Grenzen überwinden

Holzkirchner und Südtiroler Schüler entwickeln Smartphone-App „AlpinPlus“

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Die Projektgruppe der Radl-App Alpin Plus war zu Recht stolz auf ihr Werk. Große Anerkennung gab‘s auch von der Politik: (v.l.) Julia Tschimben (WFO), Landrat Wolfgang Rzehak, FOS-Projektkoordinator Roman Haehl, FOS-Schulleiter Josef Schlemmer, Stina Vieweg (FOS), Kultusminister Michael Piazolo, WFO-Schulleiter Franz Tutzer, Denise Sanin (WFO), Ministerialbeauftragter Gottfried Wengel, WFO-Projektkoordinatorin Bettina Stangl, Robert Wiechmann und Mario Tuci (FOS).

Holzkirchen – Je zehn Schüler der Fachoberschule (FOS) Holzkirchen und der Wirtschaftsfachoberschule (WFO) aus Auer in Südtirol im Alter zwischen 17 und 20 Jahren haben gemeinsam eine App für Android-Handys entwickelt, die den Nutzer auf einer 250 Kilometer langen Fahrradtour von Holzkirchen nach Auer begleitet. In einer kurzweiligen Präsentation wurde das Projekt kürzlich in der FOS von vier Schülern des Projektteams vorgestellt. Entstanden ist die App im Rahmen des EU geförderten Projekts „Erasmus+“. Großes Lob für das Umsetzten dieser europäischen Idee kam vom Bayerischen Kultusminister Michael Piazolo.

„Der Weg ist das Ziel“, meinte Mario Tuci (20) zum Auftakt der Pressekonferenz bei der Vorstellung der App. Als Ziel haben sich die engagierten Schüler vorgenommen, sowohl Staatsgrenzen zu überwinden als auch kulturelle, sprachliche und physische Herausforderungen zu meistern. Der Weg schlägt eine 250 Kilometer lange Route mit fünf Etappen von Holzkirchen nach Auer vor. In diese Route wurde das in eineinhalb Jahren Erlebte und Erarbeitete eingebaut. Heraus kamen 16 Stationen mit interessanten Hintergrundinformationen, die meist nicht die üblichen touristischen Trampelpfade beschreiten. In vier Projektwochen haben sie die Entwickler dazu im Oberland und in Südtirol Inspirationen geholt, voneinander gelernt und sich ausgetauscht. Als Beispiel besuchten die Schüler in Kurtasch am Ortsfriedhof das Grab von Angela Nikoletti, die sich in den 1920er Jahren in Südtirol für sogenannte Katakombenschulen engagierte, in denen Kindern heimlich Deutsch beigebracht wurde. Ein ganz anderes Thema war Inklusion. So zeigten sich die Holzkirchner Schüler beeindruckt, wie unkompliziert und selbstverständlich damit in Südtirol umgegangen wird. Deswegen gehört auch eine Firma in Bozen zu den vorgeschlagenen Sehenswürdigkeiten, die Fortbewegungsmittel für Menschen mit Behinderung herstellt. Das Besondere an dieser App ist es also, dass sie nicht nur typische touristische Punkte auf der Fahrradroute von Holzkirchen über den Brennerpass nach Auer enthält, sondern sich in kreativer Weise mit dem Thema „Grenzüberschreitung“ beschäftigt. Eben auch mit sprachlichen und gesellschaftlichen.

Bei der Vorstellung der App in der brechend voll besetzten Aula der FOS stellte Kultusminister Michael Piazolo den unschätzbaren Wert von Schulen nicht nur als Hort des Lernens, sondern auch für die Vermittlung von Herzensbildung, Grundwerten und Gemeinsamkeiten heraus und sprach dann der gesamten Projektgruppe seine Anerkennung für dieses pro-europäische Engagement aus: „Die europäische Idee ist davon getragen, einander kennenzulernen, zu erfahren, was der andere denkt und dann festzustellen, dass wir uns doch sehr ähnlich sind. Nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen ist das Fundament Europas. Daher danke ich ihnen, dass sie sich auf diesen Weg getraut und diese App realisiert haben.“

Herunterzuladen die App „AlpinPlus“ ab sofort kostenlos auf der Projekthomepage. hac

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