Selbstbestimmt leben

Krankenhaus Agatharied plant geriatrische Rehabilitationsklinik

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Um „nicht nur die Daumen zu drücken“ überreichte Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (r.) an Chefarzt Peter Wellner einen Spendenscheck über 15.000 Euro für die geplante geriatrische Rehabilitationsklinik am Kreiskrankenhaus.

Hausham – „Das ist keine Leuchtturmmedizin, sondern etwas Essentielles für Ältere im Landkreis“, betonte Peter Wellner. Der Chefarzt der Geriatrie und Inneren Medizin am Kreiskrankenhaus stellte am vergangenen Montag im Haushamer Gemeinderat das derzeit laufende Projekt der Abteilung vor: eine geriatrische Rehabilitationsklinik. Das große Spendensammeln hat bereits begonnen, auch der Gemeinderat zeigte sich überzeugt: Bürgermeister Jens Zangenfeind übergab noch in der Sitzung einen symbolischen Scheck über 15.000 Euro für den geplanten Neubau.

Viele alte Menschen schultern ihren Alltag im eigenen Zuhause selbstständig. Doch allzu schnell können ein Sturz, Verschleißerscheinungen oder eine Krankheit dazwischenkommen und diese Selbstständigkeit gefährden, auf die die Senioren meist sehr stolz sind. Hier soll die geplante geriatrische Rehabilitationsklinik ansetzen: Nach einem Krankenhausaufenthalt und vor der anstehenden, klassischen Reha sollen die Patienten wieder möglichst fit für den selbstbestimmten Alltag daheim gemacht werden. Doch das braucht Zeit, die im Akutkrankenhaus nicht erbracht werden kann. Die nächsten derartigen Angebote befinden sich in Bad Aibling, Bad Endorf und neuerdings in Lenggries. „Es ist blöd, wenn ich einem Bayrischzeller erklären muss, dass er nach Bad Aibling soll“, sagte Wellner auf Nachfrage. Denn die etwa dreiwöchige geriatrische Rehabilitation ist umfassender als eine klassische Reha, das persönliche Umfeld des Patienten ist wichtiger Teil der Genesung. „Das gehört einfach zur Grundversorgung, wir wollen hier eine Lücke schließen“, machte Wellner deutlich. 30 Betten soll der Neubau umfassen, der sich an die bestehende Geriatrie am Krankenhaus anschließen soll und 2022 eröffnet werden könnte. Zwischen vier und fünf Millionen Euro soll das kosten. „Das können wir nicht aus eigener Tasche stemmen, wir sind auf Spenden angewiesen“, erklärte Wellner. Bürgermeister Zangenfeind stellte in Aussicht, dass sich auch der Kreistag mit dem Projekt beschäftigen werde. Um „nicht nur die Daumen zu drücken“ beteiligt sich die Gemeinde mit 15.000 Euro an dem Neubau. Fraktionsübergreifend sei die Entscheidung gefallen, betonte Zangenfeind. Gerade ein Kreiskrankenhaus müsse mit allen Bereichen abgedeckt sein. Zwar sei eine geriatrische Rehabilitationsklinik ebenso wie zum Beispiel eine Geburtenstation „kein Geschäftsmodell, der Bedarf aber ist da“, sagte Zangenfeind. Weitere Infos zum Projekt gibt es hier. she

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