Das ändert sich bei der BOB

Kleiner Fahrplanwechsel im Oberland: Neue Marke, neue Züge und mehr

Gäste bei der Einweihung der neuen BOB-Züge am Holzkirchner Bahnhof: (v.l.) Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die Abgeordneten Alexander Radwan (MdB) und Martin Bachhuber (MdL), BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs, der Tölzer Landrat Josef Niedermaier, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer und der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis.
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Gäste bei der Einweihung der neuen BOB-Züge am Holzkirchner Bahnhof: (v.l.) Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die Abgeordneten Alexander Radwan (MdB) und Martin Bachhuber (MdL), BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs, der Tölzer Landrat Josef Niedermaier, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer und der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis.

Holzkirchen – Zum kleinen Fahrplanwechsel am Sonntag werden viele Tickets der BOB günstiger. Einige Fragen sind allerdings noch offen.

Mit dem kleinen Fahrplanwechsel Mitte Juni verändert sich in vielen Bereichen etwas bei der Bayerischen Regio­bahn (BRB). So werden Meridian, BOB und BRB zusammengeführt auf die Marke BRB. Im Oberland starten neue Fahrzeuge in den regulären Betrieb. Und die beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer sorgt für günstigere Ticketpreise. Vereinzelt werden auch die Fahrpläne angepasst.

Alljährlich findet Mitte Juni der sogenannte kleine Fahrplanwechsel statt, heuer am 14. Juni. Zu diesem Termin setzen die Bahnen deutschlandweit Veränderungen um – so auch die Bayerische Oberlandbahn und die Bayerische Regio­bahn. Bereits seit Dezember 2019 werden die Marken auf BRB umgestellt, wobei gleichzeitig regionale Netzbezeichnungen eingeführt werden. Dieser Prozess ist in vollem Gange, teilt das Unternehmen mit. „So werden alle Kundencenter umgestaltet und auch an den Neufahrzeugen im Netz Oberland prangt seit der Auslieferung das BRB-Logo“, heißt es in einer Mitteilung. Die neuen Fahrzeuge ersetzen seit 14. Juni die in die Jahre gekommenen Züge des Typs „Talent“ und im nächsten Schritt auch die „Integral“-Fahrzeuge.

Die zu Jahresbeginn politisch beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer auf Zugtickets wird bayern- und deutschlandweit im Nahverkehr ab dem 14. Juni umgesetzt. Generell bedeutet dies, dass Zugfahren für alle Fahrgäste ab einer einfachen Streckenlänge von mindestens 50 Kilometern günstiger wird. Bei der BRB bedeutet die Senkung der Mehrwertsteuer zusätzlich, dass das hauseigene Guten-Tag-Ticket in der 2. Klasse um durchschnittlich gut sieben Prozent günstiger wird. In der Variante für fünf Personen kostet das Ticket dann lediglich 10 Euro pro Person. Das Oberland-MVV-Ticket wird um durchschnittlich drei Prozent günstiger, das bayernweit im Nahverkehr gültige Bayern-Ticket in der 2. Klasse um gute sechs Prozent. Einzelfahrkarten werden im Schnitt um knapp neun Prozent, Zeitkarten um durchschnittlich zehn Prozent günstiger.

Die jüngst im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets der Bundesregierung beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer wäre erst zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember möglich, heißt es weiter. „Denn rund neun Monate sind nötig, um derartige Änderungen technisch umzusetzen“, erklärt die BRB. „Es wären umfangreiche Abstimmungen und zumeist einstimmige Beschlüsse bei 27 Aufgabenträgern, rund 50 Verkehrsverbünden und allen Nahverkehrsunternehmen in Deutschland notwendig.“ Ob und in wieweit die beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer an die Fahrgäste weitergegeben werden kann, sei noch offen und werde in den dafür zuständigen bundesweiten Gremien geklärt.

Der kleine Fahrplanwechsel bedeutet auch, dass sich einige Punkte in den regulären Fahrplänen ändern. So setzt die BRB im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, zusätzliche Züge im Netz Ammersee-Altmühltal von und zur bayerischen Landesausstellung in Aichach und Friedberg ein, die corona-bedingt verspätet am 11. Juni ihre Tore geöffnet hat. Bis zum Ende der Landesausstellung im November werde auch samstags und sonntags ein 30-Minuten-Takt zwischen Aichach und Augsburg angeboten. Im selben Netz wird seit dem 14. Juni der neue Halt Ingolstadt-Audi so bedient, dass die Anschlussbeziehungen im Knoten Ingolstadt-Hauptbahnhof zur vollen Stunde erreicht werden. Ferner wird das Angebot im Netz Ostallgäu-Lechfeld sonntags bis donnerstags zwischen Marktoberdorf und Füssen in Tagesrandlage um drei Züge erweitert.

Die Unternehmen Bayerische Oberlandbahn und Bayerische Regiobahn sind Tochterunternehmen der weltweit aktiven Transdev-Gruppe, Deutschlands größtem privaten Betreiber von Bus- und Bahnverkehren. Sie fahren mit der Marke BRB im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert. Die Züge im Netz Chiemgau-Inn­tal verkehren über Rosenheim nach Salzburg und Kufstein sowie über Holzkirchen nach Rosenheim. Die Züge im Netz Oberland verkehren von München aus südlich ins bayerische Oberland nach Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee. Die Züge im Netz Ammersee-Altmühltal verkehren auf den Strecken Schongau–Weilheim–Geltendorf–Augsburg sowie Augsburg–Aichach–Ingolstadt und Eichstätt. Die Züge im Netz Ostallgäu-Lechfeld verkehren auf den Strecken Augsburg–Füssen, Augsburg–Landsberg am Lech sowie München–Füssen.

Die Transdev GmbH ist mit mehr als 6.900 Mitarbeitern und einem Umsatz von jährlich rund 1 Milliarde Euro laut eigenen Angaben der größte private Nahverkehrsanbieter in Deutschland. Die aktiven Tochtergesellschaften bringen mit modernen Fahrzeugen jährlich rund 255 Millionen Fahrgäste sicher und komfortabel an ihr Ziel. ksl

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