Trotz widrigen Wetters

Jugendliche aus Irschenberg überschreiten Watzmann

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Die elf Jugendlichen haben gemeinsam mit Betreuern und Bergführern die Watzmann-Überschreitung absolviert.

Irschenberg – Während die meisten Kinder und Jugendliche die Sommerferien wohl eher zum Entspannen nutzten, haben sich zwölf Mädchen und Buben im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren aus dem Caritas-Kinderdorf in Irschenberg für eine ziemlich strapaziöse erste Ferienwoche entschieden.

Sie fuhren gemeinsam mit vier Betreuern mit dem Fahrrad nach Berchtesgaden, bestiegen und überquerten den sagenumwobenen Watzmann. Die Anreise mit dem Fahrrad und dem Rucksack gestaltete sich als erste Herausforderung. Platte Reifen, Stürze, bei denen ein Jugendlicher mit Schürfwunden die Gruppe bereits verlassen musste, und strömender Regen erschwerten die Tour.

An Tag drei waren morgens nur noch sieben Kilometer zu radeln, bevor es gemeinsam mit professionellen Bergführern 1300 Höhenmeter zu Fuß zum Watzmannhaus ging. Die geplante Besteigung des dritten Watzmannkindes musste 100 Höhenmeter unterhalb des Gipfels wegen schlechter Sicht abgebrochen werden. Die Stimmung unter den Teilnehmern war entsprechend gedrückt.

Diese änderte sich am nächsten Morgen schlagartig, als die Gruppe um 6 Uhr bei Sonnenschein zur Überquerung des Watzmanns aufbrach. Nach 700 Höhenmetern über einen immer steiler werdenden Steig erklommen die Kinder und Jugendlichen das 2651 Meter hohe Hocheck. Von dort begann die eigentliche Überschreitung über die Mittelspitze in 2713 Metern und die Südspitze mit 2712 Metern, die den Hauptkamm des Gebirgsmassives bilden und durch einen Grat verbunden sind. Diese anspruchsvolle, hochalpine Bergtour gehört zu den bekanntesten in den bayerischen Alpen. Der Blick von der Ostwand auf den 1800 Meter darunter schimmernden Königssee blieb den jungen Bergsportlern wegen der Wolken allerdings verwehrt. Nach einem langen Abstieg erreichten sie die 1400 Höhenmeter tiefer liegende Wimmbachgrieshütte nach zehneinhalb Stunden Marsch erschöpft, aber glücklich und zufrieden. Leiter Thomas Gratzl, Sozialpädagoge im Caritas-Kinderdorf Irschenberg, zeigt sich beeindruckt: „Respekt, die Mädchen und Jungen haben meine ganze Hochachtung. Die haben die Strapazen einer solchen Gewalttour toll gemeistert und sich damit ein unvergessliches Geschenk beschert, das sie nie in ihrem Leben vergessen werden.“

Stolz auf ihre Bergsteiger ist auch die gesamte Kinderdorfgemeinschaft, die von zu Hause aus die Expedition über die sozialen Netzwerke verfolgte und mitfieberte. Zurück in Irschenberg bereiteten sie ihren Helden einen begeisterten Empfang. Dort können die Kinder und Jugendlichen das erlebte Abenteuer nun in aller Ruhe sacken lassen. ksl

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