Konstruktive Kritik ist gefragt

Naturfreundestraße: Gemeinde Hausham wehrt sich gegen Baumfäll-Gerüchte

+
Die Vorstellung, die Bäume entlang der Kirche St. Anton könnten verschwinden, hat bei einigen Ablehnung aufkommen lassen.

Hausham – Um Transparenz sei es der Gemeinde gegangen, als sie in der Bürgerversammlung Anfang Mai Möglichkeiten zur Sanierung der Naturfreundestraße durch Michael Schütte, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Dippold & Gerold, vorstellen ließ (wir haben berichtet). Die Reaktionen, die darauf folgten, habe er sich so jedoch nicht vorgestellt, erklärte Bürgermeister Jens Zangenfeind bei der jüngsten Gemeinderatssitzung.

„Wenn man manches liest, hat man das Gefühl, dass die Menschen da was falsch verstanden haben“, sagte er. Es sei nicht geplant, die Bäume an der Kirche St. Anton wegzuschneiden, ebenso wenig sei der Ausbau der Naturfreundestraße beschlossen. „Aber es dürfte jedem klar sein, dass die Straße saniert werden muss“, machte der Bürgermeister deutlich. Auch das marode Wasserleitungsnetz müsse erneuert werden. Dies alles sei „kein Wunschkonzert, sondern Fakt“. Eine Entscheidung sei auch deshalb noch gar nicht möglich, weil die Finanzierung nach Ende der Straßenausbaubeitragssatzung noch nicht ansatzweise gesichert sei. Bei voraussichtlichen Kosten von 2,5 Millionen Euro sei es „legitim, sich Gedanken zu machen, wie setze ich sowas um, dass es optimal ist“, sagte Zangenfeind. Deshalb sollten die Haushamer auch schon weit vorab mögliche Ausbauvarianten kennen. Es sei schade, dass die Diskussion derart abgedriftet sei, findet Zangenfeind. „Es geht darum, was passiert, wenn der

Asphalt wegkommt.“

Widerstand hatte sich vor allem von Seiten des Landschaftsschutzvereins Hausham formiert: Dieser setzt sich für den Erhalt der Bäume ein und fordert die Sanierung der Straße ohne ihre Verbreiterung, die das Fällen oder die Allee-Lösung erst nötig machen würden. Für Anstoß sorgte eine Fotomontage des Vereins, die ein beinahe baumfreies Areal um die Kirche mitsamt dicht an dicht gestellten Autos zeigt. Auf seiner Homepage hat der Verein eine Petition zum Thema gestartet. Hier können die Unterzeichner auch begründen, warum sie die Petition unterstützen. „Das Fällen der Bäume macht die Naturfreundestraße nicht schöner ... und Parkplätze gibt es doch in der Glückaufstraße wahrlich ausreichend. Ein paar Meter laufen hat noch niemandem geschadet“, und „Gesunde Bäume sollten nicht gefällt werden. Sie gehören auch zum Ortsbild und Natur sollte auf jeden Fall erhalten werden. Zudem führt eine schmale Straße zu einer Geschwindigkeitskontrolle“, argumentieren sie.

Grundsätzlich lobte der Bürgermeister das Engagement der Haushamer: „Wir wollen ja nicht nur Ergebnisse präsentieren. Aber es ist nicht schön, wenn etwas Falsches rumschwirrt.“ Der Berichterstattung mache er keinen Vorwurf, sie habe klar auf die ergebnisoffene Vorstellung möglicher Maßnahmen hingewiesen. Diese solle es in einer Zusammenfassung auch auf der Homepage der Gemeinde und im Gemeindeboten nachzulesen geben, kündigte Zangenfeind an.

„Ich kriege aber auch immer wieder gute Vorschläge“, merkte er an. Mit konstruktiven Anregungen sei viel mehr zu erreichen. „Es darf keiner glauben, dass das Gremium etwas tun will, um die Bürger zu strafen“, sagte Zangenfeind. Zumal es im Vorfeld Gespräche mit dem Landratsamt gegeben habe, um abzuklären, was getan werden könne, um die Bäume trotz der Baumaßnahmen zu erhalten. Von der vergangenen vehementen Kritik werde man sich nicht beirren lassen: „Wir werden weiter so arbeiten und manches Missverständnis ausräumen.“

Hubert Lacrouts (CSU) warnte davor, „den Leuten lange Zähne zu machen“. Er schlug vor, die Gemeinde solle auch eine Fotomontage erstellen lassen, „die der Wahrheit entspricht“. Das sei schwierig, schließlich gebe es ja noch keine Planungen, widersprach Zangenfeind. Fraktionskollegin Ria Röpfl (FW) pflichtete ihm bei: Zunächst solle die Einschätzung des Ingenieurbüros abgewartet werden. Thomas Danzer (SPD) hingegen begrüßte die Fotomontage des Landschaftsschutzvereins Hausham: „Die Leute zeigen hier, wo ihre Ängste liegen“, begründete er. „Es wird kein einfacher Prozess und wir werden es uns auch nicht einfach machen“, sagte Danzer.

she

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayerns Kultusminister Piazolo verleiht Gütesiegel an Holzkirchner Bücherecke
Bayerns Kultusminister Piazolo verleiht Gütesiegel an Holzkirchner Bücherecke
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Testzentrum zieht um
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Testzentrum zieht um
Laila Barbershop neu in Miesbach
Laila Barbershop neu in Miesbach

Kommentare