Keine Schmalspurlösung

Elektronische Auftragsausschreibung: Holzkirchen richtet Managementsystem ein

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Im Holzkirchner Rathaus sieht man sich mit der Schaffung einer eigenen Vergabestelle für die elektronische Bearbeitung von Aufträgen im Bauwesen gut gerüstet. Jetzt wird dafür zudem ein adäquates Vergabemanagementsystem beschafft.

Holzkirchen – Die Marktgemeinde Holzkirchen rüstet sich für die elektronische Ausschreibung und Vergabe von EU-weiten Aufträgen im Bauwesen, denn dieses Verfahren wird ab einem bestimmten Schwellenwert im Herbst dieses Jahres verpflichtend. Diese hochkomplexe Materie birgt viele Fallstricke, die für eine Kommune extrem teuer werden können. Als Reaktion hat der Markt im vergangen Jahr bereits eine eigene Vergabestelle eingerichtet – die erste im Landkreis. In seiner jüngsten Sitzung hat der Hauptausschuss jetzt einstimmig beschlossen, für die neue Abteilung auch ein geeignetes Vergabemanagementsystem zu beschaffen. Kosten im ersten Jahr: zirka 18.000 Euro. In den Folgejahren sind Kosten in Höhe von etwa 12.100 Euro zu erwarten.

Christin Hensel informierte den Hauptausschuss über die bereits geleistete Aufbauarbeit in der Vergabestelle. Hensel, die als deren Leiterin Ansprechpartnerin für die öffentliche Vergabe im Bau- und Dienstleistungssektor ist, sieht nach den gemachten Erfahrungen in der Beschaffung eines modernen Vergabesystems keine Alternative: „Ab Oktober führt an den elektronischen Ausschreibungen und Vergaben, die über einem bestimmten Wert liegen, kein Weg vorbei.“ Es sei, wie sie weiter sagte, außerdem davon auszugehen, dass der Schwellenwert über kurz oder lang sinken werde und auch Kleinaufträge elektronisch abgearbeitet werden müssen. Daher müsse bereits heute ein System angeschafft werden, das auch im unterschwelligen Bereich gut handhabbar sei. „Außerdem sollte darüber die interne Kommunikation abgewickelt werden können“, empfahl sie dem Ausschuss und riet, von einer Schmalspurlösung Abstand zu nehmen .

Bedenken meldete CSU-Fraktions-Chef Christoph Schmid an, der wissen wollte, ob denn dadurch nicht die Klein- und Kleinstunternehmen aus dem Wettbewerb gedrängt werden und vielleicht nicht doch eine kleinteiligere Lösung sinnvoll sei. Hensel berichtete aber durchaus von guten Erfahrungen und qualitativ hochwertigen Angeboten: „Wir haben ein Herantasten der kleineren Betriebe beobachtet und es wird, im Gegenteil, gut angenommen.“ Wie sie weiter versicherte, bestehe außerdem für eine Übergangszeit weiterhin die Möglichkeit, schriftliche Angebote anzunehmen.

Eine interkommunale Zusammenarbeit der Holzkirchner Vergabestelle mit benachbarten Gemeinden wird es, wie Irmi Ammer (SPD) wissen wollte, vorerst wohl nicht geben. Allerdings wurde die Holzkirchner Vergabestelle bei einer Bürgermeisterbesprechung schon einmal vorgestellt. Hensel riet, das erst einmal mit „angezogener Handbremse“ anzugehen: „Anfragen gibt es schon. Schließlich werden ab Herbst alle Gemeinden mit den elektronischen Verfahren gefordert sein. Priorität ist aber, dass das System erst einmal bei uns einwandfrei läuft. Erst dann sollten wir mit benachbarten Gemeinden über solche Verträge reden.“ Auszuschließen ist dies also nicht. Zudem wäre eine interkommunale Zusammenarbeit bei Vergabeverfahren, wie Geschäftsleiter Robert Haunschild feststellte, sogar eine bayernweite Premiere. 

hac

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