Alte Pläne ganz aktuell

Kinderbetreuung in Miesbach: Ausschuss spricht sich deutlich für Anbau am Kloster aus

+
Eine Erweiterung des Montessori-Kindergartens durch einen Neubau plant die Stadt Miesbach vorerst nicht.

Miesbach – Mit Containern auf der Waitzinger Wiese möchte die Stadt schnell fehlende Kinderbetreuungsplätze schaffen. Die Umbaupläne für das ehemalige Kloster in ein Kinderhaus laufen derweil unverändert weiter. Und nun kommt eine bereits verworfene Option doch wieder auf den Tisch: der Anbau am Kloster. Der Bauausschuss hat sich am vergangenen Dienstag dafür ausgesprochen, den Neubau doch anzugehen. Entscheiden muss der Stadtrat.

Schon in dessen Sitzung vergangen Woche war das ad acta gelegte Vorhaben Thema gewesen – allerdings nur, um sich darüber zu streiten, wer wann was falsch oder richtig entscheiden hat. „Ich möchte nicht mehr zurückschauen“, sagte nun Paul Fertl (SPD) im Bauausschuss, fragte aber, warum über eine neue Variante diskutiert werde, „wenn wir doch schon einen fertigen Vorentwurf haben“. Auf der Tagesordnung hatte die Prüfung einer Erweiterungsmöglichkeit des Montessori-Kindergartens gestanden. Bis zu vier weitere Gruppen könnten grundsätzlich untergebracht werden. Architekt Joachim Staudinger stellte dazu Entwürfe sowohl als ein- wie als zweigeschossiger Erweiterungsbau mit Verbindungsgang vor. Erd- plus Obergeschoss würden den Bau aber deutlich aufwändiger machen, erklärte Staudinger. „Dann brauchen wir ein Treppenhaus, einen zweiten Fluchtweg und für die Barrierefreiheit einen Aufzug.“ Staudinger hat die Räume so geplant, dass eine flexible Nutzung – von Krippe bis Hort – möglich wäre. Die Kosten belaufen sich auf etwa 600.000 Euro je Gruppe, den Betrag setze die Regierung von Oberbayern an, erklärte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz. Bis zu 2,4 Millionen Euro würde also ein Anbau kosten.

Skeptisch betrachteten die Ausschussmitglieder, dass beim Montessori-Kindergarten schöne Freiflächen verbaut würden. Zwar wäre der Anbau im nördlichen Bereich möglich, um zumindest den schön gewachsenen Garten im Süden zu schonen. „Das wird schon sehr zerschnitten“, befürchtet Pongratz. „Das sollten wir nicht kaputt machen“, stimmte Stefan Griesbeck (CSU) zu. Sein Fraktionskollege Franz Mayer hat auch deshalb Bedenken, weil „da oben dann noch mehr Verkehr ist“.

So gab es keinen Widerspruch zu Fertls Feststellung, „dass das Sinnvollste der Anbau am Kloster ist“. Ein Argument dafür ist für Mayer auch, „dass wir dort mit der Diakonie schon einen Betreiber haben“, der den Neubau nebenan zusätzlich übernehmen könnte. Mayer hofft zudem auf Synergieeffekte, wenn es auch mit dem Umbau des Bestands losgeht: Vielleicht finden wir jemanden, der beides baut“, sagte Mayer. „Wir sollten jetzt schauen, dass das so schnell wie möglich geht“, betonte Markus Baumgartner (CSU) mit der Hoffnung, schon im Herbst mit dem Bau beginnen zu können. Er plädierte aber dafür, parallel am Montessori-Kindergarten weiterzuplanen. „Vielleicht brauchen wir das auch noch“, sagte er. „Wir sollten jetzt nicht alles überstürzen“, hielt Fraktionskollege Griesbeck dagegen. Schließlich müsse die Stadt auch alles finanzieren können, gab er zu bedenken. Manfred Burger (Grüne) sprach sich ebenfalls für den Anbau am Kloster aus, zudem schlug er vor, sich die Situation am Montessori-Kindergarten vor Ort anzuschauen. Zunächst wird aber der Stadtrat in seiner Juni-Sitzung über den Anbau am Kloster entscheiden. „Und wenn wir immer noch was brauchen, haben wir jetzt schon was“, sagte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz mit Blick auf Staudingers Entwürfe. ft

Auch interessant

Meistgelesen

Knigge für die Alm
Knigge für die Alm
Oberland-Schienennetz sollen elektrifiziertet werden
Oberland-Schienennetz sollen elektrifiziertet werden
Öffentlicher Bücherschrank am Miesbacher Marktplatz ist endlich fertig
Öffentlicher Bücherschrank am Miesbacher Marktplatz ist endlich fertig
Hotel Bussi Baby: Neues Personalhaus in Bad Wiessee wird breiter statt höher
Hotel Bussi Baby: Neues Personalhaus in Bad Wiessee wird breiter statt höher

Kommentare