Niedriglöhne für etwa 50 Beschäftigte

IG Bau kritisiert Floristikbranche im Landkreis Miesbach

Beschäftigte in der Floristik
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Schöner Beruf, aber schlecht bezahlt: Beschäftigte in der Floristik arbeiten meist zu Niedriglöhnen, kritisiert die IG BAU – und ruft Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen auf.

Landkreis – Beschäftigte der Floristikbranche im Landkreis Miesbach arbeiten oft zu Niedriglöhnen. Die IG Bau kritisiert das.

Das Geschäft mit Blumen und Pflanzen boomt: Floristinnen im Landkreis Miesbach sollen ebenfalls davon profitieren, fordert die IG Bau. Gartenmärkte und Blumengeschäfte erleben in der Corona-Pandemie einen Ansturm. Doch: Wer Sträuße bindet und Pflanzen pflegt, arbeite im Landkreis Miesbach meist zu Niedriglöhnen.

„In der Floristik liegt der Stundenlohn für gelernte Kräfte gerade einmal bei 11,27 Euro pro Stunde. Von solchen Einkommen lässt sich kaum leben“, erklärt Michael Müller, Bezirksvorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) Oberbayern. Der Gewerkschafter fordert für die Beschäftigten deutlich mehr Geld. In der Branche arbeiteten überwiegend Frauen, für die die geringe Bezahlung zum Armutsrisiko werde. Nach Angaben der Arbeitsagentur zähle die Floristik im Landkreis Miesbach rund 50 Beschäftigte.

„In der Corona-Zeit kaufen mehr Menschen als sonst Blumen, Topfpflanzen oder Deko, um es sich zu Hause schön zu machen. Vor allem in den Garten-Centern herrscht eine große Nachfrage“, sagt Michael Müller. Die Firmen ignorierten die gute Wirtschaftslage aber bislang – und zogen einen Tarifabschluss für die Branche im Dezember 2020 überraschend zurück. Danach sollten die Einkommen ab Februar um 3 Prozent steigen. Für Azubis sah die Einigung ein Plus von 30 Euro pro Monat vor.

Die Gewerkschaft ruft den Fachverband Deutscher Floristen (FDF) dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der bereits gefundene Kompromiss sei ein wichtiger Schritt für die Floristik heraus aus dem Niedriglohnsektor. Mittelfristig müsse sich die Bezahlung aber noch deutlich verbessern, fordert die IG Bau – sonst fänden Blumenläden & Co. bald kein Personal mehr. ksl

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