Infoveranstaltung zur geplanten Sporthalle in Schliersee / Klage läuft

Hoffen auf Verständnis

Neuhaus – Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer hatte vergangenen Donnerstag zu einer Infoveranstaltung zum Neubau der Turnhalle eingeladen. Seit nunmehr 40 Jahren plant die Gemeinde Schliersee an dem Bau.

 Ein Vorhaben, das nicht allerorts auf Gegenliebe stößt. Bei der Veranstaltung im St. Josef-Pfarrsaal in Neuhaus waren viele Vertreter der Sportvereine gekommen, um den Anwohnern aus ihrer Sicht zu erklären, warum die neue Halle dringend benötigt wird und welche Nutzung geplant ist. Ziel war, dass Anwohner wie Sportler ein Stück weit Verständnis füreinander bekommen. Geplant ist der Neubau einer Schul- und Breitensporthalle neben der Schule mit einem 20 mal 40 Meter großem Spielfeld und einer kleinen Galerie für Zuschauer. Ein Ersatz für den derzeitigen Sportplatz ist nicht geplant, hier ist man in Verhandlungen mit dem Jugendhaus in Neuhaus. Diese sollen im Gegenzug Nutzungszeiten in der Halle erhalten. Vonseiten der Anwohner bekam der Plan viel Gegenwind: Sie hatten etwa 160 Unterschriften gegen die Halle gesammelt, es wurde Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan eingereicht. Ob es sich nun tatsächlich um ein reines oder doch nur ein allgemeines Wohngebiet handelt, wird der Bayerische Verwaltungsgerichtshof klären müssen. Sylvia Grundbacher, Vorstand vom Turnverein Schliersee appellierte an die Anwohner, wie wichtig die Halle für den Sportverein sei: „Wir wollen keine Veranstaltungen am Wochenende machen, wir wollen einfach unsere Kinder trainieren.“ Weiter erklärte sie, dass die Galerie mit 120 Plätzen – großer Stein des Anstoßes der Gegner, aus Angst ein Anzeichen für Großveranstaltungen zu sein – fast ausschließlich für Eltern geplant ist. Dazu folgte ein Kommentar aus dem Publikum: „Wir sind in unserer Gruppe sechs Mamas mit Kindern und davon kommen vier noch zu Fuß.“ Es sei kein Verkehrsaufkommen zu erwarten. Die Skizunft Neuhaus sieht bei ihrem Angebot nicht nur den sportlichen, sondern auch den gesellschaftlichen Aspekt: „Wir sind Teil des Dorflebens“. Stefan Führer, Hauptvorstand vom TSV Schliersee, erinnerte daran, wie lange die Halle nun schon versprochen wird. Er versicherte, dass alle großen Veranstaltungen sowieso weiterhin in Hausham und Miesbach stattfinden werden. „Wenn mal 20 Zuschauer kommen, dann ist das viel“. Alex­ander Jecht, Anwohner und gleichzeitig Kläger gegen die Halle versteht nicht, warum die Halle in ein über Jahrzehnte reines Wohngebiet gebaut werden soll. Er befürchtet eine erhöhte Lärm- und Verkehrsbelastung. Auch das Verkehrsgutachten zweifelte er an: „Da hat sich jemand an einem Freitag in den Ferien auf einen Klappstuhl gesetzt und Autos gezählt.“ Ein weiteres Problem sieht er in der Finanzierung. Er ist nicht der Meinung, dass die von Schnitzenbaumer anberaumten sechs Millionen reichen werden. Der Bürgermeister wehrte sich vehement gegen die Vorwürfe. Gemeinden bekommen Kommunalkredite, die sind sehr günstig und die Verkehrszählung ist selbstverständlich zu verschiedenen Zeiten gemacht worden. Jecht betonte, er sei nicht gegen die Halle an sich. Nur soll sie dem Schulport dienen, nicht dem Breitensport, der ein hohes Verkehrsaufkommen mit sich bringe. Bürgermeister Schnitzenbaumer betonte nochmals, dass keine Großveranstaltungen geplant seien. Er hofft auf das Verständnis der Anwohner für die Halle: „Wir würden uns freuen, dieses Projekt an dieser Stelle realisieren zu können.“ Am 15. März findet der erste Gerichtstermin statt.    jw

Rubriklistenbild: © Weber

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