Planung wird konkret

Holzkirchner Ortsbus: Feste Linie und Rufbus sollen Fahrten attraktiv machen

Ortsbus Holzkirchen
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Ab Herbst 2022 sollen in Holzkirchen eine attraktive Ortsbuslinie und ein On-demand-System für eine gute Anbindung an andere Verkehrsmittel des ÖPNV sorgen.

Holzkirchen – Holzkirchen möchte den Ortsbus verbessern. Jüngst haben die Marktgemeinderäte Ideen dafür gesammelt.

Kürzlich wurde bei der Sitzung des Marktgemeinderats in Holzkirchen diskutiert, wie es mit dem Ortsbus ab September 2022 weitergehen soll. Letztlich folgte das Gremium dem in einer Arbeitssitzung ausgetüftelten Vorschlag, dass nur noch eine Linie vom Bahnhof in die Gewerbegebiete Ost und Nord im 30-Minuten-Takt fahren solle. Das restliche Gemeindegebiet soll dann über ein sogenanntes On-demand-System mit einem Rufbus versorgt werden. Überlegungen, die Nachbargemeinden Valley und Warngau mit einzubeziehen, wurden zunächst aufgegeben, weil mit diesen noch keine Einigung erzielt werden konnte.

„Es pressiert!“, stellte Peter Schiffmann, Fachbereichsleiter Verkehr beim Landratsamt, nüchtern fest, als er mit Eva-Maria Schmitz von der Standortförderung den Marktgemeinderäten die erarbeiteten Vorschläge vortrug. Grund für die Eile ist, dass die Trägerschaft des Ortsbusses von den Gemeindewerken an den Landkreis übergeben werden und die neue Ausschreibung durch den Landkreis bis Ende 2020 stehen musste.

Auf Vorschlag des beratenden Büros Gevas sowie des Orts- und Verkehrsausschusses wird der Ortsbusverkehr auf eine Linie verschlankt, die dann im 30-Minuten-Takt zwischen Bahnhof und den Gewerbegebieten von Montag bis Freitag, jeweils von 6.30 bis 20 Uhr, verkehren soll. Mit einer errechneten Fahrzeit von 23 Minuten soll eine gute Erreichbarkeit anderer ÖPNV-Angebote sichergestellt sein. Die Jahreskilometerleistung liegt bei zirka 63.000 Kilometer. Die Gesamtkosten für den Ortsbus betragen ohne Verrechnung der Fahrkarten rund 190.000 Euro im Jahr. Ausgeschrieben werden soll zunächst für fünf Jahre. Schiffmann betonte, dass es bei dem Beschluss noch nicht um jedes kleine Detail gehe: „Änderungen im geschätzten Umfang von 25 Prozent können wir jederzeit vornehmen.“

Holzkirchner Ortsbus: Harsche Kritik in Richtung Bosch

Vom Vorschlag von Ulrike Küster (Grüne), die Linie doch über Fellach und Föching fahren zu lassen, riet der Verkehrsexperte ab: „Die dann deutlich längere Fahrzeit würde die Linie ziemlich unattraktiv machen.“ Auch der schriftliche Antrag ihres Fraktionskollegen Karl Bär, Sachsenkam und Großhartpenning mit einzubinden und dafür Gelder aus einem neuen bayerischen Förderprogramm in Anspruch zu nehmen, fiel auf keinen fruchtbaren Boden. Auch weil dies, wie Schiffmann feststellte, eine landkreisübergreifende Maßnahme darstellt.

Harsche Kritik in Richtung Bosch kam von Robert Wiechmann (Grüne), der dem Unternehmen vorwarf, zwar das halbe Gewerbegebiet zu besetzen, sich aber finanziell nicht an der Linie zu beteiligen: „Vorsichtig ausgedrückt: Das ist nicht toll.“ Das wollte wiederum Schmitz so nicht stehenlassen: „Das stimmt so nicht ganz. Wir sind in Gesprächen und es besteht grundsätzliches Interesse.“

Simon Ammer (SPD) erinnerte daran, dass lediglich ein Grundsatzbeschluss gefasst werden soll: „Die Linie ist ein Quantensprung für den ÖPNV in Holzkirchen und das On-demand-System eine gute Lösung.“ Damit nämlich die bisher von Ortsbussen angefahrenen Ortsteile angebunden bleiben, soll ein On-demand-System installiert werden. Der Bedarf soll flexibel und per Telefon oder App angemeldet werden können. Das, so Bürgermeister Christoph Schmid, habe er auch mit den Behindertenbeauftragten besprochen, die davon angetan waren.

Holzkirchner Ortsbus: Neue Fahrpreise festgelegt

Auch über die Fahrpreise wurde bei der Sitzung abgestimmt. Das Tagesticket für Erwachsene soll 2 Euro kosten. Kinder und Senioren zahlen 1 Euro. Der Vorschlag von Ulrike Küster, dass neben den Inhabern der Holzkirchen-Card auch Kinder und Senioren kostenlos fahren dürfen, wurde mehrheitlich abgelehnt. „Ich glaube, wir wollen doch alle letztlich das Gleiche: Ein funktionierendes System, das an den weiterhin bestehenden ÖPNV andockt und keine heiße Luft durch die Gegend fährt“, warb der Rathauschef schließlich für den Beschluss, der dann auch einstimmig fiel.

Demnach kann die Ausschreibung durch den Landkreis nun erfolgen. Außerdem wurde beschlossen, dass die Verwaltung ein Büro beauftragen soll, das ein passgenaues On-demand System für den Markt Holzkirchen erarbeiteten soll. hac

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