Trauer im Ort

Zum Tod von Bürgermeister Hans Schönauer

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Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer ist im Alter von 67 Jahren gestorben.

Irschenberg – Die schockierende Nachricht vom völlig überraschenden Tod von Hans Schönauer am vergangenen Donnerstagnachmittag rief in der Gemeinde und bei vielen Weggefährten ungläubiges Entsetzen hervor.

In einer Münchner Klinik hatte sich Schönauer vor wenigen Wochen einer schon lange geplanten Hüftoperation unterzogen. Wegen einer voran gegangenen Herz-OP hatte diese bisher verschoben werden müssen. Zunächst lief dem Vernehmen nach auch alles gut. Schönauer befand sich bereits auf dem Weg der Besserung und die Reha war schon geplant. Dann aber machte plötzlich das Herz Probleme, die die Ärzte nicht mehr in den Griff bekamen.

Politiker aller Couleur und weit über die Landkreisgrenze hinaus haben unmittelbar nach der schlimmen Nachricht Schönauers Wirken als Bürgermeister, Kreisrat und großartige Persönlichkeit gelobt. Dabei fielen vollkommen zu Recht Charaktereigenschaften wie bodenständig, geradlinig, offen, aber auch in der Sache bestimmt.

Hans Schönauer übernahm als gelernter Maschinenbaumeister und Berufsschullehrer im Jahr 2002 das Amt des Bürgermeisters und hatte für die Entwicklung Irschenbergs klare Vorstellungen und Ziele: Dazu gehörten wohnortnahe Arbeitsplätze, ein gutes Miteinander von Alt und Jung und der Erhalt der Tradition. So hat sich die Gemeinde nach seinem Amtsantritt dann auch prächtig weiterentwickelt. Was Schönauer tat, war echt und authentisch. Als Selbstverständlichkeit und als Verantwortung für die kommenden Generationen trat er immer dafür ein, klug hauszuhalten und nie mehr auszugeben als eingenommen wurde. Auch bei seinem letzten öffentlichen Termin unmittelbar vor der OP beim Neujahrsempfang am 13. Januar strotzte der Bürgermeister nur so voller Energie und Tatendrang. Bei all dem blieb als eine seiner herausragenden Charaktereigenschaften aber sicherlich sein unbändiger Humor in nahezu allen Lebenslagen. Stets war er bereit, über sich selbst zu lachen, aber niemals einen Scherz auf Kosten anderer zu machen. Oft war es diese so sehr liebenswerte Eigenart Schönauers, dank der in einer schier vertrackten Lage doch noch ein guter Kompromiss gefunden wurde.

Persönlich durfte ich Hans Schönauer bei einem Interview vor wenigen Jahren kennenlernen. Aus dem Arbeitsgespräch wurde ein langer Ratsch über Gott und die Welt. Seither haben sich unsere Wege immer wieder mal gekreuzt und ich habe jede Begegnung in guter Erinnerung. Mit einem Schmunzeln denke ich zurück, als er als Auktionator in seiner unnachahmlichen Art Bilder für einen guten Zweck versteigerte, die Kinder des Caritas-Kinderdorfes von Landkreispersönlichkeiten gemalt hatten. Als sein eigenes an der Reihe war, meinte er nur trocken: „Also ganz ehrlich, für ein Bild von mir würde ich nicht so viel Geld ausgeben.“ Der Käufer hat das Bild dann als Überraschung und sehr zur Freude aller Anwesenden zur Einweihung des neuen Kindergartens gestiftet. Dort bekam es einen Ehrenplatz. Im Gedanken an diese Begebenheit vermischt sich heute in mir ein Lächeln mit tiefem Leid über den viel zu frühen Tod von Hans Schönauer und der Trauer, von einem Menschen Abschied nehmen zu müssen, der einen so aufrechten Charakter hatte.   Helmut Hacker

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