„Jetzt arbeitet die Sonne für uns“

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THOMAS KLOTZ, Miesbach – Die Hitze der vergangenen Tage machte den Menschen im Landkreis zu schaffen. Bei Temperaturen weit über 30 Grad Celsius, versprach ein Sprung ins Wasser Abkühlung – beispielsweise im Miesbacher Warmfreibad. Damit der aber nicht zu einem totalen Kälteschock führt, wird das Bad beheizt – bislang nur mit Gas. Doch vergangenen Samstag war „ein Feiertag nicht nur für mich, sondern ein Feiertag für Miesbach“, sagte Erhard Pohl, Badereferent der Stadt. Denn die neue Absorberanlage auf dem Dach des Warmbades wurde eingeweiht. Was in der Badesaison 2009 als Testprojekt am Kinderbecken ausprobiert worden war, wurde nun für das gesamte Bad installiert. Rund 300 Quadratmeter schwarzer Schlauchmatten bedecken sowohl das Hauptgebäude als auch einen eigens auf der Dachterrasse errichteten Dachstuhl. Hannes Schretter von der verantwortlichen österreichischen Firma „AST Eis- und Solartechnik“ erklärte den Interessierten – darunter auch Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz – die Funktionsweise der Absorberanlage bei einem Rundgang. Die kleinen schwarzen Rohre wurden direkt auf die Dachziegel aufgeklebt. Das sei günstig und unsichtbar, erklärte Schretter. Bis zu 30.000 Liter Badewasser kann die Anlage pro Stunde um fünf bis acht Grad Celsius erwärmen. Geplant ist, die Temperatur des Wassers abends auf bis circa 29 Grad Celsius aufzuheizen. Dann hätte das Bad auch in den Morgenstunden noch angenehme 24 Grad, erklärte Pohl. Die Anlage soll sich schon in etwa sechs Jahren amortisiert haben. Pohl betonte neben dem wirtschaftlichen auch den ökologischen Aspekt: „Die Anlage soll Geld und Ressourcen sparen und die Zukunft unseres Bades sichern.“ Zwar weiß man noch nicht genau, wie viel durch die Investition jährlich eingespart werden kann, und „ganz ohne Gas wird’s wohl nicht gehen“, sagte Pohl. Doch sei die Technik zukunftsweisend, denn: „Jetzt arbeitet die Sonne für uns.“. Und dafür schmeichelte Bürgermeisterin Pongratz dem Österreicher Schretter und der Firma AST: „Das muss man den Österreichern lassen: Die sind findiger als wir. Und das, obwohl wir gar nicht so weit auseinander sind.“ Diese Findigkeit fand auch bei Pfarrer Herbert Weingärtner lobende Worte: „Es geht darum, ein Zeichen zu setzen, mit den vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen.“ Er segnete die neue Absorberanlage und das Freibad mitsamt den Gästen.

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