Investition in Zukunft

IG BAU: Landkreis Miesbach investierte 2019 rund 464 Euro pro Kopf in Infrastruktur

Gleisbauer
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Gleisbauer arbeiten an den Verkehrswegen von morgen. Durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie könnten wichtige Investitionen auf der Strecke bleiben, warnt die IG BAU.

Landkreis – Trotz der Corona-Krise sollte der Landkreis Miesbach wichtige Zukunftsinvestitionen nicht verschleppen, appelliert die IG BAU Oberbayern.

Vom neuen Radweg bis zum sanierten Schuldach: Trotz sinkender Steuereinnahmen durch die Corona-Pandemie soll der Landkreis Miesbach wichtige Zukunftsinvestitionen nicht verschleppen. Dazu hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die Verantwortlichen in der Kommunalpolitik aufgerufen.

2019 investierte der Landkreis laut Kassenstatistik 46,4 Millionen Euro in öffentliche Infrastruktur – das sind 464 Euro pro Kopf, wie eine Abfrage der Gewerkschaft bei den Statistikämtern der Länder ergab. „Dieses Level muss mit Blick auf den jahrelangen Investitionsstau gehalten werden, auch wenn die Kämmerer aktuell auf jeden Euro schauen müssen. Ein Sparen an der Infrastruktur wäre ein Sparen am falschen Ende“, sagt Michael Müller, Bezirksvorsitzender der IG BAU Oberbayern.

Neue Kitas, renovierte Ämter und moderne Wasserleitungen seien für eine nachhaltige regionale Wirtschaftsentwicklung in den kommenden Jahren von entscheidender Bedeutung. „Kommunale Investitionen sichern zugleich viele Arbeitsplätze vor Ort – ob beim Dachdeckermeister oder im Architekturbüro“, erklärt der Gewerkschafter. Allein das Bauhauptgewerbe beschäftigt im Landkreis Miesbach laut Arbeitsagentur rund 1.300 Menschen.

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„Hinzu kommt ein großer Nachholbedarf in puncto Verkehrswende. Nur wenn flächendeckend deutlich mehr in Gleise, Radwege und Ladestationen für Elektroautos investiert wird, sind die Klimaziele erreichbar“, sagt Michael Müller. Gleiches gelte bei der energetischen Gebäudesanierung, die in öffentlichen Gebäuden häufig besonders dringend sei.

Mit Blick auf die angespannte kommunale Kassenlage verweist die IG BAU auf die Hilfen aus den sogenannten Corona-Konjunkturpaketen. Danach erstattet der Bund den Kommunen Ausfälle bei der Gewerbesteuer – ihrer wichtigsten Einnahmequelle – 2020 mit bis zu 6,1 Milliarden Euro. Weitere 4,8 Milliarden Euro sollen die Länder beisteuern. Zusätzliche Milliardenhilfen gibt es bei den Hartz-IV-Kosten sowie für die Gesundheitsämter und die Kindertagesbetreuung.

„Klar ist, dass die Bundesregierung auch in den nächsten Jahren gefordert ist, um die Kommunen bei den Folgen der Corona-Krise zu entlasten. Dass die Investitionen vor Ort jetzt stabil bleiben, ist keine Luxusfrage, sondern entscheidend für den Zusammenhalt der Gesellschaft und unsere Zukunft“, erklärt Müller.

Im bundesweiten Vergleich liegt der Landkreis Miesbach mit einer Investitionsquote von 464 Euro pro Einwohner für Infrastruktur im oberen Mittelfeld. ksl

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