Mit Rosi ins Kino

„Trautmann“ läuft seit Donnerstag / Regisseur Marcus H. Rosenmüller am Montag zu Gast im Landkreis

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Regisseur Marcus H. Rosenmüller holte sich für seine Dreharbeiten einmal mehr Unterstützung aus der Heimat: Unter anderem etwa 30 Tänzer der Crachia und der Rock‘n‘Roll Freunde Hausham wirkten bei „Trautmann“ mit.

Hausham – Vielleicht, mutmaßt Marcus H. Rosenmüller, war es sein Glück, dass dieser Film „vor 20 Jahren wohl noch nicht möglich gewesen wäre“. So konnte der Haushamer Regisseur die Geschichte von Bert Trautmann ins Kino bringen, die ihm Produzent Robert Marciniak 2008 zum ersten Mal erzählte. Bei den Dreharbeiten setzte Rosenmüller aber nicht nur auf die Möglichkeiten der modernen Technik, sondern auch auf den guten Draht in seinen Heimatort, der sich schon oft bewährt hat. So steckt in „Rosis“ erster großer internationaler Produktion auch ein großes Stück Hausham. Und da schaut er am kommenden Montag im Rahmen seiner Kinotour auch vorbei.

Marcus H. Rosenmüller

"Mir ist der persönliche Bezug wichtig“, sagt Rosenmüller. Deshalb holte er auch für dieses Projekt Bekannte und bewährte Kräfte dazu. Ria Röpfl etwa, die mit rund 30 Tänzern der Crachia und der Rock‘n‘Roll Freunde Hausham an mehreren Drehtagen dabei war. Und Peter Wagner, seinen Trainer, als Rosenmüller selbst noch für die SG Hausham die Fußballschuhe schnürte. Ihn freut sehr, „dass der Rosi mir das Vertrauen geschenkt hat“. Wagner war beim Casting und Probetraining der Fußballspieler – auch einige Haushamer sind am Ball – dabei, hat alte Videoaufnahmen studiert und die Spielzüge von damals trainiert. „Das alles war eine tolle Erfahrung“, erzählt Wagner. Knapp fünf Monate hat er an dem Film mitgearbeitet und ist begeistert von Rosis Arbeit: „Das war schon ein Erlebnis, wie er die Leute begeistern kann.“ Rosenmüllers Lob ist genauso groß. „Der Peter war ein Glücksfall.“ Wie akribisch er die Spielszenen einstudierte, „das war phänomenal“, sagt Rosenmüller. Eine große Herausforderung waren die Fußballszenen. Unter anderem vom legendären Cup-Finale 1956 im Wembley-Stadion, das es heute gar nicht mehr gibt. 100.000 Zuschauer, dargestellt von mehreren hundert Komparsen, waren damals dabei und haben gesehen, wie der Nazi-Torwart seinem Team, Manchester City, den Sieg sicherte. Dabei spielte er die letzten 20 Minuten mit gebrochenem Halswirbel. Als die Öffentlichkeit davon erfuhr, wurde er in ganz England als Held gefeiert. Dabei hatte seine Verpflichtung erst eine Welle des Protests ausgelöst. Denn der in Bremen geborene Trautmann war zum Ende des Zweiten Weltkriegs in britische Gefangenschaft geraten und bei einem Fußballspiel unter deutschen Kriegsgefangen vom Coach eines Provinzclubs entdeckt worden. Von dort schafft es „Traut the Kraut“ zu Manchester City. Das und wie Rosenmüller die historischen Fußballzenen auf die Leinwand gebracht hat, ist seit Donnerstag im Kino zu sehen. Am kommenden Montag ist der Regisseur zudem in seiner Heimat zu Gast. Erst macht er mit seiner Kinotour in Rottach-Egern Halt, dann beantwortet er in Hausham nach der 20-Uhr-Vorstellung Fragen – und wird in der Heimat wohl auch den ein oder anderen Mitwirkenden treffen. ft

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