Orthoclinic bündelt Kompetenzen / Peter Prodinger übernimmt Endoprothetik

Krankenhaus Agatharied: Neue Marke, neuer Chefarzt

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Andre Steinert (3.v.l.) übergibt die Leitung der Endoprothetik am Krankenhaus Agatharied an Peter Prodinger (3.v.r.). Beim Pressetermin zum Chefarztwechsel waren (v.l.) Ulrich Brunner, Niels Buchmann, Michael Kelbel und Benjamin Bartholdt dabei.

Agatharied – Für Michael Kelbel dreht sich letzten Endes alles um die Frage, wie das Krankenhaus Agatharied erfolgreich die Herausforderungen der Zukunft bewältigen kann. Der Geschäftsführer ist überzeugt, dass trotz einer umfassenden Versorgung nicht jede Fachrichtung in jedem Haus vorgehalten werden muss. Aber für das, was eine Klinik anbietet, müsse ein hoher Standard gelten. Den setzt das Krankenhaus Agatharied auch im Bereich Unfallchirurgie und Orthopädie. Unter der Marke Orthoclinic Agatharied sind nun alle Kompetenzen rund um Schulter, Ellenbogen, Hüfte, Knie und Wirbelsäule gebündelt. Dazu gehört auch die Endoprothetik, die mit Dr. Peter Prodinger einen neuen Chefarzt bekommt.

Der gebürtige Österreicher tritt zum 1. August die Nachfolge von Professor Andre Steinert an. Der 40-jährige Prodinger ist noch leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar und verantwortet dort den Funktionsbereich Endoprothetik. Das passt zu seinem neuen Arbeitgeber, wie Prodinger bei einem Pressegespräch vergangene Woche deutlich machte. „Ich schließe an das an, was Andre Steinert angefangen hat“, sagte Prodinger. Er wolle den Bereich Endoprothetik „weiter festigen“. Prodinger attestierte dem Agatharider Krankenhaus einen bereits „hohen Standard“. Nun wolle er die „gut strukturierte Abteilung ausbauen“. Geschäftsführer Kelbel gab die Richtung vor: Eine Zertifizierung soll die Qualität bestätigen. Die nötigen Fallzahlen sind bereits erfüllt. Und doch sind diese nicht so hoch, dass keine Zeit mehr für einzelne Patienten bleibt. Quantität allein mache keine Qualität, bekräftigte Kelbel. „Ich mag in kleineren Strukturen arbeiten und den direkten Kontakt“, ergänzte Prodinger.

Das „Netzwerk der Versorgung“ nannte Professor Ulrich Brunner, Chefarzt Unfall-, Schulter- und Handchirurgie, als entscheidenden Faktor für die Qualität. Er sieht große Fortschritte, da es in allen Bereichen ein „Wachstum in die Breite und in die Tiefe gebe“. Auch das Komplikationsmanagement sei entscheidend. Bestätigt hat das Dr. Niels Buchmann. Der leitende Oberarzt im Bereich Neurochirurgie erklärte, dass „komplexe Wirbelsäulenchirurgie nur möglich ist, weil es zum Beispiel auch eine Gefäßchirurgie gibt“. Auch die Radiologie spiele dafür eine große Rolle. „Wir haben alles an technischer und fachlicher Ausstattung da, was wir brauchen“, sagte Buchmann. Die „kurzen Wege und schnelle fachübergreifende Hilfe“ sind für ihn ein großer Vorteil eines nicht ganz so großen Hauses. „Nicht zu groß und doch groß genug für eine Spezialisierung“, findet Prokurist Benjamin Bartholdt.

„Die Patienten sind zufrieden“, sagte der scheidende Chefarzt Steinert. „Am Ende geht es um die Qualität“, machte Kelbel deutlich. Und da ist er, wie Brunner, der bereits seit der Eröffnung in Agatharied tätig ist, überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Herausforderungen für die Zukunft sind groß, Kelbel sprach von „drei Megatrends im Gesundheitssystem“. So ist eine Frage, welche Größe Kliniken haben sollten, zum anderen werde sich der Fachkräftemangel sowohl bei Ärzten als auch im Pflegepersonal verschärfen. Die Digitalisierung gelte es ebenso zu meistern.

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich das Krankenhaus Agatharied ständig weiter – und hat nun mit der Orthoclinic eine neue Marke unter ihrem Dach. Mit dem Chef­arztwechsel sollen auch die Fallzahlen im Bereich Gelenkersatz weiter steigen. Bis auf 700 bis maximal 1000. Dann, so schätzen Prodinger und Kelbel gleichermaßen, sei eine natürliche Grenze erreicht. Eine gewisse Menge an Eingriffen bedeutet auch Erfahrung – und die trage wiederum zur Qualität bei. Darum geht es am Ende.ft

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