Treffpunkt und Grünland

So heißt der neue Holzkirchner Spiel- und Begegnungsplatz an der Maitz

Neubaugebiet Holzkirchen-Maitz
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Auf dem rund 970 Quadratmeter großen Areal im Neubaugebiet Holzkirchen-Maitz wird ein naturnaher Treffpunkt und Spielplatz für Jung und Alt entstehen.

Holzkirchen – Über ein Konzept und einen Namen für einen neuen Holzkirchner Spiel- und Begegnungsplatz an der Maitz hat der Marktgemeinderat jüngst entschieden.

Vor Kurzem hat der Holzkirchner Marktgemeinderat festgelegt, wie der rund 970 Quadratmeter große Spielplatz für das Wohnquartier an der Maitz gestaltet werden soll. Vorausgegangen war eine Bürgerbeteiligung, bei der auf dem Wunschzettel eine Scooter-Anlage ganz oben stand. Das Gremium entschied sich aber dagegen und stattdessen für eine naturnahe Ausgestaltung mit einem Balancier- und Kletterpfad aus Robinienholz. Außerdem musste sich das Gremium für einen Namen entscheiden.

Auf Grundlage der Bürgerbeteiligung hat Bauamtsarchitektin Azize Özdemir zwei detaillierte Vorschläge ausgearbeitet, wie ein Spiel- und Begegnungsplatz im Neubaugebiet an der Maitz gestaltet werden könnte und diese dem Gremium vorgestellt. Dabei ließ sie sich auch von dem 2017 vom Planungsbüro Skorka vorgestellten Ortsentwicklungskonzept leiten, dass die Maitz unter den Titel „Treffpunkt und Grünland“ stellt.

„Interessanterweise äußerten sich die Anwohner des Öfteren negativ über das Aufstellen eines Sandkastens und einer großen Schaukel“, sagte die Architektin. Da der Großteil der Kinder in der Maitz über acht Jahre alt ist, richte sich der Fokus somit auf die Bedürfnisse der älteren Kinder. Neben der Scooter-Bahn wurde mehrfach der Wunsch geäußert, Spielgeräte oder Einrichtungen einzuplanen, die Möglichkeiten zum Balancieren oder Klettern bieten.

Zwei Varianten in Holzkirchen zur Auswahl

Die von Özdemir vorgestellten und vom Element Holz geprägten Varianten unterscheiden sich im Wesentlichen darin, dass Variante 1 einen Scooter-Parcours und Variante 2 eine Spielgerätekombination hat. Bevor Bürgermeister Christoph Schmid die Debatte eröffnete, wollte er von seiner Mitarbeiterin noch wissen: „Sie haben sich ausgiebig damit beschäftigt, was würden Sie präferieren?“. Die Planerin empfahl eindeutig Variante 2: „Sie passt mit dem höheren Holzanteil viel besser zum Ortskonzept. Außerdem wird dabei wesentlich weniger Fläche versiegelt, was eine spätere Umgestaltung einfacher machen würde.“ Dem schloss sich der Rathauschef uneingeschränkt an, wobei er ergänzte, dass für die Scooter-Fans auch der Skater-Park nicht weit weg sei.

Robert Wiechmann (Grüne) gefiel der Vorschlag ebenfalls: „Der Beteiligungsprozess lief sehr gut, wobei ich persönlich die naturnahe Version bevorzuge.“ Zu dem Vorschlag Özdemirs, Sträucher mit essbaren Beeren und ohne Stacheln anzupflanzen, riet er aber ab: „Kinder dürfen durchaus lernen, dass Pflanzen auch Stacheln haben können, und mit dem Fuchs als Nachbar sind Beeren vielleicht nicht die beste Wahl.“

Inklusionsgerechte Spiel- und Sportmöglichkeiten

Weil sie besser in das Skorka-Konzept Grünland passe, sprach sich auch CSU-Fraktionssprecher Sebastian Franz für Version 2 aus. Torsten Hensel merkte an, dass auf dem Platz sogar schon ein Hügel ist, von dem aus der Ausblick sehr schön sei. Auch wenn er es außerordentlich bedauere, fiel Hensels Vorschlag, einen Basketballkorb aufzuhängen, auf wenig Begeisterung. Als ehemaliger Basketball-Trainer meinte Schmid: „Schon für ein Zwei-gegen-zwei-Spiel braucht es mindestens 50 Quadratmeter, das wird eng.“

Wie Özdemir auf Nachfrage von Anita Gritschneder (Grüne) bestätigte, soll bei der Auswahl der Geräte darauf geachtet werden, dass sie auch inklusionsgerechte Spiel- und Sportmöglichkeiten haben.

Anwohner in der Maitz tragen Kosten mit

Mit der Gegenstimme von Michael Wohlschläger (CSU) entschied sich das Gremium schließlich mehrheitlich für die Variante 2. Die Baukosten dafür betragen zirka 175.000 Euro – rund 15.000 Euro weniger als für die Variante mit Scooter-Anlage kalkuliert waren. Aufgrund der städtebaulichen Vereinbarungen wird ein Drittel der Kosten vom Markt Holzkirchen übernommen. Den Rest tragen die Anwohner.

Bei der Abstimmung über den Namen des künftigen Treffpunkts für Jung und Alt setzten sich schließlich die Puristen durch. Dazu meinte Johannes Dörder (CSU): „Was braucht es hier einen extravagante Bezeichnung, Spielplatz reicht vollkommen aus.“ So wurden dann auch die von Anwohnern gemachten Vorschläge wie „Main-Platzl“ und „An der Maitz-Platz“ oder wie von Ulrike Küster (Grüne) vorgebracht „Maitzerl“ mit 13:9 Stimmen zugunsten der Bezeichnung „Spielplatz an der Maitz“ abgeschmettert. hac

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