Der Blick muss frei bleiben

Hotel Bussy Baby: Mitarbeiterwohnheim soll maroden Anbau in Bad Wiessee ersetzen

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Korbinian Kohler würde gerne den maroden Queranbau des Bussy Babys unterhalb des Kirchenbergerls abreißen und durch ein modernes Personalwohnheim ersetzten. Der Gemeinderat möchte sich erst anhand eines Schaugerüstes überzeugen, dass nicht die Sicht auf die Pfarrkirche beeinträchtigt wird.

Bad Wiessee – Bei der jüngsten Wiesseer Gemeinderatssitzung stellte Korbinian Kohler, Besitzer des Bussy Baby, seine Idee eines neuen Mitarbeiterwohnheims vor. Demnach möchte er den alten dreigeschossigen Querbau am Bussy Baby mit seinen 19 maroden Wohnungen wegreißen und durch einen neues Gebäude mit 43 modernen Appartements ersetzen. Als Knackpunkt stellte sich die Giebelhöhe heraus. Auf keinen Fall soll nämlich die Sicht auf die denkmalgeschützte Kirche Maria Himmelfahrt verdeckt werden.

Wie Architekt Ralph Gierlinger anhand erster Planskizzen erklärte, würde sich das neue Mitarbeiterwohnheim an der Kubatur des bestehenden Gebäudes orientieren. Die Länge bliebe mit 45 Metern gleich. Da aber ein zusätzliches Stockwerk eingezogen werden soll, würde es etwa zwei Meter höher werden. Kohler würde mit den Bauarbeiten gerne im Herbst beginnen. Da das Appartementhaus aus vorgefertigten Modulen zusammengesetzt werden soll, rechnet Kohler mit der Fertigstellung im Frühjahr. Das Gebäude soll ohne Unterkellerung auskommen und nur im Erdgeschoss in Betonbauweise ausgeführt werden. Die drei Stockwerke darüber sind als Holzkonstruktion ausgelegt.

Wie Bauamtsleiter Helmut Köckeis sagte, hat der Querbau wie er heute besteht, allerdings ohnehin absolut nichts mit dem Bebauungsplan aus den 90er Jahren zu tun. Köckeis vermutet, dass wohl irgendwann ein Abriss geplant war, der nie stattfand. „So wie das Hotel heute dasteht, wären die Anbauten des Bebauungsplans aber gar nicht mehr machbar“, stellte Köckeis fest. Ein glücklicher Umstand, wie Bürgermeister Peter Höß meinte, weil sonst auf dem Areal sehr viel massivere Gebäude stehen würden. Interessant an Köckeis Ausführungen war, dass der genehmigte Bebauungsplan für die Anbauten eine maximale Wandhöhe von elf Metern vorsieht. Das von Kohler geplante Appartementhaus weist eine Höhe von 11,75 Metern aus und wäre damit tatsächlich nur wenig höher.

Grundsätzlich begrüßte der Gemeinderat zwar einhellig das Ansinnen Kohlers, wollte das aber nicht ohne weiteres durchwinken. Auf keinen Fall dürfe dadurch nämlich die Sicht auf die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt verdeckt werden. Ingrid Versen (CSU) schlug vor, erst einmal ein Schaugerüst aufzubauen und sich das dann bei einem Ortstermin anzusehen. Gierlinger und Kohler sagten zu, dies schnellstmöglich umzusetzen. Einstimmig fiel dann der Beschluss, sich am 28. Mai vor Ort ein Bild zu machen und dann eine Entscheidung zu treffen. hac

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