Steile Lernkurve

„Gut vorbereitet“: Michael Städtler zur Corona-Situation im Landkreis Miesbach

Dr. Michael Städtler ist der ärztliche Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach. 
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Dr. Michael Städtler ist Krankenhauskoordinator in den Landkreisen Miesbach und Rosenheim.

Landkreis – Krankenhauskoordinator Michael Städtler ist das Bindeglied beim Thema Corona im Landkreis Miesbach. Im Gespräch erläutert er die aktuelle Lage.

Der Landkreis Miesbach bildet mit dem Kreis und der Stadt Rosenheim einen Rettungsdienstbereich. Dort findet auch eine enge Zusammenarbeit statt, um die Corona-Krise zu bewältigen. Eine wichtige Rolle spielt dabei Michael Städtler, der am 5. November zum ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung ernannt wurde.

In dieser Funktion agiert Städtler auch als Bindeglied zwischen den vier Schwerpunktkrankenhäusern der Region – dem Kreiskrankenhaus Agatharied und den Romed-Kliniken Rosenheim, Bad Aibling und Wasserburg. Sie stellen die stationäre Behandlung sowohl von Corona-Patienten als auch für alle anderen Behandlungen sicher. Mit den Covid-19-Erkrankungen komme man derzeit gut zurecht, erklärte Städtler bei einem Video-Pressegespräch. Bei Bedarf könnten weitere Kapazitäten aufgebaut werden. „Wir sind aber froh, wenn wir sie nicht brauchen“, machte Städtler klar.

Weil die weitere Entwicklung der Pandemie nur schwer vorhersehbar ist, lässt sich auch der Bedarf für die Versorgung von Patienten kaum planen. Doch Unsicherheit sei im Rettungsdienst der Normalfall, erläuterte Städtler. Und darauf seien die Kliniken gut vorbereitet. Intensivstationen etwa seien generell – unabhängig von Covid-19 – mit rund 80 Prozent belegt. Entsprechend werden Kapazitäten vorgehalten und wenn nötig aufgestockt. Einen Engpass befürchtet der Krankenhauskoordinator nicht und vor allem auch keine Situation, in der Ärzte – wie etwa im Frühjahr in Italien – auswählen müssen, wer die nötige Behandlung bekommt und wer nicht. „Von einer Triagierung sind wir ganz weit weg“, sagte Städtler.

Die Kliniken profitieren inzwischen auch von der Erfahrung aus der ersten Welle. Sie sind nun besser vorbereitet und haben auch bei der Behandlung von Corona-Infizierten Fortschritte gemacht. So werden inzwischen weniger Patienten unter Narkose beatmet. Den wichtigen Sauerstoff bekommen sie deutlich länger über die Nase verabreicht. Eine steile Lernkurve attestiert der Krankenhauskoordinator den Kliniken und ihren Medizinern. Insgesamt sieht er die Region gut vorbereitet. Auch beim Krankenhauspersonal erkenne er derzeit keinen Engpass, ist aber etwas zurückhaltender: „Ausreichend, aber nicht in übermäßiger Zahl.“ ft

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