Gut, aber ausbaufähig

Diese Leitziele und Empfehlungen nennt der Holzkirchner Sportentwicklungsplan

Eisfläche am Hubertusstadion in Holzkirchen
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Schon vor dem Sportentwicklungsplan stand fest, dass sich Holzkirchen für das Hubertusstadion etwas überlegen muss. Ohne einen Hallenneubau aus den Augen zu verlieren, könnte eine mobile Eisfläche als kurzfristiger Ersatz dienen.

Holzkirchen – Neun Leitziele und 30 konkrete Empfehlungen gehen aus dem im Holzkirchner Gemeinderat vorgestellten Sportentwicklungsplan hervor. Nun gilt es, Prioritäten zu setzen.

Holzkirchen im Sommer 2018: Der Runde Tisch Sportstätten wird ins Leben gerufen, um zu beleuchten, wie die Sportanlagen in der Marktgemeinde weiter entwickelt werden können. Nachdem die notwendigen Grundlagen analysiert wurden, sind Vertreter von Politik, Kitas, Schulen und Vereinen in den Beteiligungsprozess eingestiegen. Die Ergebnisse des Planungsworkshops wurden dem Marktgemeinderat bei dessen jüngster Sitzung vorgestellt. Ergebnis: Das Angebot ist nicht schlecht, aber die Kommunikation ist verbesserungsfähig. Neun Leitziele und 30 konkrete Empfehlungen wurden dem Gremium vorgestellt, das nun entscheiden soll, wie diese priorisiert und umgesetzt werden können.

Vorgestellt wurde der Sportentwicklungsplan von Stefan Eckl vom Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS) in Stuttgart. Wie der Analyst sagte, bescheinigt eine repräsentative Umfrage den Sportvereinen und anderen Anbietern eigentlich ein gutes Sport- und Bewegungsangebot. Allerdings ist dies schlecht kommuniziert und könnte punktuell ausgebaut werden. Im Hinblick auf Sport- und Bewegungsräume wird empfohlen, Lauf- und Radsportaktivitäten zu fördern. Ausgewählte Laufstrecken zu beleuchten oder eine sogenannte Finnenlaufbahn mit Fitnessgeräten zu schaffen, könnte dabei Abhilfe schaffen.

Da die meisten sportlichen Aktivitäten im öffentlichen Raum stattfinden, sollte angestrebt werden, Schulsportanlagen zu öffnen. Wobei Eckl darauf hinwies, dass dazu für die Anlage am Gymnasium die Bereitschaft des Landkreises vorausgesetzt ist. „Mir ist auch die Problematik um den MTB-Sport bekannt, dennoch sollte überlegt werden, ob dafür nicht Trails ausgewiesen werden können“, sagte Eckl und schlug vor, den Kids-Bike-Platz im Moarhölzl aufzuwerten. Für den Sommer sieht Eckl die Sportplatzkapazitäten als ausreichend. Im Winter fehlen hingegen insbesondere Trainingsmöglichkeiten für den Fußball. Wie er sagte, fand bei dem Workshop der Vorschlag Konsens, den Trainingsplatz der SF Föching mit Kunstrasen zu versehen und vereinsübergreifend zu nutzen.

Als Entwicklungspotenzial für den TuS Holzkirchen sieht das Gutachten vor, die Vereinstätigkeiten mittel- bis langfristig ins Moarhölzl zu verlagern und entsprechende Anlagen zu bauen. An der Haidstraße sollte dann aus Gründen der guten Erreichbarkeit nur noch Jugendfußball betrieben werden. Nicht mehr notwendige Flächen stünden dann beispielsweise für einen Motorikpark oder einen Boccia-/Bouleplatz zur Verfügung.

Ein düsteres Bild malte Eckl bei der Bedarfsbilanzierung der Schulsporthallen: „Besonders betroffen sind davon das Gymnasium mit FOS, die Quirin-Regler-Grundschule, die Oberland-Realschule und die Wirtschaftsschule Passold-Weißauer.“ Rein rechnerisch fehlt laut Eckl eine Halle, weshalb die Gemeinde früher oder später nicht um einen Neubau herumkommen werde. Als weniger akut stufte Eckl auf der Prioritätenliste den Wunsch der Bevölkerung nach einem Freibad ein. Weiter oben rangiert hingegen der Standort für neue Tennisplätze und den Eissport. Eckl empfahl, die Idee einer neuen Eissporthalle weiter zu verfolgen. Diese könnte als Multifunktionshalle konzipiert und mit Sponsorengeldern gebaut werden. Für den Publikumseislauf und die Stockschützen wäre, wie Eckl meinte, als kurzfristiger Ersatz eine mobile Eisfläche aus Plastik denkbar.

Größtenteils stimmten die Marktgemeinderäte Eckls Einschätzung zu. Der Beschlussvorschlag wurde auf Einwand von Anita Gritschneder (Grüne) lediglich noch dahingehend geändert, dass über die Prioritätenliste der Gemeinderat und nicht die Verwaltung entscheiden soll. Diese solle, wie Bürgermeister Christoph Schmid klarstellte, auch nur Vorarbeit leisten. Gegen diesen Beschluss stimmte Martin Taubenberger (FWG). hac

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