Konjunkturumfrage fürs Oberland

Lockdown dämpft Stimmung: Rückkehr zur Normalität laut IHK erforderlich

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Landkreis – Laut Reinhold Krämmel, Sprecher des IHK-Forums Region Oberland, ist eine schnelle Impf- und Teststrategie für eine Rückkehr zur Normalität trotz Corona-Pandemie erforderlich.

Der aktuelle Corona-Lockdown hat die Stimmung der Unternehmen im Oberland erneut abkühlen lassen. Laut der Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern vom Jahresbeginn ist der IHK-Konjunkturindex für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau von 104 auf 94 Punkte gesunken.

  • Zu ihrer Geschäftslage befragt bezeichnete über ein Drittel der Unternehmen (37 Prozent) diese als gut, 32 Prozent aber auch als schlecht.
  • Im bayerischen Vergleich sei damit die Bewertung der Geschäftslage überdurchschnittlich stark gesunken. Ursache dafür dürfte die hohe Bedeutung des Tourismus im Oberland sein, der durch die Corona-Pandemie praktisch zum Erliegen gekommen ist.
  • Gleichzeitig bewerteten die Unternehmen ihre Geschäftslage aber deutlich besser als noch während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020. Das hänge vermutlich damit zusammen, dass das verarbeitende Gewerbe seine wirtschaftlichen Aktivitäten in den vergangenen Wochen und Monaten weitestgehend aufrechterhalten konnte.
  • Mit Blick auf die kommenden Monate verunsichere die Corona-Pandemie aber weiterhin große Teile der Unternehmerschaft. Die Geschäftserwartungen verharren auf niedrigem Niveau. Ihre schnelle Belebung scheine nicht in Sicht. Nur noch jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) rechne mit mehr Geschäft, 28 Prozent gingen von einer Eintrübung aus.
  • Die Verunsicherung führe außerdem dazu, dass sich die Unternehmen bei ihren Investitionsplänen zurückhalten. Nur 15 Prozent möchten mehr investieren. Weitere 15 Prozent wollen ihre Investitionen hingegen zurückfahren und jedes vierte Unternehmen will vollständig darauf verzichten. Auch die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt bleiben getrübt. Jedes fünfte Unternehmen will Stellen abbauen, nur rund jedes zehnte neue schaffen.

„Sinken die Infektionszahlen weiter beziehungsweise verweilen sie stabil auf niedrigem Niveau, wird sich die Wirtschaft schrittweise wieder erholen können“, erklärt Reinhold Krämmel, Sprecher des IHK-Forums Region Oberland. „Um diesen Prozess zu unterstützen, brauchen wir jetzt unbedingt eine durchschlagende Impf- und Testkampagne. Nur so können wir eine branchenübergreifende Normalisierung in der Wirtschaft anstreben.“

Unabhängig davon werde die Corona-Pandemie noch lange das Wirtschaftsleben bestimmen. Zeitweise hätten sich die strengen Kontrollen an den Grenzen zur Tschechischen Republik und nach Tirol nachteilig auf die Wirtschaftstätigkeit vor allem in der Industrie ausgewirkt. Laut einer Umfrage der bayerischen IHK träfen die Einreisebeschränkungen vor allem den Waren- und Güterverkehr empfindlich.

Der Forum-Sprecher fordert von der Politik außerdem mehr Rückendeckung und neue Impulse für den Weg aus der Krise. „An erster Stelle brauchen die Betriebe Entlastung. Die Politik darf in dieser schweren Zeit die überbordende Bürokratie nicht noch durch weitere Vorschriften, Gesetze oder Richtlinien aufblähen. Allein die Bekämpfung der Pandemie und der anhaltende Lockdown haben bereits stapelweise neue Vorgaben und Verordnungen für Unternehmen nach sich gezogen, die oftmals in unvorstellbar kurzer Zeit umzusetzen waren. Die Unternehmen seien am Limit.

Außerdem müsse der Staat bestmöglich unterstützen, wenn es darum gehe, den Wirtschaftsstandort insgesamt fitter für die Zukunft aufzustellen. Das bedeutet, er müsse zum einen massiv in Digitalisierung und Infrastruktur investieren und zum anderen endlich Strompreise sowie die Unternehmenssteuern auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau absenken, betont Reinhold Krämmel. ksl

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