Für den Miesbacher und Tölzer Landkreis

Bundestagswahl 2021: SPD-Kandidat Hannes Gräbner im Gespräch

Bundestagswahl 2021: Hannes Gräbner (SPD)
+
Hannes Gräbner (54) arbeitet bei einem Münchner Privat­sender als Senior Manager Media Content. Er ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.
  • VonKatja Schlenker
    schließen

Landkreis – Am 26. September ist Bundestagswahl. Das Gelbe Blatt stellt alle Kandidaten aus dem Wahlkreis 223 vor. Heute: Hannes Gräbner (SPD). Wir haben ihm sieben Themen vorgegeben. Hier seine Antworten:

Die Autobahnen und Bundesstraßen im Wahlkreis sind wichtige Transitstrecken. Dennoch braucht es für Anwohner...
...eine intelligente Verkehrsplanung, die eben nicht den x-ten Ausbau und die x-te Umfahrung, die nur die Landschaft verschandelt und mehr Verkehr anzieht, für das alleinige Heilmittel hält. Vielmehr müssen wir über Verkehrsmittel hinweg mit den veränderten Verkehrsanforderungen, zum Beispiel durch die ungebrochene Popularität unserer Region im Ausflugsverkehr, ganzheitlich planen. Berufspendler, Ausflügler, Transitverkehr: Das alles kann – kritisch betrachtet – auch mit den Anforderungen des 21. Jahrhunderts in Einklang gebracht werden, wenn man die Verkehrspolitik anders als bisher zu begreifen lernt und auch zum Beispiel mehr in Richtung Schiene denkt.
Die Verkehrswende ist aktuell ein großes Thema im Oberland und bundesweit. In den Bereichen ÖPNV und Radfahren müsste dringend...
...viel mehr als bisher ausgebaut werden. Fahrradwege wie ÖPNV-Anbindungen hätten in unserer Region viel mehr Potenzial. Dafür bräuchte es mehr und stärker genutzte Takte bei den Regionalzügen und ein noch dichteres Fahrradnetz mit mehr Verleihstationen. Gute Ansätze sind da, sie müssen allerdings noch stärker forciert werden.
Auch Klimaschutz spielt derzeit eine große Rolle, fängt aber oft im Kleinen an. Im Oberland sowie auf Bundesebene sollte daher...
...erstens immer an die flächendeckende Versorgung mit regional hergestellter, klimaneutraler Energie gedacht werden, wie zum Beispiel beim Otterfinger Windradprojekt. Zweitens dürfen die Bürger nicht übermäßig mit zusätzlichen Kosten wie der CO2-Abgabe zur Kasse gebeten werden. In Regionen mit ausbaufähiger ÖPNV-Anbindung sind viele Menschen oftmals auf das Auto angewiesen. Viele Mieter können sich auch nicht aussuchen, ob und wann ihr Vermieter die alte Ölheizung austauscht. Klimaschutz muss sozial ausgeglichen gestaltet werden. Drittens sollte im Oberland wie auch auf Bundesebene viel mehr auf eine nachhaltige, regionale Versorgung mit Lebensmitteln sowie ihre möglichst effiziente Nutzung geachtet werden.
Die Zahl der Ausflügler im Oberland ist mit der Corona-Pandemie nochmals gestiegen. Im Sinne der Einheimischen und Gäste ist es unerlässlich, dass...
...wir dieses Thema gemeinsam angehen. Der Ausflugsansturm hat uns Einheimischen nochmal recht deutlich gezeigt, wo wir zum Beispiel Verbesserungsbedarf beim Verkehrskonzept haben. Erst wenn ÖPNV-Angebote attraktiv für Gäste sind, können sie Erfolg haben. Schließlich bringt jeder Besucher der einheimischen Gastronomie Umsatz und erhält Arbeitsplätze. Andererseits sind wir weiterhin auf die Rücksichtnahme der Ausflugsgäste angewiesen, damit sich Schlagzeilen von Müllbergen und Verunreinigungen ob mit oder ohne Lockdown nicht wiederholen.
Auch Immobilienpreise und Mieten sind durch die Corona-Pandemie nochmals in die Höhe geschnellt. Der Durchschnittsbürger kann sich Wohnraum im Oberland künftig nur noch leisten, wenn...
...er reich geerbt hat (lacht). Spaß beiseite: Das Thema Wohnen ist zu komplex und zu wichtig, um im Rahmen einer einzigen Frage zufriedenstellend abgehandelt zu werden. Nur so viel: Ich bin der Meinung, wir brauchen viel mehr Förderungen von genossenschaftlichen Bauprojekten im Oberland und eine sozialgerechte Bodennutzung sowie offizielle Stellen, die genau schauen, dass sich soziale Gerechtigkeit auch beim Bauen und Wohnen adäquat widerspiegelt.
Im Wahlkreis gibt es mehrere Kreiskliniken. Um die kommunalen Krankenhäuser zukunftssicher aufzustellen, braucht es...
...zuallererst eine Abkehr vom Profitgedanken, dem man beim Betreiben eines Krankenhauses alles unterordnen muss. Ihre vermeintliche Rentabilität ist leider mit dem Abrechnungssystem der Fallpauschalen verbunden. Das führt zu der in meinen Augen absurden Situation, dass Fachbereiche wie die Geburtshilfe plötzlich angeblich nicht mehr rentabel sind. Wer so denkt, für den sind Personalkosten auch immer ein großes Thema. Weswegen in Zeiten von bundesweitem Pflegenotstand immer noch gut ausgebildetes und hart arbeitendes Personal dem Rotstift zum Opfer fällt. Gesundheit ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht. Deshalb dürfen Krankenhäuser nie einem Kosten- und Rentabilitätsdiktat unterworfen werden.
Die Corona-Pandemie hat auch den Pflegenotstand in Deutschland noch einmal deutlicher hervorgehoben. Die Situation wird sich nur verbessern, wenn...
...endlich flächendeckend Tariflöhne in der Pflege bezahlt werden. Da sind wir ja in ganz Deutschland dank des SPD-geführten Arbeitsministeriums auf einem guten Weg. Außerdem brauchen Pfleger bessere Arbeitsbedingungen. Das heißt auch eine höhere Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Einsatzfeldern und den einzelnen beruflichen Hierarchiestufen. Das würde die Attraktivität des Berufes erhöhen und auch die Effizienz im Berufsalltag steigern.

