Drei Möglichkeiten stehen zur Auswahl

Kläranlage in Bayrischzell muss saniert werden – mit diesem Nachteil für Einwohner

Kläranlage in Bayrischzell
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In die Jahre gekommen: Die Kläranlage von Bayrischzell. In den nächsten Jahren steht eine Sanierung an.

Bayrischzell – Die Kläranlage in Bayrischzell muss saniert werden. Im Gemeinderat wurden nun drei Varianten gezeigt. Die günstigste beträgt 3,5 Millionen Euro.

Eine teure Angelegenheit, aber Pflichtaufgabe der Gemeinde Bayrischzell ist die Sanierung der Kläranlage. Der Abwasserpreis wird sich dadurch für alle Bayrischzeller erheblich nach oben bewegen. „Das wird das zentrale Infrastrukturprojekt des Jahrzehnts für Bayrischzell“, sagte Bürgermeister Georg Kittenrainer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, als verschiedene Varianten vorgestellt wurden.

Sofortiger Handlungsbedarf bestehe nicht. Die Messwerte liegen derzeit in einem normalen Bereich. Dennoch dürfe man sich davon nicht täuschen lassen, es müsse etwas passieren. Die Pumpen fallen auseinander, die Elektronik ist stark veraltet und es gibt keine Ersatzteile mehr. Grundlegend saniert und erweitert wurde die Kläranlage zuletzt 1980. Viele Bauteile stammen noch aus den 1960er Jahren. Jetzt hat die Gemeinde Bayrischzell das Ingenieurbüro Dippold und Gerold beauftragt, Möglichkeiten einer Sanierung aufzuzeigen und den eventuellen Anschluss an die Kläranlage einer Nachbargemeinde zu prüfen.

Georg Kittenrainer hält eine eigene Kläranlage für 1.800 Einwohner eigentlich nicht für sinnvoll. Tatsächlich hat die Gemeinde Bayrischzell aber fast keine andere Möglichkeit. Da der Anschluss an Schliersee oder Thiersee schon aus technischen Gründen wegfalle, bliebe nur Fischbachau. „Und da führt momentan finanziell kein Weg hin“, sagte der Bürgermeister. Ein Anschluss würde rund 8 Millionen Euro kosten und wäre technisch sehr aufwendig.

Josef Waldinger vom Ingenieurbüro Gerold und Dippold und der Elektroplaner Stefan Huy stellten dem Gemeinderat weitere drei Möglichkeiten für Bayrischzell vor:

  • Die günstigste Variante wäre die Sanierung der bestehenden Anlage für rund 3,5 Millionen Euro. Als Nachteil nennt Waldinger, dass die vorhandene Schlammfaulung nicht mehr zeitgemäß sei, der Großteil der alten Bauwerke erhalten bliebe, die Betriebsprobleme im Winter und auch der vollständige Nitratabbau nicht gewährleistet werden können.
  • Die zweite Variante beinhaltet den Neubau der Belebungsanlage, die Erweiterungsmöglichkeiten bieten würde. Die Kosten würden sich auf 4,4 Millionen Euro belaufen.
  • Die dritte Möglichkeit – der Neubau eines Belebungsbeckens mit Schlammstabilisierung ist im Wesentlichen eine Neuanlage – erweiterbar und mit vollständigem Nitratabbau. Alle bisherigen Betriebsprobleme wären damit gelöst. Mit fast 5 Millionen Euro wäre das allerdings die teuerste Variante.

Im Preis enthalten ist bei allen Varianten die neue Elektronik, die an das jeweilige Modell angepasst werden muss. Auch eine Photovoltaikanlage, die sich innerhalb von rund sechs Jahren amortisieren würde, ist bereits in der Kalkulation. „Eins ist klar, wir müssen das in dieser Wahlperiode anstoßen“, sagte Georg Kittenrainer. Für eine kleine Gemeinde wie Bayrischzell mit einem Haushalt von jährlich 4 bis 6 Millionen Euro sei eine so hohe Einzelinvestition eine Ansage. „Ich habe noch nie über so hohe Summen für Bayrisch­zell verhandeln müssen“, sagte der Bürgermeister. Ein Beschluss wurde noch nicht gefasst, aber die Verwaltung beauftragt Fördermöglichkeiten zu prüfen. jw

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