Katerstimmung beklagt

Holzkirchner Gemeinderat schickt Sportentwicklungsplan in Verlängerung

Sportentwicklungsplan Holzkirchen
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Ein Konzept für Laufsportwege war eine Maßnahme im Holzkirchner Sportentwicklungsplan.

Holzkirchen – Zu langsam, zu vage und zu unpräzise: Einige Gemeinderäte in Holzkirchen zeigten sich eher enttäuscht von der Prioritätenliste des Sportentwicklungsplans.

Mit dem Beschlussvorschlag der Holzkirchner Verwaltung, wie und mit welchen Prioritäten Maßnahmen aus dem Sportentwicklungsplan umgesetzt werden sollen, waren die Marktgemeinderäte kürzlich nicht einverstanden. Zu langsam, zu vage und zu unpräzise, lauteten die Vorwürfe. Außerdem vermissten einige Räte konkrete Aussagen, wie es mit dem Moarhölzl als künftige Sportstätte steht.

Lob bekam hingegen der Vorschlag, ab dem Haushaltsjahr 2021 Sonderrücklagen in Höhe von 200.000 Euro für die Sportentwicklung zu bilden. Schließlich wurde das Thema in den Hauptausschuss verwiesen, um dort nochmals zu beraten.

Kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen für Holzkirchen

Den Auftrag, die nun vorgestellte Prioritätenliste zu erstellen, erteilten die Marktgemeinderäte der Verwaltung im Oktober 2020. Als Grundlage dienten die Empfehlungen des Instituts für kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS) und Workshops, in denen auch Sportvereine und Schulen vertreten waren.

Die Liste, die Standortförderin Eva-Maria Schmitz vortrug und mit Bürgermeister Christoph Schmid erläuterte, beinhaltete kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen.

  • Zu den kurzfristigen, die binnen drei Jahren umgesetzt werden sollen, gehören digitale Information über die Hallenbelegung, die Erstellung eines Konzeptes für Laufsportwege und ein geschärfter Blick auf bewegungsfreundliche Schulhöfe, wie dies bereits in den Auslobungsunterlagen der Mittelschule gemacht wurde.
  • Als mittelfristige Ziele für die nächsten vier bis sechs Jahre sollten die öffentlichen Räume für Sport und Bewegung unter die Lupe genommen werden. Grund dafür ist, dass rund 70 Prozent der Spielplätze für Kinder bis vier Jahre ausgelegt sind, dies aber nicht mit dem demografischen Wandel zusammenpasst. Außerdem soll in dieser Zeit eine Standortanalyse für verschiedene Sportarten durchgeführt werden, bei der auch die Bedeutung des Moarhölzls als Sportanlage beleuchtet werden soll.
  • Diese Überlegungen sollen schließlich als langfristiges Ziel in den nächsten sieben bis 15 Jahren zur Realisierung größerer Sportanlagen führen.
  • Als Daueraufgabe wurde darüber hinaus die Schaffung einer jährlichen Sonderrücklage ab dem Haushaltsjahr 2021 in Höhe von 200.000 Euro für die Sportentwicklung vorgeschlagen.

Moritz Remuta (Grüne) bezeichnete das Vorgetragene mit Ausnahme der Sonderrücklage als enttäuschend. Er vermisste unter anderem eine Aussage, wie die Zusammenarbeit mit den Vereinen passiert, die ihre Mitwirkung bei der Umsetzung des Sportentwicklungsplans zugesagt haben.

Hier hakte auch Michael Wohlschläger (CSU) ein: „Bei der Bürgerversammlung 2018 wurde den Föchingern eine neue Sporthalle versprochen, die finde ich hier genauso wenig wie den Kunstrasenplatz, über den wir schon gesprochen hatten.“

Hubertusstadion fehlt Gemeinderäten

Ähnlich äußerte sich Hubert Müller (FWG) zum Thema Eisstadion: „Was ist mit dem Hubertusstadion? Da hat sich seit 50 Jahren nichts getan.“ Ergänzend meinte er noch: „Für eine digitale Hallenbelegung brauche ich keinen Sportentwicklungsplan, und bewegungsfreundliche Schulhöfe sollten selbstverständlich sein.“

In Bezug auf den Platz für ein künftiges Eisstadion stellte Josef Sappl sen. fest: „Mir geht das zu langsam. Wir können da doch gar nicht diskutieren, weil wir immer noch nicht wissen, worüber. Es ist höchste Zeit, den ersten Schritt zu gehen.“

Dass dies oder überhaupt eine Sportanlage im Moarhölzl entsteht, sieht Robert Wiechmann (Grüne) als noch nicht gesetzt. Er schlug vor, den Beschluss zu vertagen und darüber nochmals in den Fraktionen zu sprechen. Er warnte aber auch davor, sich Fantastereien hinzugeben.

Konkretisierungsbedarf und Katerstimmung

Konkretisierungsbedarf sah auch CSU-Fraktionssprecher Sebastian Franz: „Ein erster guter Aufschlag, den wir aber noch einmal im Hauptausschuss weiterentwickeln sollten.“

Von Katerstimmung sprach Wolfgang Huber (SPD): „Wir sind in den Workshops voller Euphorie gewesen und nach fünf Monaten haben wir digitale Hallenpläne. Was wir aber brauchen, sind klare Visionen, wie es mit Fußball, Eissport und Tennis weitergeht.“

Thema im Hauptausschuss nochmal angehen

Zu den von Huber angesprochenen Projektskizzen fürs Moarhölzl, die seit 20 Jahren existieren, meinte Bürgermeister Christoph Schmid: „Ich würde die Euphorie gerne teilen, aber vergaloppiert haben wir uns die vergangenen 30 Jahre. Die Erschließung vom Moarhölzl ist noch völlig ungeklärt und handgemachte Skizzen helfen da nicht weiter.“

Der Rathauschef entsprach schließlich dem mehrfach geäußerten Wunsch, keinen Beschluss zu fassen und das Thema im Hauptausschuss nochmal anzugehen. hac

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