Ein steiniger Weg

Kein Kavaliersdelikt: Probleme durch Findlinge an Gartenzäunen in Rottach-Egern

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Dieses und andere Fotos hat der Bürgermeister in der Sitzung gezeigt: Die Findlinge am Straßenrand stören und sind vor allem auch gefährlich, zum Beispiel für den Winterdienst.

Rottach-Egern – Lange habe es die Verwaltung im Guten versucht, doch nun hat Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck sich doch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates öffentlich Luft gemacht. Es geht um ein leidiges Problem: Etliche Einwohner platzieren riesige Steine und Holzstangen auf den Grünstreifen an ihren Grundstücken, damit dort niemand parkt und der Schneepflug dem Gartenzaun nicht zu nahe kommt. Das ist allerdings eine gefährliche Angelegenheit.

Zum einen handelt es sich bei den Randstreifen um Gemeindegrund. Folglich nutzen die Grundstückseigentümer das Land unrechtmäßig für die Steine. Doch darum geht es gar nicht primär. Denn zum anderen sind diese großen Steine und an den Gartenzaun gelehnten Holzstangen eine Gefahr für andere. „Wenn im Winter dort einer mit dem Schneepflug einfädelt, haben wir ein großes Problem“, erläuterte Köck. Deswegen hat die Verwaltung zahlreiche Eigentümer im September angeschrieben, um sie auf das Problem aufmerksam zu machen. Den Bürgermeister ärgert vor allem auch die Art und Weise, wie Anwohner mit den Schreiben umgehen, dass sie die Stangen und Steine entfernen sowie ihre Hecken zurückschneiden sollen. Zum Teil werde gar nicht oder uneinsichtig reagiert. „Es gab lapidare, arrogante und anmaßende Antworten“, sagte der Rathauschef aufgebracht. „Wir haben es im Guten versucht und werden nicht ernst genommen.“ Doch nun ist Schluss mit lustig, denn wenn angeschriebene Grundstückeigentümer nicht innerhalb der vorgegebenen Frist von meist drei bis vier Wochen reagieren, wird die Verwaltung die Steine künftig vom Bauhof entfernen lassen – und die Kosten in Rechnung stellen.

Um das Problem zu verdeutlichen, wurden in der Sitzung zahlreiche Bilder von Steinen und Stangen am Gartenzaun gezeigt, die zum Beispiel am Wei­ßachdamm, der Edelweiß-, der Fischer- und der Steinfeldstraße zu sehen sind. Es handele sich definitiv nicht um Einzelfälle, sondern sei eine weit verbreitete Vorgehensweise, um etwa im Winter zu verhindern, dass der Schneepflug den Schnee an den Gartenzaun schiebt. Zudem würden die Steine auch an immer mehr Stellen auftauchen, erklärte der Bürgermeister.

Das überraschte dann auch die Gemeinderäte. „Die sind immer auf unserem Grund?“, fragte A­­lexandra Wurmser (CSU) ungläubig. Wenn die Steine auffallen, werde geprüft, wem der Grund gehört, sagte Geschäftsleiter Gerhard Hofmann, bevor jemand angeschrieben wird. Georg Höß (FWG) machte darauf aufmerksam, dass am Platzieren der großen Steine doch auch Firmen beteiligt sein müssen, die das kommerziell anbieten. Auch diese sollte man darauf hinweisen, dass sie mitverantwortlich sind und das nicht statthaft ist. „Was ist, wenn es dort einen Radfahrer schmeißt und der fällt auf so einen Stein?“, meinte Josef Kaiser (CSU). „Wer ist dann in der Verkehrs­pflicht, wenn das unsere Straße ist?“ Eine knifflige Frage. Die Gemeinderäte waren sich einig, dass man es nicht drauf ankommen lassen will und die Steine umgehend verschwinden müssen.ksl

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