Nicht nur SME-Baustelle stört

Gemeinderat übt Kritik am Umfeld des Jod-Schwefelbads

Blick vom Jod-Schwefelbad in Bad Wiessee
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Der Blick vom Jod-Schwefelbad aus ist derzeit wenig einladend. Mit verschiedenen Maßnahmen soll daher das Umfeld des Bades hübscher und interessanter gestaltet werden.

Bad Wiessee – Nicht nur die SME-Baustelle stört im Umfeld des Jod-Schwefelbades in Bad WIessee. Auch andere Punkte wurden nun im Gemeinderat kritisiert.

Für seine Kritik am wenig einladenden Umfeld des Jod-Schwefelbads in Bad Wiessee erhielt Gemeinderat Johann Zehetmeier (Freie Wählergemeinschaft – Wiesseer Block) in der Septembersitzung viel Zustimmung. Die SPD-Fraktion legte in der jüngsten Sitzung nach und stellte einen Antrag, das Umfeld attraktiver zu gestalten. Indes sind der Gemeinde, was die seit Mai 2019 brachliegende Baustelle des Schweizer Investors SME betrifft, die Hände gebunden. In anderen Bereichen hat sich aber, wie Bürgermeister Robert Kühn sagte, bereits etwas getan.

„Das Umfeld um das Jod-Schwefelbad ist ein richtiges Trauerspiel“, stellte Zehetmeier fest und bat darum, doch zeitnah ein „für unser Flaggschiff“ passendes Ambiente zu schaffen, das auch die Besucher dieser einmaligen Architektur adäquat empfängt. Angefangen von der Asphaltwüste bei den Parkplätzen ziehe sich dies bis hin zum Blick auf die brachliegende SME-Baustelle. „Ich habe den Eindruck, jetzt haben wir eröffnet und nun lassen wir die Flügel hängen“, fasste Zehetmeier seine Kritik zusammen.

In Bezug auf die wenig einladende Aussicht auf die SME-Baustelle fragte Klaudia Martini (SPD) nach, ob die SME denn bereit wäre, statt des Drahtzauns eine Holzverschalung anzubringen, wie sie zur Seeseite steht. Dazu informierte der Rathauschef das Gremium, dass er diesbezüglich bereits mit SME-Geschäftsführer Florian Kamelger telefoniert hat: „Ich habe die Auskunft bekommen, dass die SME selbstverständlich einen Bretterzaun anbringt, wenn wir es bezahlen. Wobei sich mir eh die Frage stellt, ob eine der beiden Lösungen als schön bezeichnet werden kann. Zumindest aber haben wir die Erlaubnis bekommen, den Zaun kostenfrei für Werbezwecke für das Jod-Schwefelbad zu nutzen.“

Mit ihrem danach schriftlich gestellten Antrag möchte die SPD-Fraktion die Außenwirkung und die Sichtbarkeit des neuen Jodschwefelbads dennoch unverzüglich optisch verbessert sehen. „Viele Leute, die vor dem Bad stehen, fragen, was sich denn in dem Gebäude befindet“, sagte Bernd Kuntze-Fechner (SPD). Daher könnten unter anderem gut sichtbare Tafeln Informationen zur Geschichte des Heilbads und das Angebot im Haus geben. Außerdem sollen geeignete Hinweise an der Münchner Straße auf das Jod-Schwefelbad hinweisen. Wie in dem Antrag zu lesen ist, seien diese Maßnahmen notwendig, weil wegen der corona-bedingten Haushaltslage die für 900.000 Euro veranschlagte Sanierung der Wilhelminastraße derzeit nicht vertretbar sei.

Wie Kühn sagte, sind in einigen Bereichen bereits Maßnahmen beauftragt. So ist unter anderem für die Münchner Straße ein neues und aussagekräftiges Schild in Auftrag gegeben und werden in den Bushäuschen die bisherigen Badepark-Werbetafeln mit solchen ausgetauscht, die explizit das Jod-Schwefelbad bewerben. Der Antrag wurde schließlich einstimmig vom Gemeinderat angenommen. hac

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