Hälfte unbesetzt

IG BAU warnt: Baubranche im Landkreis gehen die Azubis aus

Azubis auf Baustellen könnten bald zu einer Rarität werden, warnt die IG BAU, wenn sich die Arbeitsbedingungen in der Branche nicht verbessern.
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Azubis auf Baustellen könnten bald zu einer Rarität werden, warnt die IG BAU, wenn sich die Arbeitsbedingungen in der Branche nicht verbessern.

Landkreis – Die Hälfte der Stellen ist noch unbesetzt. Deshalb warnt die IG BAU: Der Baubranche im Landkreis Miesbach gehen die Azubis aus.

Bauboom trifft auf Nachwuchsmangel: Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind viele Baufirmen im Landkreis Miesbach vergeblich auf der Suche nach Azubis. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur hin. Danach blieben im Juli 56 Prozent aller Ausbildungsstellen auf dem Bau unbesetzt. Von 27 ausgeschriebenen Plätzen im Landkreis waren noch 15 zu vergeben. Bereits im Jahr 2019 waren zum selben Zeitpunkt 75 Prozent aller Ausbildungsplätze im Bauhauptgewerbe unbesetzt.

Michael Müller von der IG BAU Oberbayern spricht von einem Alarmsignal. Wenn es den Firmen nicht gelinge, Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräteführer zu finden, dann gerate das Fundament der ganzen Branche ins Wanken. „Aber nur wenn die Arbeitsbedingungen auf Baustellen attraktiver werden, lässt sich das Nachwuchsproblem lösen“, ist der Gewerkschafter überzeugt.

In der laufenden Tarifrunde fordert die IG BAU deshalb ein monatliches Einkommensplus in Höhe von 100 Euro für alle Azubis. Außerdem soll die lange, meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden, um die Arbeit attraktiv zu halten – auch gegenüber anderen Branchen, in denen weit weniger gependelt wird.

„Wer sich bei der Berufswahl für den Bau entscheidet, muss auch Familie, Freizeit und Arbeit unter einen Hut bringen können. Aber das klappt für die meisten Berufseinsteiger nur sehr selten“, erklärt Gewerkschafter Michael Müller.

Diese Unzufriedenheit spiegele sich auch in einer hohen Abbrecherquote wider, ist er sicher. Laut aktuellem Ausbildungs- und Fachkräftereport der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU) bringe jeder dritte Azubi die Ausbildung nicht zu Ende, heißt es in einer Mitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. ksl

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