Jahreshauptversammlung in Irschenberg

Achterbahnfahrt am Holzmarkt: WBV Holzkirchen zieht Bilanz

Jahreshauptversammlung 2022 der Waldbesitzervereinigung WBV Holzkirchen
+
Die WBV-Jahreshauptversammlung bot ein abendfüllendes Programm, bei dem der Vorsitzende Alexander Mayr (l.) seinen Tätigkeitsbericht vortrug und sein Vorgänger Michael Lechner (2.v.l.) von AELF-Revierförster Robert Wiechmann (M.) verabschiedet wurde. Zudem hatte Geschäftsleiter Alexander Necker (2.v.r.) Wirtschaftszahlen parat. Korbinian Wolf stellte sich als neuer Bereichsleiter Forsten beim AELF vor.

Landkreis/Irschenberg – Die Waldbesitzervereinigung WBV Holzkirchen sieht sich schwankenden Holzpreisen gegenüber. Zumindest einen konstanten Dialog mit dem Jagdverband gibt es nun.

Ein umfangreiches Programm stand kürzlich auf der Agenda der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Holzkirchen (WBV). Im Irschenberger Trachtenheim berichtete der Vorsitzende Alexander Mayr von schwankenden Holzpreisen sowie Risiken und Chancen. Ebenso kam das Dauerthema angepasster Wildbestände zur Sprache. Dazu meldete sich Korbinian Wolf als neuer Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen (AELF) zu Wort. WBV-Geschäftsleiter Alexander Necker trug Wirtschaftszahlen vor.

„Leere Lager, außerordentlich gute Baukonjunktur und hohe Exportquoten wegen Handelsstreitigkeiten zwischen Kanada und den USA bescherten uns im Winter 2021 Rekordumsätze“, begann Mayr, der 2021 den WBV-Vorsitz von Michael Lechner übernommen hat, die Präsentation der Holzpreisentwicklung.

Borkenkäfer und unsichere Preise

Zwar ließen Unsicherheiten bezüglich des Forstschädenausgleichsgesetzes und erlaubter Einschlagmengen die Preise bis zum Sommer nochmal auf rund 110 Euro pro Festmeter bei Kurzholz anziehen. Der Winter 2021/22 war dann allerdings von einer Sättigung des Rundholzmarktes, einem Nachfrageeinbruch bei Bauholz, Exporteinbrüchen und einem deutlichen Preisverfall gekennzeichnet. Inzwischen hat sich der Preis wieder stabilisiert.

Weil der Borkenkäferbefall erst in den nächsten Wochen absehbar ist, wegen des Ukraine-Kriegs und dem Containerstau in Shanghai sogar so banale Werkstoffe wie Isoliermaterial oder Nägel für die Bauwirtschaft fehlen, empfahl Mayr auf Sicht zu fahren und Risiken zu minimieren: „Auch wenn Schnittholz aus Belarus, Russland und der Ukraine fehlen sowie Holz weltweit nachgefragt ist, rate ich von Spekulationen ab.“

Dialog mit Miesbacher Jagdverband

Einen weiteren Schwerpunkt widmete der WBV-Chef zukunftsfähigen Wäldern. Dabei vermisst er einen fehlenden Dialog und stellte verärgert fest: „Klimawandelstrategisch geistern viele Maßnahmen herum. Dabei werden oft Beschlüsse über die Köpfe der Waldbesitzer als eigentliche Experten hinweg gefasst. Stattdessen wird auf selbsternannte Wald­retter gehört.“ Außerdem seien zukunftsfähige Wälder ohne angepasste Wildbestände unmöglich.

In die gleiche Kerbe schlug Korbinian Wolf, der kürzlich Christian Webert als Bereichsleiter Forsten im AELF nachfolgte: „Eine angepasste Jagd ist für den nötigen Waldumbau Grundvoraussetzung.“ Eine Annäherung gab es mit Wolfgang Mayr, dem neuen Vorsitzenden der Kreisgruppe Miesbach im Bayerischen Jagdverband (BJV).

2021 fast 33.500 Hektar Wald bewirtschaftet

Nach einem ersten Gespräch meinte Forstmann Mayr: „Ich bin optimistisch, dass ein vielversprechender Neuanfang gemacht ist.“ Das bestätigte der Jäger Mayr: „Ich stehe immer für einen Dialog auf fachlicher und sachlicher Ebene bereit.“ Als Beweis dafür zog Miesbachs oberster Jäger seinen ausgefüllten WBV-Mitgliedsantrag aus der Joppentasche. Einmütigkeit herrschte zwischen WBV und BJV, dass der enorm gestiegene Freizeitdruck den Wäldern ziemlich zusetzt.

Zu 2021 vermeldete WBV-Geschäftsführer Alexander Necker positive Zahlen. Demnach bewirtschaften rund 2.300 Mitglieder fast 33.500 Hektar Wald. Die vermarktete Gesamtmenge betrug 77.739 Festmeter. Knapp 61.600 Festmeter waren Nadelstammholz. Gepflanzt wurden 26.800 Schösslinge – drei Viertel davon Laubholz.

2021 an die 16.900 Tonnen CO2 eingespart

Als Erfolgsmodell habe sich die 2006 gegründete MW Biomasse AG herausgestellt. In 26 Heizwerken wurden knapp 60.000 Schüttraummeter Hackschnitzel verwertet und damit 12.000 kW Kesselleistung erzeugt. Zusammen mit 4.180 Tonnen vermarkteter Pellets ergab sich nach Neckers Berechnung eine Einsparung von 6,34 Millionen Liter Heizöl – respektive an die 16.900 Tonnen CO2.

Darüber hinaus sorge die Wert­holzsubmission seit 24 Jahren für hervorragende Ergebnisse. Heuer erzielte ein Riegelahorn aus dem Forstbetrieb Landsberg mit 16.970 Euro pro Festmeter einen neuen Spitzenwert. hac

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Ringen um Krankenanstalt Dr. May in Kreuth: Etappensieg für Gemeinde
Miesbach
Ringen um Krankenanstalt Dr. May in Kreuth: Etappensieg für Gemeinde
Ringen um Krankenanstalt Dr. May in Kreuth: Etappensieg für Gemeinde
Abstriche in Rottach: Corona-Testzentrum im früheren Postamt startet
Miesbach
Abstriche in Rottach: Corona-Testzentrum im früheren Postamt startet
Abstriche in Rottach: Corona-Testzentrum im früheren Postamt startet
Krankenhaus Agatharied: Neue Möglichkeiten zur Behandlung von Krebskranken
Miesbach
Krankenhaus Agatharied: Neue Möglichkeiten zur Behandlung von Krebskranken
Krankenhaus Agatharied: Neue Möglichkeiten zur Behandlung von Krebskranken
Zum Start auf den Chefsessel
Miesbach
Zum Start auf den Chefsessel
Zum Start auf den Chefsessel

Kommentare