Gemeinderat verlängert Frist

Holzkirchner Zehner: Bürgermeister entschuldigt sich für Ausrutscher

Bürgermeister Christoph Schmid mit dem Holzkirchner Zehner
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Bürgermeister Christoph Schmid war von der Idee der Standortförderung, den Holzkirchner Zehner zu verlängern und auf den Einzelhandel auszuweiten, begeistert und ist vorgeprescht. Dafür hat er sich entschuldigt. Jetzt hat der Marktgemeinderat nachträglich sein Einverständnis erteilt.

Holzkirchen – Der Holzkirchner Zehner ist so erfolgreich, dass der Gemeinderat nun dessen Frist verlängert hat. Zunächst entschuldigte sich Bürgermeister Christoph Schmid aber.

Der Holzkirchner Zehner kommt gut an. Zwischen August und Oktober haben die Holzkirchner schon über 7.100 der insgesamt 16.956 verteilten Zehner bei hiesigen Gastronomiebetrieben eingelöst. Jetzt hat der Marktgemeinderat beschlossen, dass der Gutschein ab sofort auch im Einzelhandel eingelöst werden kann und der Einlösezeitraum bis 31. März 2021 verlängert wird. Vor den Beschlüssen gab es eine Entschuldigung von Bürgermeister Christoph Schmid und eine Diskussion, bei der auch die Verwendung der gespendeten Zehner kritisiert wurde.

„Ich habe einen Fehler gemacht und entschuldige mich dafür in aller Form“, sprach Schmid vor Kurzem bei der Sitzung zum Gemeinderat. Grund dafür war der Ärger, der entstand, weil der Rathauschef in seinem Grußwort der November-Ausgabe des Gemeindeblattes bereits vorwegnahm, die Gültigkeit und die Frist über Ende 2020 hinaus auszuweiten. Das hatte der Gemeinderat aber nicht abgesegnet. Als Schmid seinen Fehler erkannte, war es aber zu spät, den Druck des Gemeindeblattes zu stoppen.

Mit noch etwas Zornesröte meinte Robert Wiechmann (Grüne): „Die Entschuldigung war dringend notwendig und ich nehme sie an. Das hatte schon den Eindruck vermittelt, der Bürgermeister verteilt Geld ohne Ratsbeschluss.“ Eine Verwässerung der Zehner sieht Grünen-Fraktionsvorsitzende Ulrike Küster: „Warum nur der Einzelhandel und nicht auch Kulturschaffende? Wir können nicht jedem helfen, wir bitten daher darum, den Verwendungszweck zu belassen, wie er war.“

Elisabeth Dasch (SPD) hätte zumindest erwartet, dass die Fraktionssprecher beteiligt gewesen wären. Ihr stieß zudem sauer auf, dass die von den Bürgern gespendeten und an die Gemeinde zurückgegebenen Gutscheine von der Verwaltung ohne Rücksprache für Zuwendungen an das Technische Hilfswerk in Miesbach und den Bienenzuchtverein Holzkirchen verwendet wurden, um Schutzkleidung zu beschaffen: „Das ist zwar aller Ehren wert, widerspricht aber eigentlich dem, was wir mit dem Zehner erreichen wollten. Ich bitte da in Zukunft um mehr Transparenz und Beteiligung“, sagte sie.

Gegen die Stimmen der Grünen und von Dirk Kreder (FDP) wurde dann aber mit 17:6 Stimmen beschlossen, den Gutschein künftig auch dem Einzelhandel zugute kommen zu lassen. Das Gremium stimmte dann aber einstimmig zu, die Frist zu verlängern. Um dem Erfolgsmodell Holzkirchner Zehner keinen Schaden zuzufügen, appellierte Michael Wohlschläger (CSU) zuvor noch darum, „jetzt bitte nicht einen Ballon aufzublasen“.

Die Idee zu beiden Maßnahmen hatte Standortförderin Elisabeth Zehetmaier. Wie sie zu Beginn der Diskussion sagte, würden die Ausweitung auf den Einzelhandel auch die Gastrobetriebe begrüßen, weil sie sich davon Synergieeffekte versprechen. Alle Informationen zu den neuen Teilnehmern und Erneuerungen gibt es auf der Gemeindehomepage unter www.holzkirchen.de/daheimeinkaufen/Holzkirchner-Zehner.

Holzkirchner Zehner – die neuen Richtlinien im Überblick:

  • Der Gutschein kann seit 16. November bei allen teilnehmenden Einzelhändlern eingelöst werden.
  • Das Einlösen des Gutscheins für Tabakwaren und Glücksspiel ist ausgeschlossen.
  • Das Einlösen des Gutscheins in Supermärkten, Drogerien, Discountern und größeren Einzelhandelsketten ist ausgeschlossen.
  • Die Aktionsdauer ist bis zum 31. März 2021 verlängert.
  • Pro Einkauf kann nur ein Gutschein eingelöst werden.

hac

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