Neue Herausforderungen

20 Jahre Berufsfachschule für Altenpflege in Miesbach / Ab 2020 veränderte Ausbildung

+
Ein Geschenk als Erinnerung: Der frühere Direktor Ulrich Brenner (l.) hat vom neuen Schulleiter Alexander Ohly ein Selbstporträt erhalten. Mit Ute Kick, Geschäftsführerin der GGSD, haben sie das 20-jährige Bestehen der Berufsfachschule gefeiert.

Miesbach/Landkreis – Mit dem 20-jährigen Bestehen der Berufsfachschule für Altenpflege in Miesbach kommen große Veränderungen und damit neue Herausforderungen auf das Team zu. Die Mitarbeiter rund um Schulleiter Alexander Ohly bereiten sich auf die generalistische Ausbildung vor. Was das bedeutet, ist auch bei der Feierstunde zum runden Geburtstag am vergangenen Dienstag erläutert worden.

Was macht eine gute Schule aus? Diese Frage stellte Ohly in seinem Grußwort an die geladenen Gäste und lieferte direkt die Antwort: „Es ist ein Ort, der mir Sicherheit bietet, wo ich Kompetenz spüre und der Interesse an mir zeigt.“ Bis heute ist die Atmosphäre an der von der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste (GGSD) betriebenen Ausbildungsstätte eine besondere – das merkte man auch bei der Feierstunde mit Schülern und Lehrern. Das bleibt hoffentlich auch so, wenn die generalistische Pflegeausbildung ab dem nächsten Jahr kommt.

Generalistische Pflegeausbildung bedeutet, dass die bisherigen Ausbildungen für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zusammengefasst werden. Mit dem neuen Berufsabschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann können die examinierten Fachkräfte in allen Bereichen arbeiten. So beschlossen worden ist dieser Schritt vom Bundestag bereits im Juni 2017 mit dem sogenannten Pflegeberufereformgesetz. Damit will die Bundesregierung auf den Fachkräftemangel einwirken, der vor allem im Altenpflegebereich droht. Dass das nun schon die Lösung für das Problem ist, zweifelt GGSD-Geschäftsführerin Ute Kick an. „Es ist noch nicht komplett durchdacht, aber wird sich sicher regeln“, sagte sie. Fakt ist, dass der demografische Wandel voll im Gange ist und die Menschen immer älter werden. Weil das so ist, werden auch immer mehr Menschen pflegebedürftig, erkranken etwa an Altersdemenz und können nicht mehr für sich selbst sorgen. Laut Bundesministerium für Gesundheit wird die neue Ausbildung so ablaufen, dass alle Lehrlinge zwei Jahre eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung erhalten, in der sie einen Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung wählen. Auszubildende, die im dritten Jahr die generalistische Ausbildung fortsetzen, erwerben den Berufsabschluss Pflegefachfrau beziehungsweise -mann. Auszubildende, die ihren Schwerpunkt in der Pflege alter Menschen oder der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sehen, können einen gesonderten Abschluss in Alten- oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erwerben. „Sechs Jahre nach Beginn der neuen Ausbildungen soll überprüft werden, ob für die gesonderten Berufsabschlüsse in der Alten- oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege weiterhin Bedarf besteht“, heißt es.

Zum 20-jährigen Bestehen aktuell sind auch der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) und Miesbachs Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) gekommen, um Glückwünsche auszurichten. „Es ist ein wunderschöner Beruf, bei dem man Menschen hilft, etwas Gutes und Sinnhaftes für die Gesellschaft tut“, sagte Rzehak. „Das wird oft zu wenig gewürdigt.“ Als Kommunalpolitiker frage man sich mitunter, wie man unterstützen könne, erklärte Fertl. Er habe vor Kurzem gehört, dass es mit Praktikumsplätzen knapp zugehe und das wäre doch ein guter Punkt, um etwas an der Situation zu ändern, erklärte er auch an den Landrat gewandt. Belohnt wurde das Versprechen mit tosendem Applaus. Am meisten Eindruck machte jedoch der Vortrag von Martin

Alsheimer, Leiter der Hospiz-Akademie der GGSD, der frei heraus über Sterben und Tod sowie die Frage, wie man Abschiede gestalten kann, sprach. Er schloss seinen Vortrag mit dem Gedicht „Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte“, das die Frage beantwortet, was man alles anders machen sollte, wenn man noch einmal von vorne anfangen könnte.ksl

Auch interessant

Meistgelesen

Diebe rollen Schubkarre samt Tresor über Hof – Anwohner verständigt sofort die Polizei
Diebe rollen Schubkarre samt Tresor über Hof – Anwohner verständigt sofort die Polizei
Wiesseerin (52) geht über Zebrastreifen, wird von Auto erfasst und stirbt
Wiesseerin (52) geht über Zebrastreifen, wird von Auto erfasst und stirbt
Die Gewissheit, in guten Händen zu sein!
Die Gewissheit, in guten Händen zu sein!
Unfall im Weyarner Kletterzentrum: 45-Jährige verletzt
Unfall im Weyarner Kletterzentrum: 45-Jährige verletzt

Kommentare