IHK-Wahl 2021

Diese 22 Unternehmer aus dem Landkreis Miesbach wollen ins Parlament der Wirtschaft

Petra Reindl
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Petra Reindl, aktuell Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Miesbach, kandidiert 2021 nicht mehr.

Landkreis – Die Corona-Pandemie prägt auch die IHK-Wahl 2021. 22 Unternehmer aus dem Landkreis Miesbach wollen ins Parlament der Wirtschaft einziehen.

Seit mehr als einem Jahr schwebt Corona wie ein Damoklesschwert über der Wirtschaft. In dieser schweren Zeit der Pandemie steht nun bis Freitag, 7. Mai, die IHK-Wahl 2021 an. Im hiesigen Landkreis lassen sich 22 Unternehmer für den aus 15 Sitzen bestehenden IHK-Regionalausschuss Miesbach aufstellen.

Einer der Kandidaten bewirbt sich zudem für einen Sitz in der Vollversammlung, dem obersten Organ der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. Wer die kommenden fünf Jahre in den Gremien die Interessen der heimischen Wirtschaft vertreten wird, darüber entscheiden im Kreis Miesbach mehr als 10.500 Unternehmer, die zur Stimmabgabe aufgerufen sind. Weitere Informationen unter www.ihkwahl2021.de.

Zur IHK-Wahl 2021 stehen:

  • Michael Ertl (Holzkirchen)
  • Andreas Essendorfer (Schliersee)
  • Andreas Eybel (Waakirchen)
  • Anja Frank (Gmund)
  • Albert Götz (Holzkirchen)
  • Leonhard Grossert (Gmund)
  • Dieter Hein (Miesbach)
  • Martina Kleinfeldt (Hausham)
  • Martin Neumeier (Holzkirchen)
  • Ingrid Rieger-Nitschke (Holzkirchen)
  • Wolfgang Sareiter (Weißach)
  • Stefan Schmid (Holzkirchen)
  • Albert Sedlmaier (Valley)
  • Birgitta Seemüller (Schliersee)
  • Hans Steingraber (Holzkirchen)
  • Anton Stetter (Hausham)
  • Friedrich Tegel (Warngau)
  • Manfred Johann Thalmaier (Miesbach)
  • Peter Ungelenk (Holzkirchen)
  • Hans Vogl (Holzkirchen)
  • Marcel Vogt (Waakirchen)
  • Alexander Schmid (Miesbach) bewirbt sich um einen Sitz im IHK-Regionalausschuss und in der Vollversammlung.

Coronavirus stellt Wirtschaft vor Herausforderungen

„Das Coronavirus stellt die Wirtschaft vor Herausforderungen, wie es sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat“, sagte Petra Reindl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Miesbach, vor Kurzem bei einem virtuellen Gespräch. Die Unternehmen müssten sich tagtäglich mit Themen wie Lockdown, Grenzschließungen, gefährdeten Lieferketten, Arbeiten im Homeoffice, Quarantänemaßnahmen und Wirtschaftshilfen auseinandersetzen. „Die Lage ist bitterernst“, betonte Reindl und machte deutlich, dass der Kampf um die wirtschaftliche Existenz inzwischen zum Alltag vieler Unternehmer gehöre. Allerdings gebe es auch Gewinner, räumte die Ausschussvorsitzende ein.

Es freue sie, zu sehen, dass viele Geschäftsleute flexibel und kreativ reagiert und sich neue Verkaufskanäle erschlossen hätten. „Wir leben von einer wirtschaftlichen Vielfalt“, hob Reindl hervor. Die IHK setze sich dafür ein, dass diese Vielfalt erhalten bleibe und Unternehmer in schweren Zeiten gehört werden. Aktuell heiße es vor allem, die heimische Wirtschaft bestmöglich durch die Krise zu bringen.

Einsatz für Bürokratieabbau

Reindls Appell: „Gemeinsam müssen wir uns mit aller Kraft gegen die drohende Insolvenzgefahr in den Branchen stellen, die ganz besonders von der Corona-Krise betroffen sind. Kräfte müssen gebündelt werden, wenn es darum geht, Wohnraum für Einheimische wie auch zuziehende Fachkräfte zu schaffen. Wir müssen mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung begeistern.“

Besonders dringlich für die Betriebe sei auch das Thema Erweiterungsflächen. Außerdem wolle man sich für einen Bürokratieabbau einsetzen. „Damit die IHK auch weiterhin den Finger in die Wunden legen und wichtige Projekte anstoßen kann, brauchen wir sowohl in der Vollversammlung als auch im Regionalausschuss Miesbach engagierte Unternehmer“, erklärte die Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses mit Nachdruck.

Bayernweit bis zu 160.000 Unternehmen in Not

Konkrete Zahlen darüber, wie viele Insolvenzen 2020 im Landkreis Miesbach angemeldet wurden, konnten vonseiten der IHK noch nicht genannt werden. Wie Robert Obermeier, Chef-Volkswirt der IHK für München und Oberbayern, verlauten ließ, dürften bayernweit 150.000 bis 160.000 Unternehmen in Not sein. Die Insolvenzzahlen seien aber noch nie so niedrig wie 2020 gewesen. Obermeier schrieb dies allerdings den vom Gesetzgeber eingeräumten Verschonungsregeln zu. Wie groß die Insolvenzwelle 2021 werde, könne man zurzeit nicht sagen.

In puncto Förderprogramme habe die IHK die komplette Abwicklung der Überbrückungshilfen getätigt, ließ Jens Wucherpfennig, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim und zuständig für den IHK-Regionalausschuss Miesbach, wissen. Was die Corona-Politik angeht, stelle man Einschränkungen nicht generell in Frage. „Wir finden es aber sehr bedauerlich, dass die einzige Lösung ein Lockdown ist“, übte Wucherpfennig Kritik. Im Sinne eines wirtschaftlichen Handelns propagierte er: „Impfen, Testen und Öffnen.“ Chef-Volkswirt Obermeier meinte abschließend: „Wir aus der Wirtschaft sind keine Pandemie-Experten. Wir versuchen nur, Lösungen aufzuzeigen.“

Corona-Hilfen für die Wirtschaft

Die IHK hat als bayernweite Bewilligungsstelle bis Mitte März 2021 mehr als 14,7 Millionen Euro in den Förderprogrammen „Überbrückungshilfe II“ und „Novemberhilfe“ zur Auszahlung an die Antragsteller aus dem Landkreis Miesbach angewiesen. Über 1000 Unternehmen und Soloselbstständige haben bislang Anträge auf besagte Hilfen gestellt. Mehr als 90 Prozent dieser Anträge sind bearbeitet.

Im Rahmen der Überbrückungshilfe II wurden im Landkreis Miesbach bislang über 4,3 Millionen Euro an 255 betroffene Betriebe ausgezahlt. Den Großteil der Gelder erhielt mit über 2,1 Millionen Euro Förderung das Gastgewerbe. An Antragsteller aus dem Bereich „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ wurden bisher 488.000 Euro an Hilfen ausgezahlt. Die Antragsfrist endete am 31. März.

Bei der Novemberhilfe bewilligte die IHK bereits 701 Anträge von Unternehmen und Soloselbstständigen aus dem Landkreis mit einer Gesamtfördersumme von über 10 Millionen Euro. Davon flossen rund 6,6 Millionen Euro in das Gastgewerbe, gefolgt von rund 2,2 Millionen Euro für Betriebe aus dem Wirtschaftszweig „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“. Dazu gehören unter anderem Reisebüros sowie Event- und Messeveranstalter. Anträge auf Novemberhilfe können noch bis Ende April gestellt werden. rei

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