herausforderungen, vor denen der öffentliche und der Schienennahverkehr im Landkreis stehen. „Wir merken, dass wir einen deutlichen Rückgang beim Fahrkartenverkauf haben. Die Leute haben genug von den Schlechtleistungen“, sagte Seeger. Vor allem Pendler würden vom Zug aufs Auto umsteigen. „Das sehen viele als verlässlichere Alternative.“ Noch dramatischer sehe es allerdings bei den Busverbindungen aus.

„So schlecht wie derzeit war es noch nie“

Olaf von Löwis dazu: „Da gilt es einiges aufzuholen. Gerade die Forderungen der Kreis-CSU, dem MVV beizutreten und die Oberlandstrecken zu elektrifizieren, sind wichtig, um den ÖPNV voranzubringen.“ Die Kreis-JU fordert, dass die verantwortlichen Politiker im Landkreis nicht nur verwalten. „Wir müssen auch den Mut haben, uns Gedanken darüber zu machen, wie wir uns in 15 Jahren im Landkreis fortbewegen wollen“, sagt Klotz.

Derzeit sieht der Kreisvorsitzende hier aber wenig Ambitionen beim politischen Spitzenpersonal im Landkreis, zumal der Landkreis derzeit das oberbayernweite Schlusslicht bei den Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel ist. Dies wurde auch von der ältesten von rund 30 Teilnehmern bestätigt: Die Dürnbacherin, die seit 1956 ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel im Landkreis nutzt, sagte: „So schlecht wie derzeit war es noch nie.“ Früher seien die Busse regelmäßiger gefahren. Für sie sei es einfacher, nach München zu fahren, als öffentlich zum Kreiskrankenhaus in Agatharied zu kommen.

„Es sind vor allem junge und ältere Bewohner des Landkreises, die auf den ÖPNV angewiesen sind. Wir sollten zum einen mehr Geld investieren, um die derzeit schlechte Situation zu verbessern. Die Busquerverbindungen zwischen den Schienentrassen sollten ausgebaut werden. Ein dichterer Takt mit kleineren Bussen könnte hier ein Lösungsansatz sein. Hier ist der Landkreis in der Verantwortung. Zum anderen ist es wichtig, weiterzudenken. Beim Schienenpersonennahverkehr brauchen wir unbedingt eine Elektrifizierung der Bahnstrecken ins Oberland und mehr zweigleisige Streckenabschnitte. Außerdem ist es höchste Zeit, eine zukunftsfähige Lösung des Verkehrsproblems im Tegernseer Tal zu erarbeiten. Dabei darf es keine Denkverbote geben“, sagt Klotz abschließend. ksl

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