Gemeinderat beschließt Haushalt

Irschenberg investiert: Schulden steigen bis 2024 auf 6,65 Millionen Euro

Loiderdinger Straße in Irschenberg
+
Ein größerer Posten des diesjährigen Irschenberger Haushalts ist die Erneuerung der Wasserleitungen im östlichen Teil der Loiderdinger Straße.
  • vonMartina Fischer
    schließen

Irschenberg – Die Gemeinderäte in Irschenberg haben jüngst über den Haushalt für 2021 entschieden. Eines ist klar: Das Jahr 2020 war vorerst das letzte, in dem die Kommune schuldenfrei gewesen ist.

2020 ist für den Haushalt der Gemeinde Irschenberg trotz Corona-Pandemie noch relativ gut verlaufen. Aktuell herrscht Schuldenfreiheit. Für heuer und die kommenden Jahre wird man jedoch um Kreditaufnahmen nicht herumkommen. Das liegt an einem Mix aus erwartbar sinkender Gewerbesteuer, hoher Kreisumlage, laufenden Ausgaben und anstehenden großen Projekten.

2021 angesetzt sind ein Verwaltungshaushalt in Höhe von 8,22 Millionen Euro sowie ein Vermögenshaushalt in Höhe von 5,64 Millionen Euro. „Wir wollen unseren Aufgaben nachkommen“, erklärte Bürgermeister Klaus Meixner.

  • Die Hauptinvestitionen liegen dabei in den Bereichen Straßenbau (zirka 1,56 Millionen Euro Ausgaben zu Einnahmen 805.000 Euro),
  • Breitbandausbau (742.000 Euro zu Förderung/Einnahmen 377.000 Euro),
  • Wasser/Abwasser (525.000 Euro Ausgaben zu Einnahmen 290.000 Euro),
  • Feuerwehr (294.000 Euro Ausgaben zu Einnahmen 144.500 Euro) und
  • Schule (122.000 Euro).

Dabei gebe es aber einige Problemstellungen, etwa enorm viel Kreisumlage von 2,75 Millionen Euro bedingt durch hohe Gewerbesteuereinnahmen 2019, eine voraussichtlich verminderte Einnahme von 2,3 Millionen Euro heuer bei der Gewerbesteuer, Rückgänge bei Einkommensteuerbeteiligung und Umsatzsteuer sowie keine Schlüsselzuweisungen 2021.

  • Als einzelne größere Posten im Haushalt 2021 schlagen etwa die Hofzufahrten im ELER-Programm (975.000 Euro, Förderung 620.000 Euro),
  • der Höfebonus beim Breitbandausbau (557.000 Euro, Förderung 337.000 Euro),
  • verschiedene Straßensanierungen (240.000 Euro),
  • das Tanklöschfahrzeug der Irschenberger Feuerwehr (200.000 Euro, Zuschuss 70.000 Euro) und
  • die Erneuerung des östlichen Wasserleitungsbereiches in der Loiderdinger Straße (200.000 Euro) zu Buche.

Auch will die Kommune Grund erwerben (1,8 Millionen Euro) mit dem Ziel, durch den Verkauf von Bauland im Jahr 2023 eine dann hohe Kreditsumme tilgen zu können. Die Aufnahme der Schulden wird aufgrund zweier nicht aufschiebbarer Großvorhaben nötig sein: der neuen Kläranlage (6,5 Millionen Euro, anvisierter Baubeginn: 2022, Fertigstellung: 2024) und der Schulhauserweiterung (bis zu 2,5 Millionen Euro). Die Gestaltung letzterer wird heuer noch ausgearbeitet. Die Tilgung beider Großkredite ist auf 20 Jahre angesetzt.

Im Falle des Gasthofs Moar in Wilparting plant man in Irschenberg nun anders als bisher: Die Kommune will die Erneuerung des Gebäudes nicht mehr selbst übernehmen, sondern sie in Erbpacht übergeben. An Kosten sollen dabei 4 Millionen Euro eingespart werden. Dabei bedeuten die Kläranlage und das Schulhaus jedoch massive Investitionen. Im Haushaltsansatz wird daher bis 2024 mit einem Schuldenstand von 6,65 Millionen Euro gerechnet.

Der Haushalt und die Planungen für die Zukunft wurden seitens des Gemeinderats einstimmig verabschiedet. maf

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Hauptversammlung und Wahl: Das ändert sich bei der Bergwacht-Bereitschaft Hausham
Hauptversammlung und Wahl: Das ändert sich bei der Bergwacht-Bereitschaft Hausham
Corona: Landkreis Miesbach startet Sonderaktion zum Impfen
Corona: Landkreis Miesbach startet Sonderaktion zum Impfen
Edeka am Sommerkeller: Kaufleute Riedel verabschieden sich
Edeka am Sommerkeller: Kaufleute Riedel verabschieden sich
Corona im Landkreis Miesbach: Das Impfzentrum hat wegen AstraZeneca-Beschluss Termine abgesagt
Corona im Landkreis Miesbach: Das Impfzentrum hat wegen AstraZeneca-Beschluss Termine abgesagt

Kommentare