Eyrainer und Niggl stellvertretende Bürgermeister

Erst Harmonie, dann Stunk: Direkt Ärger im neuen Irschenberger Gemeinderat

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Werden sich in Irschenberg einsetzen: (vorn, r.) Bürgermeister Klaus Meixner sowie (hinten, v.r.) sein Stellvertreter Marinus Eyrainer, der Dritte Bürgermeister Thomas Niggl sowie die neuen Gemeinderatsmitglieder (v. l.) Martin Berchtold, Margarete Stöger, Florian Kirchberger, Brigitte Klamt, Marinus Waldschütz, Kathleen Ellmaier und Markus Nägele.

Irschenberg – Nachdem Marinus Eyrainer und Thomas Niggl zu Stellvertretern des Bürgermeisters gewählt waren, kippte die Stimmung. Ursache waren Anträge eines Neulings im Gremium.

„Danke für den reibungslosen Ablauf. Da hat man aus anderen Gemeinden schon anderes mitgekriegt“, freute sich Irschenbergs Bürgermeister Klaus Meixner bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats. Das galt für die Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters durchaus. Hitziger wurde es dann aber dennoch bei drei Anträgen zum Schluss.

Einen harmonischen Verlauf nahm die erste Zusammenkunft des Gremiums mit der Vereidigung der neuen Gemeinderatsmitglieder Martin Berchtold (FWG Niklasreuth), Kathleen Ellmeier (FWG Reichersdorf), Florian Kirchberger (FDP/Aktive Bürger), Brigitte Klamt (FDP/Aktive Bürger), Markus Nägele (CSU), Margarete Stöger (FWG Niklasreuth) und Marinus Waldschütz (FWG Reichersdorf). Den Neuen gratulierte Meixner, der seit 2019 im Amt ist. Eine wichtige und verantwortungsvolle Tätigkeit zum Wohle der Gemeinde würden sie beginnen. Dabei hätten Privatinteressen keinen Platz. „Ich wünsche mir einen respektvollen Umgang“, sagte der Rathauschef.

Ohne Gegenkandidaten verlief die Wahl der weiteren beiden Bürgermeister. „Er ist ein altgedienter Gemeinderat, kennt sich aus und ist als stellvertretender Bürgermeister bestens geeignet“, schlug Franz Nirschl (FWG Irschenberg) seinen Fraktionskollegen Marinus Eyrainer vor. Der konnte sich über 15 Pro- zu 2 ungültigen Stimmen freuen.

Auch mit Thomas Niggl als Drittem Bürgermeister ist man im Irschenberger Gremium sehr zufrieden. „Er hat das gut gemacht“, fand Klaus Waldschütz (CSU). Lob gab es auch von Hans Maier: „Er hat ein sehr gutes Wahlergebnis und wir wollen sein Engagement als Feuerwehrkommandant ehren.“ Mit 15 Ja- und 2 ungültigen Stimmen wurde Niggl als Dritter Bürgermeister bestätigt.

Emotional hoch her ging es bei drei Anträgen, die Kirchberger schriftlich einbrachte. Er richtete sich gegen eine Verschuldung der Gemeinde für die Sanierung des Wilpartinger Moarhof. Bei der Sanierung der Kläranlage bejahte er eine Kreditaufnahme und sprach sich für verursacher-angemessene Gebühren aus. Außerdem stellte seiner Meinung nach die Rechnungsprüfung in der letzten Sitzung des bisherigen Gemeinderates einen Rechtsverstoß dar. Dafür wollte Kirchberger eine Aufhebung des damals getroffenen Beschlusses erreichen.

Die bisherigen Gremiumsmitglieder empfanden all das als Angriff. „Du stellst uns hin, wie wenn wir geschlafen hätten“, warf Meixner Kirchberger vor. Man habe sich Gedanken gemacht, Gutachten angesehen und Diskussionen geführt, erklärte Regina Gruber (FWG Irschenberg) zu früheren Entscheidungen. Eine Frechheit sei es, den Antrag schriftlich zu stellen, fand Eyrainer.

„Ich will nur meine Ideen einbringen und dass wir darüber diskutieren“, erklärte Kirchberger. Die Erwähnung der Anträge in der öffentlichen Sitzung störte Klaus Waldschütz. Man habe solche Dinge schon immer nichtöffentlich diskutiert. Nägele empfand, dass Kirchberger offensichtlich vor seiner Tätigkeit als Gemeinderat Kenntnisse über Interna erhalten habe und wandte sich an dessen Fraktionskollegen Maier. „Von mir garantiert nicht“, konterte dieser. Er verwies auf seine Vorsicht in solchen Dingen und verbat sich Unterstellungen. Einen versöhnlicheren Schlusspunkt und Appell zur konstruktiven Zusammenarbeit setzte Niggl: „Wir sitzen alle im selben Boot. Wir müssen uns vertrauen können.“ maf

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