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Hausham bleibt auf Kosten der Schneekatastrophe fast komplett sitzen

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Schneepflug bei der Schneekatastrophe in Hausham
Die Regierung von Oberbayern übernimmt nicht einmal zehn Prozent der von der Gemeinde Hausham beantragten Kosten von rund 172.000 Euro für die Schneekatastrophe 2019. © Helmut Hacker

Bei der Schneekatastrophe 2019 haben unzählige Ehrenamtliche, Bauhofmitarbeiter und Verwaltungen weit über das Limit herangeklotzt. Die Gemeinde Hausham soll nun die entstandenen Kosten größtenteils selber zahlen.

Hausham – Als „lebensfremd und traurig“ bezeichnete Bürgermeister Jens Zangenfeind in der Oktober-Sitzung des Gemeinderates den fünfseitigen Bescheid der Regierung von Oberbayern, wonach der Gemeinde für den Katastrophen-Einsatz von den beantragten rund 172.000 Euro für Eigenkosten und Beauftragung von Fremdfirmen nicht mal ganz 12.000 Euro erstattet werden sollen.

„Das Signal war, wir lassen euch nicht alleine“, erinnerte Zangenfeind an die den Gemeinden gegebene Zusicherung der übergeordneten Behörden. Dass jetzt nach drei Jahren in dem mehrseitigen ablehnenden Bescheid der Regierung von Oberbayern neben bis in kleinste ausformulierte Formfehlern unter anderem festgestellt wurde, dass Verdienstausfallzeiten der Freiwilligen Feuerwehren Agatharied und Hausham während des Katastropheneinsatzes diesem nicht akkurat zugeordnet und daher nicht geltend gemacht werden können, machte Thomas Danzer (SPD) fassungslos: „Bei allen Veranstaltungen rühmt man sich der hohen Wichtigkeit des Ehrenamtes und dann lässt man es so im Regen stehen.“

„Bei allen Veranstaltungen rühmt man das Ehrenamt und dann lässt man es so im Regen stehen“

Weil wenig aussichtslos, stimmte Danzer dem Rathauschef zu, dass ein Widerspruch gegen den Bescheid wohl wenig Sinn haben würde: „Ich schätze, dass wir da auf keinen grünen Zweig kommen.“ Georg Eham (parteilos) forderte, daraus Lehren zu ziehen und Leitfäden für die Zukunft zu erarbeiten.

Zangenfeind sagte zu, die Thematik in der nächsten Bürgermeister-Dienstbesprechung aufzugreifen: „Es ist unglaublich, alle Gemeinden haben in einer Notsituation über die Grenzen hinweg beispiellos gut zusammengearbeitet und jetzt bleiben wir wegen Formfehlern auf den Kosten sitzen.“ hac

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