Ilse Aigner bei Einweihung der Wasserkraftanlage in Birkenstein

Beharrlichkeit lohnt sich

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Einweihung der Wasserkraftanlage in Birkenstein: (v.l.) Pfarrerin Melanie Striebeck, ihr katholischer Amtsbruder Josef Spitzhirn, Energieministerin Ilse Aigner, Wolfgang Rzehak und Josef Lechner.

Fischbachau - Vergangenen Freitag wurde in der Gemeinde Fischbachau die neue Wasserkraftanlage eingeweiht. Daran nahm auch Energie- und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner teil.

Wer auf dem Höhenweg zwischen Birkenstein und Schwaigeralm wandert, bekommt es kaum mit. Nur ein stetes Surren, gleich in der Nähe des Wallfahrtskircherls, könnte für Aufmerksamkeit sorgen. Zu sehen ist nichts, außer den frisch gestrichenen Wänden des in den Hang gebauten Turbinenhauses. Dahinter produziert eine moderne Wasserkraftanlage Strom. Es hat lange gedauert, bis sie in Betrieb gehen konnte – doch nun übertrifft sie die Erwartungen, wie Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner bei der Einweihung sagte. 

„Gerechnet haben wir mit 500.000 Kilowattstunden im Jahr, aber da kommen wir mindestens um 50 Prozent drüber“, freut sich Lechner. Die Investition in Höhe von 450.000 Euro werde sich somit in sieben Jahren amortisiert haben. Neben dem finanziellen ist es vor allem der ökologische Aspekt, mit dem die neue Anlage glänzt. „Den Menschen etwas Gutes tun, ohne der Natur zu schaden“, formulierte Lechner das Erfolgsrezept. Aus dem Breitenstein fließendes Wasser, das zugleich zur Notversorgung der Gemeinde dienen kann, treibt die Turbine an (wir haben berichtet). 

„Das ist wieder ein Schritt zur Energiewende“, lobte Landrat Wolfgang Rzehak, Energie- und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zeigte sich als „Fan der Wasserkraft“, da diese „verlässlich und unabhängig von Sonne und Wind“ Energie liefere. Aigner dankte der Gemeinde Fischbachau, dass sie das Investitionen begleitende Risiko nicht scheute. Wie lange und beschwerlich der Weg war, hatte Lechner zuvor noch einmal dargestellt. Insgesamt sind 16 Jahre von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme vergangen. Für seine Beharrlichkeit titulierte die Ministerin den Bürgermeister schmeichelhaft als „Dickschädel“. Der so Gelobte wiederum dankte seinen Gemeinderäten für die Unterstützung, außerdem den beteiligten Firmen, dem Wasserwirtschafts- und dem Landratsamt. Bei der Einweihung war aber noch nicht alles ganz fertig. Es fehlt noch eine digitale Anzeige am Turbinenhaus, wie viel Strom produziert wird. Dann sehen die Wanderer und Spaziergänger in Birkenstein auch, was es mit dem Surren auf sich hat.

ft

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