Größer und ebenerdig

Holzkirchner Tafel ist umgezogen: Neue Räumlichkeiten am Ladehof

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Die neuen Räumlichkeiten präsentierten vor kurzem Hans Sepperl (l.) und Rosi Schickhaus von der Tafel mit Bürgermeister Olaf von Löwis.

Holzkirchen – Vor 13 Jahren begann die Holzkirchner Tafel Lebensmittel im Keller des Caritas-Kinderhorts an der Frühlingsstraße zu sammeln und an Bedürftige in der Gemeinde auszugeben. Jetzt wurde ein Umzug nötig, weil in den Räumlichkeiten eine zusätzliche Kita-Gruppe untergebracht werden soll. In den neuen Räumen am Ladehof 6 haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel aber jetzt nicht nur mehr Platz, sondern brauchen auch keine Treppen mehr steigen.

Bei der Präsentation der neuen Räume lobte Bürgermeister Olaf von Löwis das Engagement der Holzkirchner Tafel: „Wir sind zwar eine reiche Gemeinde, aber auch bei uns gibt es Menschen, denen es nicht so gut geht. Deswegen ist die Tafel für uns unglaublich wichtig.“ So hat sich dann auch die Gemeinde den Umbau der ehemaligen Lagerräume des Bauhofs rund 95.000 Euro kosten lassen. Die Handwerkerarbeiten hat der Bauhof in Eigenregie übernommen. „Wir sind der Gemeinde und dem Bauhof für die Unterstützung, die wir immer bekommen, wirklich sehr dankbar“, sagte Hans Sepperl, Vorsitzender der Tafel. Auch über das mehr an Platz freut sich Sepperl und stellte mit einem Schmunzeln noch fest, dass es nun auch keine so komplizierte Angelegenheit mehr ist, Eier ohne Bruch die Treppen hinunterzubringen.

Wie von Löwis sagte, war die Standortsuche nicht ganz einfach. „Die Menschen, die zur Tafel kommen, haben natürlich auch ihren Stolz und schämen sich ihrer Armut.“ Deshalb wurde nach Räumlichkeiten gesucht, die gut erreichbar und zentral sind, aber auch nicht auf dem Präsentierteller liegen. Beides ist, wie Sepperl und von Löwis sagten, am Ladehof 6 gegeben.

So werden dort nun künftig jeden Samstagnachmittag an rund 90 Menschen aus der Gemeinde und der näheren Umgebung Brot, Milchprodukte, Fleisch und Wurst und natürlich Obst und Gemüse verteilt. Außerdem werden derzeit auch acht gehbehinderte Menschen zu Hause beliefert. Für die Abholung der Waren bei den 17 Geschäften und das Ausfahren hat die Tafel seit kurzem auch ein neues Fahrzeug mit Kühlung. „Darauf sind wir besonders stolz“, sagte Rosi Schickhaus. Kostenlos gibt es die Lebensmittel aber nicht. Pro Abholung muss ein Euro bezahlt werden. Außerdem muss die vom Sozialamt ausgestellte Holzkirchen-Card vorgelegt werden. Wegen der hohen Lebenshaltungskosten in Holzkirchen wird die aber auch an Einwohner ausgehändigt, deren Einkommen 25 Prozent über dem Hartz-IV-Niveau liegt.

Wie der Rathauschef weiter anmerkte, erfüllen die Tafeln allesamt eine weitere wichtige Funktion: „Die Tafeln sorgen dafür, dass gute Lebensmittel nicht im Müll landen. Etwas, über das wir uns alle zu Recht aufregen.“ Wie Sepperl schilderte, ist das allerdings oftmals nicht ganz angenehm: „Die Großmärkte haben natürlich nicht das Personal, um gute und schlechte Lebensmittel zu trennen. Das machen dann halt wir von Hand. Das heißt dann Schimmliges in den Müll und Gutes auf die Tafel.“ Dafür, und dass die Ausgabe reibungslos klappt, sorgen rund 55 Ehrenamtliche. Darunter übrigens auch zwei Asylbewerber.hac

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