Mehr zum SPD-Kandidaten Hannes Gräbner erfahren Sie hier.

Alle Porträts der Direktkandidaten:

ksl

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Keine Perspektive für Skigebiete: Brauneck- und Wallbergbahn fahren trotzdem
Miesbach
Keine Perspektive für Skigebiete: Brauneck- und Wallbergbahn fahren trotzdem
Keine Perspektive für Skigebiete: Brauneck- und Wallbergbahn fahren trotzdem
St 2573 zwischen Lochham und Marschall: Schulbus kommt von Straße ab
Miesbach
St 2573 zwischen Lochham und Marschall: Schulbus kommt von Straße ab
St 2573 zwischen Lochham und Marschall: Schulbus kommt von Straße ab
Prüfung bestanden: Magdalena Margreiter beendet Ausbildung bei TTT
Miesbach
Prüfung bestanden: Magdalena Margreiter beendet Ausbildung bei TTT
Prüfung bestanden: Magdalena Margreiter beendet Ausbildung bei TTT
Smarte Tourismusregion: ATS will Besucher im Landkreis Miesbach lenken
Miesbach
Smarte Tourismusregion: ATS will Besucher im Landkreis Miesbach lenken
Smarte Tourismusregion: ATS will Besucher im Landkreis Miesbach lenken

Kommentare