Kommunalwahl 2020

Kumulieren, Panaschieren, Listenwahl – so setzen Sie ihre Kreuzchen richtig

+
Dem Wähler stehen bei der Wahl des Miesbacher Kreistages mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, seine insgesamt 60 Stimmen zu verteilen.

Landkreis – So wählen Sie richtig zur Kommunalwahl 2020 im Landkreis Miesbach: Wann die Stimmzettel gültig sind und was Kumulieren, Panaschieren und Listenwahl bedeuten, erklären wir hier.

Ein riesiger Papierbogen mit neun Listen und 450 Namen – allein bei der Kreistagswahl kann es für Wähler im Landkreis Miesbach bei der Kommunalwahl am Sonntag, 15. März, kompliziert werden. Das Wahlrecht ist laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann eines der grundlegenden staatsbürgerlichen Rechte. Deshalb sollten alle Wahlberechtigten davon Gebrauch machen. Wie man bei dieser großen Anzahl an Möglichkeiten korrekt wählt, erklärt Das Gelbe Blatt hier:

  • Gewählt werden am Sonntag, 15. März, von 8 bis 18 Uhr, in ganz Bayern und somit auch im Landkreis Miesbach Landräte und Bürgermeister in unmittelbarer Wahl. Im hiesigen Landkreis stehen mit neun Kandidaten so viele Anwärter auf den Posten des Landrats zur Auswahl wie noch nie. In 14 Kommunen werden neue Bürgermeister gewählt – nur in Gmund, Irschenberg und Kreuth nicht. Außerdem entscheiden die Wähler, wer für die nächsten sechs Jahre im Kreistag, Gemeinde-, Marktgemeinde- oder Stadtrat vertreten sein wird.
  • Für die Wahl des künftigen Landrats und Bürgermeisters hat jeder Wähler nur jeweils eine Stimme zu vergeben. Liegen mehrere Wahlvorschläge vor, kann der Wähler sein Kreuzchen also hinter einen der Namen setzen. Einen weiteren Namen auf den Stimmzettel hinzuzufügen, ist nicht zulässig. Diese Möglichkeit besteht nur, wenn nur ein (oder gar kein) Wahlvorschlag vorliegt. Gewählt ist der Landrat und Bürgermeister, wenn er mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat. Wurde diese Mehrheit nicht erreicht, kommt es zwei Wochen später zur Stichwahl.
  • Jeder Wähler erhält jeweils einen Stimmzettel für die Landrats- und Bürgermeisterwahl, einen für Stadt- oder Gemeinderat sowie einen für die Kreistags­wahl. Bei dieser Fülle von Stimmzetteln, Listen und Kandidaten muss darauf geachtet werden, dass der Stimmzettel nicht ungültig wird. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn nicht eindeutig erkennbar ist, für wen die Stimmen abgegeben wurde sowie wenn er leer oder mit Bemerkungen versehen in der Urne landet. Das Streichen von Namen allein genügt nicht. Ungültig ist er auch, wenn die Gesamtstimmenzahl überschritten wird, was vor allem bei der Wahl des Kreistags leicht passieren kann.
  • Während für Landrat und Bürgermeister nur eine Stimme vergeben werden darf, ist die Anzahl der Stimmen bei der Wahl des Kreistags und Gemeinde- oder Stadtrats von der Einwohnerzahl und der Zahl der Mandate abhängig. So hat der Wähler im Landkreis Miesbach bei einer Einwohnerzahl von rund 100.000 bei der Kreistagswahl 60 Stimmen zu vergeben, da ebenso viele Sitze zur Verfügung stehen. Etwas komplizierter ist die Sache bei Gemeinde- und Stadträten. Auch da hängt die Zahl der Stimmen von der Einwohnerzahl ab, variiert also in jeder Kommune. Aber keine Sorge: Die Zahl der zu vergebenen Stimmen ist auf den Stimmzettel abgedruckt.
  • Liegen mehrere Wahlvorschläge (Listen) vor, hat der Wähler verschiedene Möglichkeiten, seine Kreuze zu setzen. Kreuzt er nur eine Liste an, nimmt er den Vorschlag der jeweiligen Partei unverändert an. Jeder Kandidat auf dieser Liste erhält eine Stimme. Kandidaten, die zweimal aufgeführt sind, zwei, solche mit dreifacher Nennung drei Stimmen.
  • Mit ihren Stimmen kann die wählende Person die Chancen einzelner Kandidaten, ein Mandat zu erringen, durch Häufeln (Kumulieren) vergrößern: Sie kann ihrem Favoriten bis zu drei Stimmen geben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Gesamtstimmenzahl nicht überschritten wird. Der Wähler kann aber auch Personen von verschiedenen Listen wählen (Panaschieren). Und letztlich sind Kumulieren und Panaschieren in Kombination mit einem Listenkreuz ebenfalls möglich. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn die wählende Person sicherstellen will, dass keine Stimme verloren geht. Durch das Listenkreuz werden die restlichen Stimmen an die Kandidaten der Liste der Reihenfolge nach vergeben.
  • Ihre Stimme abgeben („aktives Wahlrecht“) dürfen bei Gemeindewahlen (Bürgermeister- und Gemeinderatsmitglieder) sowie bei allen Landkreiswahlen (Landrat und Kreisräte) alle Unionsbürger, also alle Deutschen im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes, und alle Staatsangehörigen der übrigen Mitgliedsstaaten der Europäische Union, wenn sie das 18. Lebensjahr vollendet haben, sich seit mindestens zwei Monaten in der Gemeinde/im Landkreis mit dem Schwerpunkt ihrer Lebensbeziehungen aufhalten und nicht vom Wahlrecht ausdrücklich ausgeschlossen sind.
  • Für das Amt eines Gemeinderatsmitgliedes oder eines Kreisrats ist jede Person wählbar, die seit mindestens drei Monaten in der Gemeinde oder bei Landkreiswahlen im Landkreis eine Wohnung hat, die nicht ihre Hauptwohnung sein muss. Bürgermeister- und Landratskandidaten müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben und Deutsche sein. ksl

Auch interessant

Meistgelesen

Er war seit Samstag vermisst: 30-Jähriger wohlbehalten wieder aufgetaucht
Er war seit Samstag vermisst: 30-Jähriger wohlbehalten wieder aufgetaucht
Warum Absolventen der FOS Holzkirchen an ihre Schule zurückkehren
Warum Absolventen der FOS Holzkirchen an ihre Schule zurückkehren
Sie machen Co-Working auch in Holzkirchen möglich
Sie machen Co-Working auch in Holzkirchen möglich
Coronavirus in Oberbayern: Polizei führt fast 21.000 Kontrollen durch
Coronavirus in Oberbayern: Polizei führt fast 21.000 Kontrollen durch

Kommentare